Sensation! Ein Dino als Haustier!

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Sensation! Ein Dino als Haustier!

Fred Feuerstein hat einen - er ist treu und stürmisch wie ein junger Hund. Was bisher nur eine lustige Zeichentrick-Idee war, könnte bald Wirklichkeit werden. US-Amerikanische Wissenschaftler haben aus Knochenresten einen kleinen Dino geklont, der so familienfreundlich sein soll, dass geplant wird, ihn jetzt als Haustier anzubieten. Weil er zu den Entenschnabeldinosauriern gehört, haben die Wissenschaftler ihn Donald getauft.

Der Schriftsteller Michael Crichton hatte es in seinem Roman Jurassic Park vorweg genommen: Was passiert, wenn Dinos aus ihrem Erbmaterial geklont und wieder zum Leben erweckt werden? Keine Angst, so eine schlimme Geschichte ist es in Wirklichkeit nicht geworden. Der geklonte Mini-Dino Donald ist sehr lieb und hat seine Pfleger so begeistert, dass sie mehr von seiner Art herstellen wollen.

Kleiner Entenschnabeldinosaurier

Millionen von Jahren ist es her, dass Dinosaurier die Erde bevölkerten - doch die Riesen der Urzeit üben eine ungebrochene Faszination auf uns Menschen aus. Allen voran natürlich die Wissenschaftler, die sie erforschen dürfen. Da sind die Archäologen, die die Funde ausgraben und die Paläontologen, die sie einordnen. Fast schon ein Zungenbrecher ist es, das Wort Paläontologie. Es kommt von altgriechisch palaios = alt, ontos = das Seiende und logos = Lehre heißt also so viel wie die Lehre vom alten Seienden. Paläontologie ist demnach die Wissenschaft von den Lebewesen vergangener Erdzeitalter.



Im April 2001 fanden US-Wissenschaftler in der kalifornischen Wüste Überreste eines kleinen Dinosauriers. Sie nannten ihn Pachy-Aprilosaurus. Vom Aussehen her gehört er zu Gattung Lambeosaurus (Lambes Echse"), ist allerdings deutlich kleiner. Mit bis zu 15 Metern Länge und einer Höhe von 4 - 6 Metern ist der Lambeosaurus der größte Vertreter der Entenschnabeldinosaurier (Hadrosauridae). Gelebt hat er vor etwa 80 Millionen Jahren in ganz Nordamerika. Der kanadische Wissenschaftler Lawrence Lambe (18631919) beschrieb ihn als Stephanosaurus. Doch William A. Parks (18681939) benannte ihn, zur Erinnernung an Lambe, 1923 in Lambeosaurus um.



Zunächst hielten die Wissenschaftler den neu entdeckten Pachy-Aprilosaurus für einen jungen Lambeosaurus. Doch beim Zusammensetzen des Knochenpuzzles wurden immer mehr Abweichungen entdeckt, so dass bald offensichtlich war, dass es kein Jungtier sein konnte.

Neue Erkenntnisse durch Klonen

Hilfe bekamen die Paläontologen bald von den Genforschern. Will Brainpril erhielt die Erlaubnis, die DNA-Struktur des Dinos zu erforschen und entdeckte, dass sie sehr gut erhalten war. Die extrahierte DNA pflanzte er in ein Schildkrötenei und legte es auf die Fensterbank. Die Überraschung war groß, als aus dem Ei eine panzerlose Schildkröte schlüpfte, die einem kleinen Känguru ähnelte. Brainpril konnte es selbst kaum glauben: Er hatte tatsächlich einen Dinosaurier geklont.

Aus dem Labor ins Wohnzimmer

Brainpril nannte seine Schöpfung Donald, nach Donald Duck. Ungefähr nach einem halben Jahr war der kleine Dino ausgewachsen. Er ist nicht größer als ein Bernhardinerhund und ernährt sich ausschließlich von Pflanzen. Wie alle Entenschnabeldinosaurier hat auch Donald ein auffälliges Knochengebilde auf dem Kopf. In seinem Schnabel stecken über 1000 winzige kantige Zähnchen, die in Batterien zusammengefügt eine Kaufläche mit feilenartiger Oberfläche ergeben. Die große Zunge drückt die Pflanzennahrung zwischen diese Batterien in die richtige Lage zum Kauen. Wangen und Backentaschen schließen das Maul nach Außen hin ab. Seine bevorzugte Nahrung sind Nadelbäume.



Die Theorie, dass Entenschnabeldinosaurier gesellige Tiere gewesen sein müssen, ist durch Donald inzwischen bestätigt worden. Er wich seinem Schöpfer nicht von der Seite und verhielt sich wie ein treuer Hund. Weil Donald am Abend immer so traurig war, wenn Will das Labor verließ, nahm er ihn schließlich mit nach Hause. Dort erwies Donald sich als stubenreiner und genügsamer Hausgenosse. Einen unerwarteten Zwischenfall gab es allerdings an Weihnachten: Donald konnte nicht wissen, was ein Christbaum ist und dachte, sein Herrchen habe da eine besonders tolle Leckerei für ihn aufgestellt.

Donalds Familie

Um die Forschungen zu vertiefen, wiederholte Will Brainpril das Experiment noch einige Male. Bald schlüpften aus Schildkröteneiern Dagobert, Daffy, Daisy, Tick, Trick und Track. Sie alle erwiesen sich als friedvolle Wesen und perfekte Hausgenossen. Brainpril ließ sich sein Verfahren patentieren und gründete eine Vertriebsfirma. Ziel ist es, die Dinos als Haustiere zu vermarkten. "Die Menschen leben mit Riesenschlangen und Waranen zusammen", sagte Brainpril auf seiner ersten Pressekonferenz. "Da ist auch Platz für einen kleinen Dinosaurier - zumal der nicht einmal ein Terrarium benötigt und gesellig ist wie ein Hund."

Erst im Zoo, dann in der Zoohandlung

Bis es Donald als Haustier geben wird, dauert es aber noch einige Zeit. Zunächst sollen die Zoos zum Zuge kommen. So hat der Nürnberger Tiergarten als erster in Deutschland einen Donald für den Kinderzoo bestellt. "Donald ist ideal", hat Tiergartendirektor Dag Encke bestätigt. "Wenn unser Eisbär Flocke groß ist und das Interesse nachlässt, haben wir die nächste Attraktion im Haus: Ich denke aber nicht, dass wir ihn bei uns auch Donald nennen werden. Das wäre langweilig, wenn er überall so heißen müsste. Wir werden zu gegebener Zeit einen Namenswettbewerb ausschreiben, wie wir das auch bei Flocke gemacht haben."

Dafür bleibt ein Jahr Zeit. Im April 2009 soll die exakte Donald-Kopie in Nürnberg zu sehen sein. Einen Matrosenanzug will man ihm übrigens nicht anziehen.



Roland Rosenbauer 1. 4. 2008, Bilder: Tessloff-Verlag

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