Warum springen Delfine durch Reifen?

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Warum springen Delfine durch Reifen?

Sind Delfine deshalb klug? Oder machen sie es aus Langeweile? Die größte Familie der Zahnwale wird immer wieder als sehr intelligent beschrieben. Sind Delfine wirklich schlau? Diese Frage stellt Leonard aus Köln.

Delfine können schnell Übungen nachmachen und lernen gern und schnell Dressuren, da sie sehr verspielt sind. Diese Tatsache wurde früher von manchen Forschern auch mit klug gleichgesetzt. Andere Forscher sahen darin dagegen den Beweis, dass diese Tiere eher als dumm zu bezeichnen wären, weil sie alles nachmachen, ohne eigentlich denken zu müssen. Auf jeden Fall lernen sie, wenn sie wollen, sehr schnell. Sie machen manche Übungen, um sich nicht zu langweilen und es fällt ihnen aufgrund ihres ausgeprägten Sozialverhaltens in der Gruppe nicht schwer, einen Tierwärter oder Tiertrainer anzuerkennen und ihm in seinen Aufforderungen zu folgen.

Tatsächlich wurde immer wieder behauptet, dass Delfine besonders kluge Tiere sind, unter anderem, weil sie im Vergleich zu anderen Lebewesen über ein außergewöhnlich großes Gehirn verfügen. Allerdings haben neueste Forschungen ergeben, dass die Tiere gar nicht so überdurchschnittlich klug sind. Denn ihr Hirn ist zwar groß, aber es hat eine sehr einfach aufgebaute Struktur.

Der Biologe Lorenzo von Fersen vom Nürnberger Tiergarten ist ein Spezialist für Delfine. Er hat gemeinsam mit einem Kollegen in einem argentinischen Meeresforschungsinstitut die Delfine, ihre Gehirne und ihr Verhalten untersucht. Die beiden Forscher kamen zu folgenden Resultaten:

Die meisten Säugetiere verfügen über eine sechsschichtige Hirnrinde. Delfine haben nur eine Hirnrinde aus fünf Schichten. Es fehlt gerade die Schicht, die die ganzen Eingänge aus den tieferliegenden Strukturen des Gehirns in die Hirnrinde hineinleitet.

Wenn man diese Hirnrinde in regelmäßige Säulen unterteilt und die Nervenzellen in diesen Säulen zählt, so hat man bei Mäusen, bei Ratten, bei Hunden, Katzen, verschiedenen Affen und auch bei uns ungefähr 110 Nervenzellen pro Säule. Bei Delfinen wurden nur 23 gefunden. Die Hirnrinde des Delfins hat zwar eine große Oberfläche und weist viele Windungen auf, ist aber nur dünn und locker aufgebaut. Das ist ein eindeutiger Nachteil gegenüber dem vielzelligeren Gehirn von Landsäugetieren. Letztendlich bedeutet das, dass die neugierigen und spielfreudigen Tiere nicht intelligenter sein sollen, als andere Tiere auch.

Allerdings gilt es neben dem Hirn auch das Sozialverhalten zu erforschen, also wie diese Tiere sich verständigen, miteinander leben etc. Delfine sind Gruppentiere und leben in so genannten Schulen. In freien Gewässern ist es schwierig, sie zu erforschen. Daher gehen die meisten Erkenntnisse über das Verhalten der Delfine auf Tiere in Zoos oder Delfinarien zurück.

So untersuchen die Forscher noch immer die Tiere, doch ein endgültiges Ergebnis über die Intelligenz von Delfinen steht noch nicht fest.

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