Saudi-Arabien

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Saudi-Arabien

Vor 70 Jahren wurde das Königreich Saudi-Arabien gegründet. Am 23. September 1932 vereinigte König Abd Al Asis III. Ibn Saud seine beiden Königreiche Hedschas und Naschd zu einem großen Staat. Die Verfassung baut auf dem Koran auf.

Die Flagge Saudi-Arabiens trägt die Schahada ("Es gibt keinen Gott, ausgenommen den Gott; Mohammed ist Allahs Gesandter"), das Bekenntniswort des Islam. Das Schwert steht für Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit. Grün ist die Farbe der Fatimiden und der Fahne der Wahhabiten.

Saudi-Arabien liegt auf der Arabischen Halbinsel und grenzt an den Irak, Jordanien, Kuwait, Oman, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, den Jemen, das Rote Meer und den Persischen Golf. Das Land ist ein Wüstenstaat mit extremen Temperaturen. Von Mitte April bis Mitte Oktober können Tagestemperaturen von 45°C und mehr erreicht werden. In den Wintermonaten Januar und Februar sind hingegen Temperaturen von 15°C und weniger zu erwarten. In der Nacht kann die Temperatur in der Wüste bis auf den Gefrierpunkt sinken. Die Küstenregionen sind von feuchtem Klima geprägt.

Mit 2,15 Millionen Quadratkilometern ist Saudi-Arabien, sechsmal so groß wie Deutschland. Rund 80 % der Arabischen Halbinsel gehören zum Königreich. Allerdings wohnen dort nur 20 Millionen Menschen, gerade ein Viertel der Einwohnerzahl Deutschlands.

Regiert wird Saudi-Arabien von einer islamischen absoluten Monarchie unter König Fahd bin Abd al-Aziz Al Saud, der gleichzeitig Premierminister ist. An der Spitze der Pyramide steht der König mit seiner weit verzweigten Familie, danach folgen die Stammesführer und städtischen Händler. Hauptstadt ist die alte Naschd-Kapitale Riad.

Großen politischen Einfluss üben die islamischen Rechtsgelehrten aus, denn die Macht des Königs ist durch die Scharia, das islamische Recht, geregelt. Der Koran ist Saudi Arabiens Verfassung und die Scharia ist die Grundlage des Rechtssystems. 99 Prozent der Bevölkerung sind islamische Sunniten. Erst 1963 wurde die Sklaverei abgeschafft. Die Frauen blieben rechtlos, politische Parteien und Gewerkschaften sind verboten.

Da sich mit Mekka und Medina zwei der heiligsten Stätten des Islam im Land befinden, betrachtet sich das Königreich als Geburtsplatz des Islam und ist Mittelpunkt der islamischen Welt. Der Islam beruft sich auf die selben Wurzeln wie das Judentum und das Christentum. Juden und Christen werden respektiert, Jesus wird als Prophet Allahs angesehen. Das heilige Buch ist der Koran und Freitag ist der offizielle Ruhetag. Fünfmal am Tag werden die gläubigen Moslems zum Gebet aufgerufen. Die Frauen müssen ein langes, schwarzes Gewand tragen und Ihr Gesicht verschleiern. In ganz Saudi Arabien ist es verboten Schweinefleisch zu essen und Alkohol zu trinken. Auch die Einfuhr von Drogen ist strengstens verboten und führt zu drakonischen Strafen.

Die Beduinen hatten in dem Wüstenstaat schon immer eine herausragende Rolle. Um 1740 schlossen sie sich den Wahhabiten an, die unter der Familie Saud von Naschd im Inneren der Arabischen Halbinsel einen Staat gründeten. Dessen Hauptstadt war schon 1821 Riad.

Die Osmanen vertrieben die Dynastie später. Erst 1902 gelang König Abd Al Asis III. Ibn Saud von Kuwait aus die Rückeroberung des Emirats Riad Naschd. Der König verdrängte in den Jahren 1924/25 auch den Scherifen von Mekka, Hussein Ibn Ali, der sich zum König des Hedschas gemacht hatte. 1926 ließ sich Abd Al Asis III. Ibn Saud zum König von Hedschas und Naschd ausrufen. Am 23. September 1932 vereinigte er seine beiden Königreiche zum neuen Staat Saudi-Arabien. Seitdem ist der 23. September in dem Land ein Nationalfeiertag.

Der Reichtum des Landes kommt vom Erdöl, das dort seit 1933 gefördert wird. Zusammen mit Iran, Irak, Kuweit und Venezuela gründeten die Saudis 1960 die "Organization of Petroleum Exporting Countries" (OPEC). Ziel des Zusammenschlusses der fünf weltweit wichtigsten erdölexportierenden Länder war eine gemeinsame Ölpolitik und die Stabilisierung der Weltmarktpreise. Später traten noch weitere Erdöl produzierende Länder der Vereinigung bei. Inzwischen ist Saudi-Arabien weltweit der größte Produzent von Erdöl und kontrolliert rund 26 Prozent aller bekannten Reserven. Im Jahre 2000 stammten 12,3% der weltweiten Erdölförderung aus Saudi-Arabien.

Text: Roland Rosenbauer, 23. 9. 2002

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