Lahmer T-Rex?

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Lahmer T-Rex?

David Carrier und seine Kollegen von der University of Utah haben ein interessantes Experiment unternommen um zu überprüfen ob die fleischfressenden Saurier wirklich so flink wie Raubkatzen waren. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass Allosaurus und Co. ziemlich träge Gesellen waren. Also nix mit Jurassic Park? Probier es selbst!

Das Experiment kannst du zu Hause nachmachen. Aber bitte nicht im Wohnzimmer! Du brauchst dafür eine Klappleiter und Tüten mit Gewichten. Lege die Leiter auf den Boden, stelle dich in die Mitte der Leiter und hebe sie hoch. O. k.? Die vordere Leiterhälfte ist jetzt dein Hals und die hintere Hälfte dein Schwanz. Wenn du jetzt (vorsichtig!) springst und dich dabei drehst, hast du schon ganz schön Probleme auf den Beinen zu bleiben. Auch beim Laufen um Kurven und Hindernisse kommst du ins Schleudern. Noch schlimmer wird das Ganze, wenn du gefüllte Einkaufstüten (am besten mit Kleidern) an die Leitersprossen hängst. Soweit das Experiment.

Was du damit bewiesen hast ist aber nur, dass es ziemlich blöd ist mit Leitern zu hüpfen. Die Schwerfälligkeit theropoder Saurier hast du nicht bewiesen. Das Raubsaurierfüße nicht in Turnschuhe passen ist dir klar. Und der Schwanz von T-Rex war nicht aus Holz oder Alu sondern ein ganz normales Teil des Tieres, muskulös und beweglich.

Natürlich kann man sich nicht vorstellen, wie ein afrikanischer Elefant aus vollem Lauf eine Vollbremsung vollzieht, man kann es kaum glauben, selbst wenn man es sieht. Aber man kann zweifelsfrei nachweisen, dass ein Forscher der 150 Kilogramm auf dem Rücken trägt und auf allen vieren kriecht, sofort zusammenbricht. Folglich können Elefanten nicht laufen. Alles klar?

Noch ´was: 1938 entdeckte Roland T. Bird versteinerte Fußspuren am Paluxy-River in Texas. Bei den Ausgrabungen 1940 wurde ihm klar, dass die Fußspuren ein Drama aus der Zeit vor 100 Millionen Jahren dokumentieren, den Angriff eines Raubsauriers (vermutl. Acrocanthosaurus) auf einen Sauropoden (vermutl. Pleurocoelus). Dabei war der Raubsaurier, welcher immerhin das Gewicht einer Elefantenkuh erreichte, wohl auch gesprungen. Es dürfte den Sauropoden kaum getröstet haben, dass in ferner Zukunft jemand behaupten würde, dass große Theropoden dazu kaum in der Lage seien.

Die langen Schwänze der Dinosaurier sind ihr bestes Kennzeichen und wir werden noch eine ganze Weile herumrätseln wozu diese dienten. Nicht überall sind die Funktionen so klar ersichtlich wie bei der Schwanzkeule des Ankylosaurus oder den Stacheln des Stegosaurus. Aber funktionslose Anhängsel waren sie sicher nicht, denn offensichtlich konnten die größten Raubsaurier eher auf kräftige Vorderbeine verzichten als auf ihren Schwanz.

13.09.01. - Bernhard Hildebrand

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