Der kleine Fuchsbandwurm

Berühmte Personen

Der kleine Fuchsbandwurm

In der Fachsprache nennt sich der kleine Fuchsbandwurm Echinococcus multilocularis. Er ist in weiten Teilen Bayerns und anderen Teilen Deutschlands, der Schweiz und Österreichs verbreitet. Er tritt wieder häufiger auf, seit durch die Tollwutimpfungen der Fuchsbestand zugenommen hat. Da auch der Lebensraum der Füchse immer kleiner wird, halten sich immer mehr Tiere auch in stadtnahen Wäldern und Gärten auf. So steigt auch die Gefahr der Infektion mit dem Fuchsbandwurm. Eigentlich ist der Fuchs der Wirt für den Parasiten, aber auch der Mensch kann mit dem Fuchsbandwurm infiziert werden.

So sieht ein stark vergrößerter Fuchsbandwurm aus.

Ein Parasit

Bandwürmer sind Parasiten, also Schmarotzer, die ihre Nahrung anderen Lebewesen, die deshalb Wirt genannt werden, entnehmen. Parasiten ziehen bei diesem Wirt ein und halten sich vorübergehend oder dauerhaft in dessen Körper auf. Der Fuchsbandwurm wechselt während seiner Entwicklung mehrmals den Wirt. Der Name der einzelnen Bandwürmer kommt von den jeweiligen Wirten, wie z.B. Fisch-, Hunde-, Rinder- oder Schweinebandwurm. Der normale Wirt des Fuchsbandwurms ist also der Fuchs.

Wie sieht der Wurm aus und wo lebt er normalerweise?

Der Fuchsbandwurm ist maximal 5 Millimeter lang. Er besteht aus einem Kopf mit Saugnäpfen, mit denen er sich an die Darmwand heftet und aus 3 bis 5 Körpergliedern. Der Bandwurm lebt im Dünndarm seines Hauptwirtes, also normalerweise dem Fuchs. Sobald die nachwachsenden Körperglieder voll reifer Eier sind, werden sie mit dem Kot ausgeschieden und gelangen so in die Umwelt. Aus jedem Bandwurmglied, das abgestoßen wird, entstehen rund 300 Eier.

Den Füchsen schadet der Fuchsbandwurm fast nicht.

So genannte Zwischenwirte, vor allem kleine Nager wie Feld- und Mühlmäuse oder Kaninchen nehmen die Eier mit ihrer Nahrung auf. Im Mäusedarm schlüpft eine Larve, durchbohrt die Darmwand und gelangt über den Blutstrom in die inneren Organe, vornehmlich die Leber. Dort vermehren sich diese so genannten "Bandwurmfinnen" durch Teilung. Der Fuchs frisst wiederum die erkrankten Mäuse, so dass die Bandwurmfinne in seinen Dünndarm gelangt, wo sie sich zum geschlechtsreifen Bandwurm entwickelt.

Befallene Mäuse können aber auch von Hunden und Katzen gefressen werden. Dadurch werden auch sie zu Wirten und Überträgern.

Kann auch der Mensch befallen werden?

Die eigentlichen Zwischenwirte für den Fuchsbandwurm sind Kleinnager. In seltenen Fällen kann aber auch der Mensch als so genannter Fehlzwischenwirt in Frage kommen. Und zwar dann, wenn der Mensch zufällig die Eier durch direkten Kontakt mit befallenen Tieren, wie erlegten Füchsen oder befallenen Hunden und Katzen oder über Lebensmittel wie rohe Waldfrüchte, Pilze, Fallobst, Gemüse oder Kräuter über den Mund aufnimmt.

In seiner Leber entwickelt sich dann ebenfalls das Larvenstadium. Es wächst sehr langsam, breitet sich aus und zerstört das Lebergewebe. Diese Erkrankung wird als Echinokokkose bezeichnet und macht sich oft erst Jahre nach Aufnahme der Eier bemerkbar, da sich die Bandwurmlarve im Menschen nur sehr langsam entwickelt.

Wie schütze ich mich?

Waldfrüchte wie Beeren und Pilze, auch Früchte aus Freilandkulturen sollte man nicht essen, ohne sie vorher zu waschen! Das vermindert das Risiko.

Kocht, bäckt oder brät man entsprechendes Obst oder Pilze werden die Bandwurmeier sicher abgetötet. Sie überleben das Erhitzen auf Temperaturen über 60 Â Celsius nicht.

Tiefgefrieren bei - 20 Â C oder das Einlegen von Früchten in Alkohol schadet den Bandwürmern dagegen nicht und hilft dementsprechend auch nicht.

Sollte man einen Fuchs tot auffinden: Immer nur mit Plastikhandschuhen anfassen und für den Transport in Plastiksäcke verpacken. Besonders vorsichtig sollten auf jeden Fall Förster, Jäger oder Waldarbeiter sein.

Nach dem Arbeiten mit Erde, z. B. nach Wald- Garten- oder Feldarbeiten, Hände gründlich waschen.

Und Hunde und Katzen sollten regelmäßig nach tierärztlicher Anweisung entwurmt werden. Und man sollte sich natürlich immer wieder die Hände waschen, wenn man das Tier gestreichelt hat.

Werden viele Menschen befallen?

Nur wenig Menschen haben sich bisher mit dem Fuchsbandwurm infiziert. Auch bedeutet eine Infektion noch lange keine Erkrankung. Man schätzt, dass von neun bis zehn infizierten Menschen eine Person tatsächlich erkrankt. Ist man dann allerdings tatsächlich erkrankt sind die Heilungschancen eher gering.

Also insgesamt ist ein Risiko sich den Fuchsbandwurm zu holen relativ gering. Dennoch ist es natürlich ratsam, sich an die oben genannten Tipps zu halten und vor allem keine Wald- oder Freilandfrüchte oder gemüse und Kräuter sowie Pilze ungewaschen zu essen!

Weitere Linktipps zum Thema:

In der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia, beim Online-Angebot des Tierarztverbandes oder beim Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten.

-ab-06.08.04 Text / Fotos: CD Medicine; Nature, Wildlife and the Environement.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt