Die Spinne des Jahres 2010: Die Gartenkreuzspinne

Eine der größten, bei uns heimischen Spinnen ist die Gartenkreuzspinne. Ihre großen Radnetze können auf so mancher Wiese Deutschlands bewundert werden. 2010 wurde die Art von der Arachnologischen Gesellschaft zur Spinne des Jahres gekürt.

Systematik

Die Gartenkreuzspinne trägt den biologischen Namen Araneus diadematus. Sie gehört zur Gattung der Kreuzspinnen in der Familie der Echten Radnetzspinnen. Das heißt, dass die Gartenkreuzspinne zu den Spinnenarten gehört, die ein großes, kunstvolles Radnetz spinnen, um ihre Beute einzufangen.

Ein Exemplar der Gartenkreuzspinne Araneus diadematus.


Wie sieht eine Gartenkreuzspinne aus?

Wie alle Kreuzspinnen trägt auch die Gartenkreuzspinne die charakteristische kreuzförmige Zeichnung auf dem Hinterleib, die der Gattung ihren Namen gibt. Diese Zeichnung ist weiß, während der Rest des Körpers der Spinne braun gefärbt ist. Die Helligkeit ihrer Färbung kann die Spinne an die Umgebung anpassen. An den Gelenken der acht Beine sind außerdem dunkelbraune Färbungen zu finden.

Mit bis zu 18 Millimetern Körperlänge bei den Weibchen und 10 Millimetern bei den Männchen gehört die Gartenkreuzspinne zu den größten Spinnenarten, die in Deutschland heimisch sind.

 

An Wiesen und Waldrändern spinnt die Gartenkreuzspinne ihr Radnetz.



Wo lebt die Gartenkreuzspinne?

In ganz Mitteleuropa ist die Gartenkreuzspinne heimisch und kommt damit vor allem in Deutschland vor. Besonders in Streuobstwiesen sind ihre Radnetze häufig anzutreffen. Ansonsten findet man sie in Wäldern in Sträuchern und seltener an Bäumen. Je höher die Lage eines Gebietes, umso unwahrscheinlicher ist es, eine Gartenkreuzspinne anzutreffen.

Wovon ernährt sich die Gartenkreuzspinne?

Als echte Radnetzspinne spinnt die Gartenkreuzspinne ein großes Radnetz, mit dem sie ihre Beute einfängt. Es handelt sich dabei um ein kompliziertes Geflecht aus Spinnfäden, die die Spinne aus speziellen Drüsen an ihrem Hinterleib absondern kann. Zur Beute gehören alle Insekten, die die Gartenkreuzspinne in ihrem Netz fangen kann, darunter auch Wespen oder Schmetterlinge.

Eine Gartenkreuzspinne beim Verspeisen einer Wespe.


Fliegt ein Insekt in das Netz, bleibt es an den klebrigen Spinnfäden kleben. Die Erschütterung und das Zappeln wird von der Spinne registriert, die genau weiß, welche Fäden kleben und welche sie betreten darf. Die Beute wird von der Spinne gebissen und mit Verdauungsproteinen vollgepumpt, die das Insekt auflösen. Dann braucht die Spinne den Nahrungsbrei nur noch aufsaugen.

Wie pflanzen sich Gartenkreuzspinnen fort?

Die Paarungszeit der Gartenkreuzspinne beginnt im August. Das kleinere Männchen sucht dazu ein Netz eines Weibchens auf und spinnt einen Bewerbungsfaden daran. An diesem zupft es nun in einem bestimmten Rhythmus, sodass das Weibchen auf das paarungsbereite Männchen aufmerksam wird.


Eine Kolonie junger Gartenkreuzspinnen.



Wenn nun auch Weibchen paarungsbereit ist, begibt es sich zum Männchen und die Paarung wird vollzogen. Diese dauert meist nur wenige Sekunden und nicht selten wird das Männchen nach dem Akt vom größeren Weibchen verspeist.

Häufige Art

Im Herbst legt das Weibchen ihre Eier ab und stirbt. Die Eier sind zu gelblichen Kokons zusammen gesponnen. In diesen Kokons können die Eier überwintern, sodass die Jungen im April des nächsten Jahres schlüpfen. Im darauf folgenden Jahr werden sie geschlechtsreif. So wurde die Gartenkreuzspinne zu einer der häufigsten Spinnenarten in Europa.




19.06.2010 // Text: Jan Wrede; Bilder: Vorschau: (GNU 1.2, cc-by-sa 2.5, 3.0), Spinne: Lucarelli (GNU 1.2, cc-by-sa 3.0), Netz: Gunnar Ries (cc-by-sa 2.5), Beute: Jürgen Howaldt (cc-by-sa 2.0), Junge: Lmbuga (GNU 1.2, cc-by-sa 1.0, 2.0, 2.5, 3.0) 

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