Die Frage der Woche: Wie wird der Bundespräsident gewählt?

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Die Frage der Woche: Wie wird der Bundespräsident gewählt?

Jeden Samstag beantworten wir euch Fragen zu allen möglichen Themen. Heute fragt uns Martin N. aus Bamberg: "Wie wird der Bundespräsident gewählt?" Hier erfahrt ihr die Antwort ...

Der Bundespräsident ist das Staatsoberhaupt und der höchste Repräsentant der Bundesrepublik Deutschland.

Er wird von der Bundesversammlung für fünf Jahre gewählt. Eine Wiederwahl ist nur ein Mal möglich.




Die Bundesversammlung besteht aus allen Mitgliedern des Bundestages und einer gleichen Zahl von den Landtagen bestimmter Mitglieder.

Zum Bundespräsidenten kann man erst ab dem vollendeten 40. Lebensjahr gewählt werden.

Der 10. Bundespräsident ist zurückgetreten



Am 18. März 2012 bekommt Deutschland einen neuen Bundespräsidenten. Normalerweise wird das Staatsoberhaupt am 23. Mai gewählt, dem Tag des Grundgesetzes.

Wegen des überraschenden Rücktritts von Christian Wulff war dieser Termin jedoch nicht möglich.



Die Aufgaben eines Bundespräsidenten:


Der Amtssitz des Bundespräsidenten: Das Schloss Bellevue in Berlin.

- Der Bundespräsident vertritt die Bundesrepublik Deutschland, er repräsentiert sein Land.

- Er vertritt es völkerrechtlich und beglaubigt die diplomatischen Vertreter.

- Auf Vorschlag des Bundeskanzlers entlässt und ernennt er die Bundesminister, Bundesrichter und Bundesbeamten.

- Er schlägt dem Bundestag den Bundeskanzler zur Wahl vor. Auf Vorschlag des Bundestages entlässt oder ernennt er ihn.

- Er übt das Begnadigungsrecht aus.

- Er fertigt die Bundesgesetze aus, verkündigt sie und prüft die Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen.

Die Bundesversammlung wählt den Bundespräsidenten



Den Vorsitz der Bundesversammlung führt der Bundestagspräsident. Die 14. Bundesversammlung setzte sich bei der letzten Wahl im Jahr 2010 aus den 622 Mitgliedern des Bundestages und 622 von den Landtagen bestimmter Mitglieder zusammen. Im 3. Wahlgang fielen von 1244 möglichen Stimmen 625 auf Christian Wulff.

Querschnitt der Bevölkerung

Die Zusammensetzung der Wahlberechtigten soll einen repräsentativen Durchschnitt der Bevölkerung darstellen. Dazu wird die Gesamtbevölkerungszahl, die vom statistischen Bundesamt ermittelt wird, herangezogen: Insgesamt leben rund 82 Millionen Menschen in Deutschland.

Dann wird überprüft, wie viele Bürger auf die einzelnen Bundesländer fallen und ausgerechnet, wie viel Prozent von der gesamten Anzahl das sind. Je nachdem wie viele Menschen in einem Bundesland leben, bekommt es dann Wahlmänner und frauen zugesprochen, die neben den Mitgliedern des Bundestags den Bundespräsidenten wählen. So hatte Bremen, als Bundesland mit den wenigsten Bürgern fünf Delegierte zur Wahl geschickt, Nordrhein-Westfalen mit den meisten Menschen, 131.

Wahlmänner und frauen

Je nachdem, welche Parteien nun in einem Bundesland das Sagen haben, werden die Wahlmänner und frauen auf die einzelnen Parteien verteilt. Die Parteien können aber auch gemeinsame Wahlmänner nach Berlin schicken, sozusagen eine gemeinsame Liste machen.

 

Die einzelnen Landtage wählten im Vorfeld die jeweils zur Verfügung stehenden Wahlmänner und frauen. Meistens bekannte und erfolgreiche Menschen aus Politik, Wirtschaft, Kultur oder Sport.


In der 14. Bundesversammlung verfügten Union und FDP mit 644 der 1244 Sitze über eine absolute Mehrheit.

Wer kann Bundespräsident werden?

Im Artikel 54 Absatz 1 des Grundgesetzes steht, dass zum Bundespräsidenten gewählt werden kann, wer deutscher Staatsangehöriger ist, das Wahlrecht zum Bundestag besitzt und mindestens 40 Jahre alt ist.

Jedes Mitglied der Bundesversammlung darf Vorschläge einreichen. Allerdings muss einem Vorschlag die schriftliche Zustimmungserklärung des Vorgeschlagenen beigefügt werden (§ 9 Absatz 1 BPräsWahlG).

Die Wahl gewinnt, wer die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen kann. Die Wahl ist geheim und die Stimmen werden alphabetisch nach Namen abgegeben.

Wenn ihr euch für den Bundespräsidenten interessiert: unter www.bundespraesident.de findet ihr die offizielle Seite.

Mehr über die Deutsche Geschichte erfahrt ihr im  WAS IST WAS Band 126 Deutschland.

 Text: RR, Stand: 22. 2. 2012, Fotos: Wulff: Wikipedia (Martina Nolte; cc by-sa 3.0); Gauck: Wikipedia (Tohma; cc by-sa 3.0); Bellevue: Wikipedia (Raimon Spekking GNU)





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