1. August 1943: Birma erklärt seine Unabhängigkeit

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1. August 1943: Birma erklärt seine Unabhängigkeit

Die Geschichte Birmas ist geprägt von politischen Systemen, die ständig in blutige Kriege verwickelt waren. Am 1. August 1943 erklärt Birma seine Unabhängigkeit. Seit 1948 regiert ein kommunistisches Regime, das Birma, einst wichtigstes Reiseexportland, an den wirtschaftlichen Abgrund brachte. Mit Beginn der 90er Jahre öffnet sich das Land zumindest wirtschaftlich. Doch diese Entwicklung kommt nur wenigen zugute.

Machthaber Militär

Nutznießer ist vor allem das Militär. Ohne es werden fast keine Geschäfte getätigt. Die Soldaten regieren das Land mit eiserner Faust, auch wenn das Touristen auf den ersten Blick verborgen bleibt. In Myanmar so heißt Birma seit 1989 besteht ein ausgefeiltes Spitzelsystem, dass die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt. Auch wenn die Einheimischen fast immer freundlich sind und ein Lächeln auf den Lippen haben, steckt dahinter oft ein trauriges Schicksal.

Hausgemachte Armut

Ein Großteil der Bevölkerung lebt in Armut. Mangelernährung, ungesunde Wohnverhältnisse, miserable Schulen und Krankheiten prägen den Alltag. Birma ist heute eines der ärmsten Länder Asiens, obwohl es reich an Bodenschätzen ist und früher sogar die gesamte britische Kronkolonie mit Reis versorgte.

Die Briten besetzen das Land

Immer wieder musste sich Birma gegen Feinde und Besatzer von außen wehren. Ende des 19. Jahrhunderts wird Birma Teil der Kronkolonie Britisch-Indien. Aufstände werden von den Besatzern brutal im Keim erstickt. Die Briten interessierten sich für Birma vor allem wirtschaftlich, für Reis, edle Tropenhölzer und Bodenschätze. Wie unglücklich die Zwangsehe zwischen Briten, Birmanen und Indern im Alltag tatsächlich verlief, schildert der Roman "Burmese Days" des Schriftstellers George Orwell.

Schrittweise in die Unabhängigkeit

Im zweiten Weltkrieg besetzen die Japaner das Land und versprechen den Birmanen die Unabhängigkeit, doch die Engländer erobern das Land zurück. Birma setzt sich zur Wehr und erklärt am 1. August 1943 -vor genau sechzig Jahren- seine Unabhängigkeit und damit den Großmächten Großbritannien und USA den Krieg. Fünf Jahre sollte es aber noch dauern, bis Birma endgültig seine staatliche Unabhängigkeit erreicht.

Die Politik

Das Land, das von 1948 bis 1989 offiziell "Sozialistische Republik der Birmanischen Union" heißt, hat es nie geschafft, eine nationale Einheit zu bilden. Viele der alten Volksgruppen in den Gebirgen und Hochländern erkannten die Zentralregierung in der Hauptstadt Rangun nicht an. Viele kleine Völker lieferten dem Regime über mehr als 40 Jahre einen erbitterten Kampf. Erst Zugeständnisse von Seiten der Zentralregierung und Waffenstillstandsvereinbarungen Mitte der 1990er Jahre führten zu einer leichten Verbesserung der Zustände.

Zaghafte Öffnung

Myanmar gehörte bis Anfang der 60er Jahre hinein zu den wohlhabendsten asiatischen Ländern. Durch die sozialistische Planwirtschaft erlitt die Wirtschaft schwere Einbrüche. Heute ist Myanmar trotz Wirtschaftswachstum eines der ärmsten Länder der Welt. Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen liegt bei rund 350 US-Dollar. Einer der Gründe dafür ist ein schwerfälliger und korrupter Verwaltungsapparat und die hohen Ausgaben für die Armee: obwohl Myanmar außenpolitisch neutral ist, unterhält die Regierung eine rund 400.000 Mann starke, hochgerüstete Armee, die überwiegend gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt wird.

30.7.03 /sw Fotos: Istock.com, Freeimage, Destination Asia.

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