Die Frage der Woche: Warum heißt Lateinamerika so und welche Menschen leben dort?

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Die Frage der Woche: Warum heißt Lateinamerika so und welche Menschen leben dort?

Jede Woche beantworten wir euch Fragen zu allen möglichen Themen. Heute fragt uns Sina aus Rostock: Warum heißt Lateinamerika so und welche Menschen leben dort? Hier erfahrt ihr die Antwort ...

Der Begriff Lateinamerika grenzt die spanisch- und portugiesischsprachigen Länder Amerikas von den angloamerikanischen Ländern in Nordamerika ab.



Der Begriff angloamerikanisch bezeichnet im engeren Sinn die Menschen, die aus den USA und Kanada abstammen. Allerdings kann man damit im weiteren Sinne auch Engländer meinen.





Woher kommt der Name Lateinamerika?



Die Vorsilbe Latein bezieht sich hier auf den Ursprung der romanischen Sprachen, nämlich das Lateinische. Heutzutage versammelt der Begriff Lateinamerika alle amerikanischen Länder mit den offiziellen Landessprachen Spanisch oder Portugiesisch. Vereinzelt werden in manchen Ländern neben einheimischen Sprachen auch Englisch und Französisch gesprochen.



Zusammen haben die Länder Lateinamerikas eine Fläche von circa 20 Millionen Quadratkilometern und eine Bevölkerung von ungefähr 500 Millionen Menschen.



Der Name Lateinamerika stammt von den Franzosen. Sie hofften, dass ihre Interessen unterstützt werden, wenn eine Namensänderung die das lateinische hervorhebt erfolgt. Zuvor wurde dieser Teil des amerikanischen Kontinents Iberoamerika oder Hispanoamerika genannt.


Abbildung: Die Karte markiert grün den lateinamerikanischen Sprachraum.





Welche Menschen leben dort?



In Lateinamerika leben drei Hauptgruppen von Menschen: Ureinwohner (sogenannte indigene Völker), Europäer und Afrikaner. Im Lauf der Jahrhunderte haben sich viele Zuwanderer mit der Urbevölkerung vermischt.



Indigene Völker lebten in Lateinamerika lange bevor europäische Menschen überhaupt wussten, dass es den Kontinent Amerika gibt.  Über Jahrhunderte hinweg haben sich zahlreiche Stämme mit unterschiedlichen Kulturen und Sprachen entwickelt. Bis heute gibt es vereinzelt noch Stämme, die in Lateinamerika fernab von unserer modernen Zivilisation leben.


Foto: Eine Sambatänzerin beim brasilianischen Karneval



Die bekanntesten Ureinwohner waren die Inkas. Sie herrschten über ein großes Reich, bis die europäischen Siedler um 1530 kamen und das Land der Inkas für sich beanspruchten. Wie oben erwähnt kamen hauptsächlich spanische und portugiesische Siedler nach Lateinamerika, um die Grenzen ihrer Länder zu erweitern. Aber auch einige ehemalige französische Kolonien können je nach Definition zum heutigen Lateinamerika gezählt werden.



Die Afrikaner kamen schließlich als Sklaven in die jeweiligen Kolonien. Sie wurden von den Kolonisten zur Arbeit in Minen oder auf Plantagen gezwungen. Nach wie vor beeinflussen afrikanische Traditionen die Kultur vieler lateinamerikanischer Länder.


Foto: Capoeira ist in Brasilien nach Fußball die Sportart Nr. 1.



Text: RR, Stand: 26. 3. 2012, Grafiken: Yug; Fotos: Rosenbauer.

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