Der Weltbevölkerungsbericht 2010

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Der Weltbevölkerungsbericht 2010

Der Weltbevölkerungsbericht 2010 wurde am 20. Oktober vom UN-Bevölkerungsfonds in Berlin vorgestellt. Er berichtet von Menschen in Krisengebieten. Dort mangelt es vor allem Frauen an Unterstützung.

Der UNFTA


Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (kurz UNFTA) existiert seit 1967 und dient zur Finanzierung von Bevölkerungsprogrammen. So will man die Situation von Menschen in den ärmsten Teilen der Welt und in Krisenregionen verbessern. Vor allem das Bildungs- und das Gesundheitswesen soll durch den Fonds gestärkt werden.


Frauen sind die wichtigste Säule für eine gute Entwicklung in einer Gesellschaft.

Seit 1969 wird vom UNFTA jährlich der Weltbevölkerungsbericht veröffentlicht. Er macht auf die Probleme aufmerksam und dient als Grundlage für den Weltbevölkerungsgipfel der UN, wo dann über Entwicklungshilfe und andere Projekte entschieden wird.


Der Bericht 2010


Der Weltbevölkerungsbericht in diesem Jahr widmet sich vor allem der Situation von Frauen in Krisengebieten und steht unter dem Titel Krise, Frieden, Wiederaufbau: Gesellschaften im Wandel. Obwohl diese so gut wie nie in Kriegen und bewaffneten Konflikten kämpfen, haben sie oft besonders unter den Folgen der Auseinandersetzungen zu leiden.


Vor zehn Jahren wurde von der UN eine Resolution verabschiedet, die alle Parteien bewaffneter Konflikt dazu verpflichtete Mädchen und Frauen bei ihren Auseinandersetzungen zu schützen. Ob das auch alles in Gebieten wie Bosnien, Uganda oder dem Kongo eingehalten wurde, zeigt der Weltbevölkerungsbericht.


In vielen Entwicklungsländer herrschen noch immer blutige Bürgerkriege oder andere Konflikte.



Gewalt hinterlässt Spuren


Und tatsächlich hat die weltweite Gewalt gegen Frauen vor allem in Krisengebieten zugenommen. Hier stehen vor allem Vergewaltigungen von Frauen und auch von Mädchen an der Tagesordnung. Daraus entstehen oft ungewollte Schwangerschaften.


Der Bericht zeigt, dass die Frauen von den Vergewaltigungen oft traumatisiert und in der Zukunft mit ihrem Leben überfordert sind. So wird die Gesellschaft auch nach dem Kriegsende destabilisiert und der Wiederaufbau und die Neuorganisation weiter erschwert.


Wo bleibt die Unterstützung?


Durch Komplikationen bei der Schwangerschaft sterben jedes Jahr 350000 Frauen. Hätten diese Frauen mehr Unterstützung durch medizinische Versorgung oder Familienberatung könnten viele dieser Todesfälle verhindert werden. Gerade in Krisengebieten ist die Versorgung jedoch oft sehr schlecht, sodass nicht jeder Zugang dazu hat.


Vor allem Frauen und Kinder sind die Leidtragenden bei Konflikten mit Waffengewalt.

Armut und Bevölkerungswachstum sind zusätzliche Faktoren, die zur schlechten Situationen vieler Frauen beitragen. Deshalb ist es wichtig, dass mehr in Entwicklungshilfe investiert wird, um die Frauen besser zu unterstützen, da sie die Säulen der Gesellschaft darstellen. Ohne sie ist ein Aufbau nach einem Krieg unmöglich.


Neue Mittel


Das Bundesentwicklungsministerium hat eine Initiative ins Leben gerufen, bei der Mittel aus der Wirtschaft und aus verschiedenen privaten und staatlichen Stiftungen kombiniert werden sollen. Insgesamt sollen zirka 80 Millionen Euro bereitgestellt werden, die hoffentlich bei den Menschen ankommen werden, die sie am dringendsten brauchen.




21.10.2010 // Text: Jan Wrede; Bilder: Frau: Romanceor (GNU 1.2, cc-by-sa 1.0, 2.0, 2.5, 3.0); Frau mit Kind: USAid (pd); Soldat: SSGT. Paul R. Caron, US Air Force (pd)

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