J8 Jugendliche reden mit in der Weltpolitik

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J8 Jugendliche reden mit in der Weltpolitik

Vom 7.-9. Juli 2008 findet in Japan der G8-Gipfel statt, bei dem sich die Staats- und Regierungschefs der acht wichtigsten Industrienationen treffen und Pläne für die Zukunft machen. Gleichzeitig kommen 39 Jugendliche aus den G8-Staaten und aus sieben Entwicklungsländern zusammen um über Themen wie Klimawandel, Armut und Entwicklung und Globale Gesundheit zu diskutieren. Die Jugendlichen werden von den Politikern verlangen, dass sie ihre Versprechen auch einhalten und sich tatsächlich dafür einsetzen, dass den Ärmsten geholfen wird.

Foto von links: Julika, Nora, Alexander und Jasmin

Die deutschen Teilnehmer des Jugendgipfels sind Jasmin Astaki-Bardeh (16), Julika Prantner-Weber (16) und Nora Zech (16) aus Köln sowie Alexander Wegner (17) aus Rathenow in Brandenburg. Ihr Ziel ist es, die G8-Staats- und Regierungschefs zum Nachdenken und Handeln zu bewegen und sie an ihre Versprechen vergangener Gipfel zu erinnern.

In den letzten Jahren haben die Politiker zwar viele Hilfen für die Menschen in den Entwicklungsländern zugesagt aber lange nicht alle diese Versprechen auch tatsächlich umgesetzt. Deshalb verlangen die Jugendlichen nun einen Umsetzungsbericht, in dem jeder nachlesen kann, was sie wirklich gemacht haben.

Mitreden und mitbestimmen

Die vier Jugendlichen wollen eine Stimme sein für alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Denn schließlich seid ihr als Generation von morgen direkt von den Entscheidungen der Politiker von heute betroffen. Deshalb wollen die vier stellvertretend für ihre Generation ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen und sich schon jetzt an den politischen Prozessen beteiligen.

Ganz konkret fordert das deutsche J8-Team darum folgendes:

  • dass die extreme Armut auf der Welt bis zum Jahr 2015 halbiert wird,
  • dass alle Länder so zusammen arbeiten, dass die Entwicklungsländer davon profitieren,
  • dass schnell und nachhaltig etwas für den Klimaschutz unternommen wird,
  • dass besser über HIV/AIDS aufgeklärt wird und dass Organisationen Geld bekommen, die diese Arbeit vor Ort tun.


Mit 35 Jugendlichen aus den anderen Industriestaaten sowie aus sieben Entwicklungsländern werden die vier Deutschen in Arbeitsgruppen diskutieren und gemeinsam die Forderungen erarbeiten, die sie am 7. Juli 2008 den Politikern vorstellen werden.

G-8 Was ist das?

 

Die G8 sind ein Forum der Staats- und Regierungschefs der sieben reichsten Industrieländer und Russlands. Die Gruppe ist keine internationale Organisation, sie besitzt weder eine eigene Verwaltung noch eine permanente Vertretung ihrer Mitglieder.

 

1975 trafen sich in Frankreich zum ersten Mal Staats- und Regierungschefs wichtiger Industrienationen, um die Entwicklungen der Weltwirtschaft zu diskutieren. Heute gehören der G8 Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, die Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada (seit 1976) und Russland (seit 1998) an. Außerdem ist die Europäische Kommission bei allen Treffen vertreten.


Die Themen, die von den Politikern diskutiert werden, umfassen mittlerweile das gesamte Spektrum globaler Politik. Neben der Wirtschaftspolitik werden außen- und sicherheitspolitische, aber auch entwicklungspolitische Themen angesprochen.

Es gibt jedoch viele Kritiker, allen voran die internationale Bewegung attac, die den Zusammenschluss der G8-Staaten als undemokratisch ablehnen, weil aus ihrer Sicht eine Politik betrieben wird, die nur den reichen und mächtigen Staaten zugute kommt. Attac setzt sich dafür ein, Wohlstand für alle zu schaffen, soziale Menschenrechte weltweit durchzusetzen und fordert eine solidarische Wirtschaftsordnung, die Mensch und Umwelt ins Zentrum stellt

Text: Lm / RR, 02.07.08; Fotos: unicef.

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