Souveränität für Jamaika

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Souveränität für Jamaika

In der Nacht zum 6. August 1962 endeten auf der Karibikinsel Jamaika fast 500 Jahre Fremdherrschaft. Die frühere britische Kolonie wurde zu einer eigenen parlamentarischen Monarchie im Commonwealth.


Auf seiner zweiten Fahrt in die Neue Welt entdeckte Christoph Kolumbus am 5. Mai 1494 das heutige Jamaika. Er nannte die Insel Santiago. Damals lebten etwa 100.000 Menschen auf der Insel. Diese Ureinwohner nannten ihre Insel "Xaymaca", was "Land der Wälder und des Wassers" bedeutete.

Ab 1509 unterwarfen die Spanier die Bevölkerung und gliederten die Insel ins spanische Königreich ein. Damit besaßen die Spanier einen Ausgangspunkt für weitere Raubzüge zu den reichen Azteken- und Inkastämmen Südamerikas. Die eingeborenen Arawak-Indianer wurden von den spanischen Herren versklavt und mussten auf den Zuckerrohrplantagen arbeiten, die diese angelegt hatten. 100 Jahre später waren fast alle Ureinwohner ausgerottet. Eine der Ursachen waren von den Spaniern eingeschleppte Krankheiten.

Bereits 1517 kamen die ersten schwarze Sklaven aus Afrika nach Jamaika. Bis 1834 wurden 350 Jahre über 3 Millionen Menschen von Afrika in die Karibik gebracht. Viele von ihnen starben schon auf dem Transport.

1655 überfielen die Briten Jamaica und vertrieben die Spanier. 1660 wurde die Insel im Vertrag von Madrid offiziell der britischen Krone übergeben.

Port Royale entstand, bald ein berüchtigtes Piratennest in dem Seeräuber und Freibeuter Zuflucht suchten. Als am 7. Juni 1692 ein Grossteil der Hafenstadt bei einem starken Erdbeben im Meer versank, endete die goldene Ära dieser "lasterhaftesten Piratenstadt auf Erden".

Auch unter der britischen Vorherrschaft blieb Jamaika ein Umschlagplatz für den Sklavenhandel. Als am 1. August 1834 das Sklavereiverbot im britischen Empire in Kraft trat, kam die Plantagenwirtschaft auf der Insel zum Erliegen.

1866 wurde Jamaika offiziell zur britischen Kolonie erklärt. Knapp hundert Jahre später, am 23 Juli 1962 verabschiedeten Jamaikaner und Briten eine Verfassung, welche die Kolonie in eine parlamentarische Monarchie im Commonwealth umwandelte.

Der erste Premier Jamaikas wurde Alexander Bustamente von der bürgerlich-liberalen Labour-Party. Staatsoberhaupt blieb die Britische Königin Elisabeth II.


In der heutigen Zeit ist die Insel vor allem als Urlaubsparadies und als Heimat der Reggae-Musik bekannt. Eine Flutkatastrophe brachte Jamaika im Juli 2002 in die Schlagzeilen der Weltpresse (Foto). In diesem Zusammenhang hat die Deutsch-Jamaikanische-Gesellschaft zu Spenden für die notleidende Bevölkerung aufgerufen.

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Foto: Deutsch-Jamaikanische-Gesellschaft e.V. Text: RR 5. 8. 2002

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