Was ist ein Pferdeflüsterer?

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Was ist ein Pferdeflüsterer?

Diese Frage stellt Maurice-Björn aus Usingen.

Berühmt wurde die Arbeit der Pferdeflüsterer vor allem durch einen Mann: Monty Roberts aus Kalifornien. Monty Roberts hat eine ganz besondere Art mit Pferden umzugehen. "Pferdeflüsterer" ist dabei eigentlich bildlich gemeint. Es steht für einen Menschen, der vorsichtig und sensibel mit den Tieren umgeht, der ihnen nichts durch Zwang und Härte aufdrängt oder beibringt. Grundlage der Arbeit ist das absolute Vertrauen zwischen Mensch und Tier.

Pferdeflüsterer kennen die Körpersprache der Tiere. Sie gebrauchen sie selbst, um den Pferden die Angst zu nehmen und um ihnen Dinge gewaltfrei beizubringen. Monty Roberts flüstert oder spricht während seiner Arbeit nicht mit den Pferden. Wenn überhaupt, erklärt er seine Bewegungen und Aktionen den zuschauenden Reitern und Pferdefreunden. Sie kommen auf seine Farm oder zu seinen Seminaren um von ihm seine Methode zu lernen.

Monty Roberts lehrt auf seiner Farm "Flag is Up Farms" im kalifornischen Santa Ynez Valley. Roberts wurde 1935 geboren. Schon als Kind ritt er auf Turnieren und weigerte sich dabei die Pferde auf die herkömmliche, brutale Weise zuzureiten.

Monty Roberts beobachtete die Pferde sehr intensiv und lernte im täglichen Umgang mit den Vierbeinern, welche Bewegung sie aus welchem Grund machten. Er sah sich die wilden Mustangs und ihr Verhalten genau an. Dabei erkennt man, wie sich die Pferde, je nach ihrem Rang in der Herde verhalten. Und das ist es, was der Mensch wiederum lernen muss. Der Mensch muss dem Tier mit seiner eigenen Körpersprache zeigen, dass er das ranghöchste Tier ist - dann akzeptiert ein Pferd einen Menschen sozusagen als "Leittier".

Roberts lernte aber auch die Körpersprache der Tiere in menschliche Bewegungen zu übersetzen. Sein Ziel war es Pferden Dinge beizubringen, weil sie es selbst lernen wollten, nicht weil sie mussten.

In einer völlig gewaltfreien Atmosphäre schafft es Monty mit seiner einfühlsamen Art in weniger als einer halben Stunde, dass ein wildes Pferd einen Sattel, ein Zaumzeug und schließlich sogar einen Reiter erstmals auf sich duldet. Diese Methode, die er "Join-Up" nennt, stellt aber erst den Anfang der Zusammenarbeit von Tier und Mensch dar.

Misshandelte, erkrankte oder stark verängstigte Tiere auf der ganzen Welt, hat Monty Roberts mittlerweile mit seiner Methode erfolgreich behandelt und es gibt auch Schüler von ihm und andere Pferdeflüsterer, die auf diese Weise sehr erfolgreich arbeiten.

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