Wird Walfang wieder erlaubt?

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Wird Walfang wieder erlaubt?

Von 19. bis 23. Juli 2004 tagt die Internationale Walfangkommission (IWC) in Sorrent in Italien. In dieser Organisation sitzen Staaten, die den Walfang bekämpfen wie auch solche, die ihn unterstützen.

Da in diesem Jahr einige Staaten neu beigetreten sind, die das Töten von Walen befürworten, könnte sich das Mehrheitsverhältnis der Kommission zugunsten der Walfänger verschieben. Das kann verheerende Folgen für die bedrohten Walarten auf der ganzen Welt haben.

Walfang soll wieder erlaubt werden

Einige Länder haben besonderes Interesse am Walfang. Dazu gehören Norwegen, Japan und Island. Sie versuchen, den Walfang für wirtschaftliche Zwecke wieder einzuführen. Zwar sollen bestimmte Fangquoten dafür sorgen, dass die Arten erhalten bleiben, doch Walschutzorganisationen wie die WDCS (Whale and Dolphin Conservation Society) zweifeln daran, dass solche Abmachungen eingehalten werden und dass sie sinnvoll sind.

Schließlich nimmt die Verschmutzung der Weltmeere immer stärker zu, was allein die Wale schon ständig höheren Gefährdungen aussetzt. Außerdem ist die Reproduktionsrate der meisten Walarten sehr gering, d.h. sie bekommen nur sehr wenig Junge und es dauert lange, bis diese selbst im fortpflanzungsfähigen Alter sind.

Ein weiteres Problem ist, dass das Walfangverbot auch bisher schon nur für größere Walarten galt, kleinere Arten wie beispielsweise der Narwal und viele Delfine werden jedoch weiterhin gejagt.

Walfang unsinnig

Früher wurden Wale gejagt, weil sie viele wertvolle Rohstoffe lieferten, vom Walfleisch angefangen über Tran, Knochen und viele andere Substanzen. Heute können alle diese Erzeugnisse durch andere, zum Teil pflanzliche oder künstlich hergestellte Produkte ersetzt werden.

In Japan ist Walfleisch zwar als Delikatesse beliebt, jedoch kein Grundnahrungsmittel. Außerdem ist Walfleisch heute so stark durch Umweltgifte belastet, dass es zum Verzehr ungeeignet ist.

Häufig lohnt sich das Fangen von Walen wirtschaftlich überhaupt nicht. Ein Beispiel dafür ist die Situation in Island. Dort wurde 1989 der Walfang eingestellt. 1991 begann man mit der Walbeobachtung, einem Wirtschaftszweig, der für den Tourismus immer interessanter wurde.

Schon bald wurde mit Walbeobachtungstouren viel mehr Geld eingenommen als früher mit dem Walfang. 2003 startete Island jedoch erneut die Waljagd, angeblich aus wissenschaftlichen Gründen. Nicht nur für den Tourismus wirkte sich dieser Sinneswandel sehr negativ aus.

Das Argument, dass der Walfang aus wissenschaftlichen Gründen nötig sei, wird von vielen Meeresforschern bestritten. Für sie ist es in der Regel wesentlich aufschlussreicher, die Wale lebend in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.

Mehr über den Walfang auf der ganzen Welt und was ihr dagegen tun könnt, erfahrt ihr bei der Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS).

Viele Infos über das Leben der Wale gibts hier und im WAS IST WAS Band 85 Wale und Delphine.

Text: LM - 19.07.04, Logo: Internationale Walfangkommission.

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