Saurier Erfolgsmodelle der Evolution

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Saurier Erfolgsmodelle der Evolution

250 Millionen Jahre lang bevölkerten Saurier unsere Erde. Sie lebten aber nicht nur in weit entfernten Regionen, sondern auch in Deutschland. Doch wie sah es damals hier aus, welche Pflanzen wuchsen und welche Dinos waren hier zuhause? Die Saurier-Ausstellung im Stuttgarter Naturkundemuseum nimmt euch mit auf eine Zeitreise während der ihr die Lebenswelten der Urzeitriesen kennen lernt. Ob Batrachotomus, Dakosaurus oder Geosaurus sie alle wurden nach Fossilienfunden aus Baden-Württemberg in Originalgröße nachgebaut und sind in einer lebensechten Umgebung zu sehen.


Foto: Batrachotomus, der Amphibienschlächter ca. 230 Mio. Jahre alt, aus dem Lettenkeuper.



Sechs Stationen könnt ihr auf eurer Zeitreise durchlaufen. Jede Station besteht aus einem naturgetreu gestalteten und teilweise sogar begehbaren Lebensraum der Vorzeit. Fossilien von jedem dargestellten Saurier wurden bei Grabungen in Baden-Württemberg gefunden.  Fundszenen mit Grabungswerkzeug, Bergungsmethoden und Plänen veranschaulichen die Arbeit der Forscher .

Auf Zeitreise durchs Erdmittelalter


Foto: Lebensraum aus der Zeit des Buntsandsteins vor ca. 245 Mio. Jahren mit einem Arizonasaurus.

Im Buntsandstein fasziniert das nach über einem Jahrhundert erst kürzlich gelöste Rätsel des Handtiers Chirotherium. Die Muschelkalkzeit versetzt euch unter Wasser, zwischen Rifftürme, Seeliliengärten und Meeressaurier. Im Unteren Keuper lauert das größte Amphib der Erdgeschichte unter Wasser, während oberhalb Batrachotomus, der Amphibienschlächter, durch die Schachtelhalmsümpfe trabt.

Die obere Keuperzeit bringt uns in die Zeit der ältesten Dinosaurier. Hier erlebt ihr das Wappentier des Museums, den Schwäbische Lindwurm Plateosaurus, in völlig neuer wissenschaftlicher Rekonstruktion. Im Jurameer beeindrucken zunächst die gewaltigen Meeresechsen des Schwarzen Juras, dann die dramatische (und, wie Fossilien beweisen, erfolgreiche) Jagd des Riesenkrokodils Dakosaurus auf seinen kleinen Vetter Geosaurus über der lichtdurchfluteten, bunten Lagune von Nusplingen (Weißer Jura).

Wie arbeiten Paläontologen?


Foto: Liliensternus war ein Raubsaurier und lebte vor 210 Mio. Jahren in Baden-Württemberg.

Eng verzahnt sind diese sechs Zeitschnitte mit der Klärung vieler grundsätzlicher Fragen: Wie entdeckt man Saurier? Wie sieht eine Grabung im Gelände aus, wie wird dort gearbeitet? Wie präpariert man die fossilen Knochen? Wie kommt man vom ungeordneten und allzu oft nur bruchstückhaften und zerdrückten Knochenhaufen zum lebensechten Modell?

 

 

Hier gibt nicht nur die Ausstellung selbst viele Antworten; zur Saurier-Schau gehört auch ein Präparatorium, in dem ihr den Fachleuten bei der Arbeit über die Schulter schauen könnt und alle Fragen stellen könnt, die bis dahin noch offen geblieben sind. Im Rahmen verschiedener Workshops könnt ihr euch aber auch selbst Antworten erarbeiten, rätselhafte Spuren entschlüsseln, eure eigenen Saurier rekonstruieren und somit ausprobieren, wie Paläontologen arbeiten.


Fast schon ein Zungenbrecher ist es, das Wort Paläontologie. Doch was bedeutet es eigentlich? Paläontologie kommt von altgriechisch palaios = alt, ontos = das Seiende und logos = Lehre heißt also so viel wie die Lehre vom alten Seienden. Paläontologie ist demnach die Wissenschaft von den Lebewesen vergangener Erdzeitalter.

Foto: Gresslyosaurus, der größte Stuttgarter aller Zeiten, lebte zur Zeit des Stubensandstein vor ca. 210 Mio. Jahren.

Ausgestorben und dennoch erfolgreich?


Foto: Allosaurus

Bleibt noch eine abschließende Titelklärung: Saurier Erfolgsmodelle der Evolution? Immerhin 170 Millionen Jahre haben Dino- und andere Saurier die Erde besiedelt. Und entgegen landläufiger Meinung sind sie keineswegs ausgestorben.

Sie haben überlebt! Ja, mehr noch, sie stellen auch heute noch die artenreichste Gruppe der Landwirbeltiere. Nur nennen wir sie heute anders, nämlich Vögel. Dieser verblüffenden Abstammungsgeschichte ist ein eigener Ausstellungsbereich gewidmet.

 

 

Informationen

Ihr könnt die Ausstellung noch bis zum 30. September 2007 zu folgenden Zeiten besuchen:

Di-Fr: 9-18 Uhr, Mi: 9-20 Uhr, Sa, So, Feiertags: 10-19 Uhr. Mo geschlossen.

Ort:

Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart

Museum am Löwentor

Rosenstein 1

70191 Stuttgart

Tel: 0711-8936-0

Die Internetseite zur Ausstellung findet ihr hier.

Außerdem gibts eine eigene Kinderseite zur Dino-Ausstellung mit zwei Themenbereichen: Fragen und Antworten rund um die Saurier sowie ein Computerspiel, mit dem ihr euch auf eine virtuelle Reise ins Erdmittelalter begeben könnt. 

Mehr über Dinosaurier und Fossilien (versteinerte Tiere und Pflanzen aus früheren Erdzeitaltern) lest ihr im WAS IST WAS Band 15 Dinosaurier sowie im WAS IST WAS Band 69 Fossilien.

Text: 22.06.07, -lm- (basierend auf www.saurier2007.de) - Fotos: Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart, R. Pfisterer.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt