Kleine Parteien bei der Bundestagswahl 2009 Teil 1

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Kleine Parteien bei der Bundestagswahl 2009 Teil 1

Eigentlich sind es nur die großen Parteien, wie CDU, SPD, FDP, Grüne oder Linke, die bei der Bundestagswahl eine entscheidende Rolle spielen und ins Parlament einziehen. Doch daneben treten noch eine Vielzahl anderer, kleinerer Parteien bei der Wahl an. Diese werden oft belächelt, sodass ihre eigentlichen Ziele und Ansätze gar nicht richtig zur Geltung kommen. Hier stellen wir euch einige von ihnen vor.

Die Piratenpartei ist für gelockerte Urheberrechte und weniger Kopierschutz.


Die Piratenpartei

Die Piratenpartei gab es zunächst in Schweden, wo sie mittlerweile die drittmeisten Mitglieder aller schwedischen Parteien hat. In Deutschland gibt es sie als 2006. Die Piraten setzen sich vor allem für die freie Verbreitung von Medien und für den Schutz der Privatsphäre ein. Deshalb sind sie gegen Online-Durchsuchungen von Computern und für Datenschutz, um zu verhindern, dass die staatliche Überwachung zu sehr in den privaten Lebensbereich eingreift.

Außerdem tritt die Piratenpartei für die Umgestaltung der Urheber- und Patentrechte ein. Nach ihrer Ansicht sollte man ein Recht haben, Kopien seines Besitzes zu machen und andere daran teilhaben zu lassen. Dies betrifft vor allem Musik, Filme und Computerprogramme. Daher stand und steht die Partei in dem Ruf, die Partei der Raubkopierer zu sein, die sich illegal Musik und Filme über das Internet beschaffen. Die Partei arbeitet jedoch an Konzepten, die den freien Austausch von Medien ohne Nachteil für die Urheber ermöglichen.

Die ödp sprach sich schon immer gegen Atomenergie aus (hier 1999).



Die Ökologisch-Demokratische Partei (ödp)

Die ödp existiert seit 1982, nachdem sie sich von den Grünen abgestaltet hatte. Ihre Hauptanliegen sind die Umwelt- sowie die Familienpolitik. Beispielsweise spricht sich die ödp gegen Atomenergie aus und fordert einen Ausstieg aus dieser Art der Energiegewinnung. Daneben steht der Tierschutz und die artgerechte Haltung von Tieren im Vordergrund. Desweiteren will sie vor allem Familien mit geringerem Einkommen unterstützen und Kosten besser verteilen. Die Partei ist christlich geprägt, weswegen sie der Abtreibung, sowie Gentechnik skeptisch gegenüber steht.

Die Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo)

Die BüSo sieht ihre Schwerpunkte vor allem im Finanz- und Wirtschaftswesen. Sie sieht sich in ihrer These, das Finanzsystem der Welt werde zusammenbrechen, durch die derzeitige weltweite Krise bestätigt. Die BüSo will das Wirtschaftssystem komplett umgestalten und sogar die D-Mark wieder einführen. Sie ist außerdem gegen Klimaschutz und bestreitet, dass der Ausstoß von Gasen wie CO2 etwas mit dem Klimawandel zu tun haben. Stattdessen sollen mehr Atomreaktoren gebaut werden, und mit einer Transrapid-Strecke von Europa nach Asien der Dialog und die Handelsbeziehungen der beiden Kontinente verbessert werden.

Mensch Umwelt Tierschutz die Tierschutzpartei

Wie der Name schon vermuten lässt geht es dieser Partei hauptsächlich um Tierschutz. Das geht sogar so weit, dass Grundrechte für Tiere in die Verfassung aufgenommen werden sollen. Demnach hätten dann alle Tiere ein Recht auf Leben und man dürfte sie nicht mehr zur Herstellung von Pelz, zu Tierversuchen oder sogar wegen des Fleisches verwenden. Alle Deutschen müssten demnach vegetarisch leben. Desweiteren ist der Umweltschutz ein wichtiges Thema, sodass Atomenergie und Gentechnik abgelehnt werden. Außerdem setzt sie sich für sozial Benachteiligte, wie Behinderte oder Obdachlose ein.

Die Familien-Partei

Auch hier ist der Name Programm. Die Familien-Partei sieht ihr Hauptanliegen in der Familienpolitik. Sie setzt sich dafür ein, dass für eine Familie, die sich entscheidet ein Kind zu bekommen, keine finanzielle Benachteiligung im Vergleich mit kinderlosen Paaren erfährt. Deshalb sollten Familien mit Kindern ein Erziehungsgeld bekommen. Außerdem soll es für Paare, die keine Kinder bekommen können, leichter werden ein Kind zu adoptieren. So soll die Familie mit Kindern insgesamt gefördert werden.

Die Chrisliche Mitte (CM)

Die Christliche Mitte setzt sich für ein Deutschland nach Gottes Geboten ein, beruft sich also auf christliche und biblische Werte. Demnach stellen für die CM Abtreibung, gleichgeschlechtliche Partnerschaften und Pornografie eine Straftat dar, die verfolgt werden soll. Außerdem soll der Sexualkundeunterricht an Schulen verboten werden. Eigentlich wendet die CM gegen alles, was nicht der strengen christlichen Lehre entspricht, so etwa auch gegen Astrologie oder Harry-Potter-Romane.

Mehr Informationen

Mehr Informationen zu Politik Allgemein und zur Bundestagswahl im Besonderen findest du in unserem "Bundestagswahl-Spezial" oder bei Hanisauland.

Wer selbst einmal seine Meinung Politikern mitteilen möchte, kann an der Politikumfrage für Kinder von Unicef bei www.younicef.de/umfrage.html teilnehmen.

10.09.2009 // Text: Jan Wrede; Bilder: Vorschau: © Alexander Hauk, Piratenpartei: Piratenpartei Deutschland (cc-by-sa 2.0), ödp: ödp (pd)

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