Der Preis für den Reis ist heiß warum Essen immer teurer wird

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Der Preis für den Reis ist heiß warum Essen immer teurer wird

Grundnahrungsmittel wie Reis, Mais und Weizen werden weltweit immer teurer. Besonders schlimm ist das für Menschen in den Entwicklungsländern, die sich schon bisher nur mit Mühe das Lebensnotwendigste leisten konnten. Woran es liegt, dass die Nahrungsmittelpreise derzeit stark ansteigen, erklären wir hier.

In zahlreichen Ländern Afrikas (Kamerun, Ägypten), Südamerikas (Haiti, Peru) und Südostasiens (z. B. Indonesien) protestieren die Menschen bereits gegen die drastisch gestiegenen Preise von Grundnahrungsmitteln. Und das nicht ohne Grund: Sie leiden, wie weltweit mehr als 850 Millionen Menschen Hunger.

Wenn bei uns im Mitteleuropa Brot, Nudeln oder Reis etwas teurer werden, so ist das zwar ärgerlich, aber keine Katastrophe. In vielen Ländern der Welt lebt die Bevölkerung jedoch fast ausschließlich von Getreide. Obst, Milch oder gar Fleisch können sich die Menschen dort nämlich ohnehin nicht leisten. Wenn nun auch noch das Getreide für sie unbezahlbar wird, wissen sie nicht, wie sie ihre Familien ernähren sollen.


Während die Lebensmittelpreise viele Jahre lang ungefähr gleich blieben, steigen sie seit 2007 rasant an. Besonders Getreide kostet heute (April 2008) - je nach Sorte das eineinhalb bis zweifache wie noch vor einem Jahr. Woran liegt das? Ganz einfach ist die Antwort auf diese Frage nicht, aber wichtig. Verschiedene Faktoren sind dafür ausschlaggebend, dass Getreide teurer wird:


1. Wüste statt Feld


Es gibt immer mehr Menschen auf der Welt, die alle ernährt werden müssen. Derzeit sind es etwa 6,7 Milliarden, vor 20 Jahren waren es erst 5 Milliarden. Im Jahr 2050 könnten es mehr als 9 Milliarden sein. Gleichzeitig schrumpft die Anbaufläche für Getreide.

Durch den Klimawandel werden viele Böden unbrauchbar, weil sich Wüsten ausdehnen oder weil Überflutungen, Dürren und Stürme Ernten zerstören. In so genannten Schwellenländern, die auf dem Übergang vom Entwicklungs- zum Industrieland sind, werden viele Äcker in Industriegebiete umgewandelt. Auch dort kann nichts mehr angebaut werden.


2. Fleisch statt Grünzeug


Die Essgewohnheiten der Menschen ändern sich. Weltweit wird immer mehr Fleisch verzehrt. Um die Tiere zu füttern benötigt man jedoch viele Pflanzen viel mehr, als man bräuchte, würden sich die Menschen vegetarisch ernähren.

Will man ein Kilogramm Fleisch erzeugen, benötigt man genauso viel Ackerland für Futterpflanzen, wie man braucht um 200 Kilogramm Tomaten oder 160 Kilogramm Kartoffeln anzubauen. Um Weideland für Rinder zu schaffen werden sogar große Teile des Regenwaldes in Zentralamerika abgeholzt.


3. An der Börse statt auf dem Markt


Nur ein kleiner Prozentsatz aller Nahrungsmittel werden noch direkt von Bauern auf dem Markt verkauft. Das meiste wird an internationalen Börsen gehandelt, genauso wie Erdöl, Computer oder andere Waren. Steigt die Angst vor Ernteausfällen, steigen die Preise dort oft unverhältnismäßig stark an zum Nutzen der Zwischenhändler die dann mehr verdienen.


4. Im Krieg statt auf dem Acker


Auch Kriege beeinträchtigen den Nahrungsmittelanbau. Millionen von Menschen müssen fliehen und sind dadurch auf Unterstützung angewiesen, können sich also nicht mehr selbst ernähren.



5. Im Tank statt auf den Teller


Da Erdöl als Basis für Treibstoffe wie Diesel und Benzin immer teurer wird, gewinnt man seit kurzem Sprit aus Pflanzen. Mais, Raps und Sojabohnen werden zu Biodiesel weiterverarbeitet. Je mehr Nahrungsmittel im Tank landen, umso weniger bleiben für den Teller.

Da die Nachfrage nach diesen neuen Treibstoffen steigt, gehen die Preise für Mais und Co. in die Höhe. Schon heute sind fünf Prozent unseres Sprits aus Bioprodukten hergestellt. Dabei ist die Energienutzung von Autos sehr uneffektiv: Mit dem Mais, den man für eine Tankfüllung Biokraftstoff braucht, kann man einen Erwachsenen ein Jahr lang satt machen.


Was bedeutet das für uns?


Auch bei uns in Deutschland und Mitteleuropa steigen die Lebensmittelpreise. Doch selbst, wenn unser Haushaltsbudget recht begrenzt ist, haben wir in der Regel genug zu essen. Deshalb stellt sich uns meist die Frage: Was kann man gegen den Hunger auf der Welt tun?


Natürlich hat man als Einzelner nur wenig Einfluss auf weltweite politische und wirtschaftliche Entwicklungen. Trotzdem: nur wenn jeder mit hilft, können alle satt werden. Hier ein paar Beispiele, wie auch ihr helfen könnt:


  • Um die Klimaveränderungen nicht noch weiter voranzutreiben ist es wichtig, dass wir nicht so viele Abgase erzeugen. Das heißt: Auf kurzen Strecken zu Fuß gehen oder Fahrrad fahren statt das Auto zu benützen, für längere Distanzen: öffentliche Verkehrsmittel.

  • Wenn möglich viele Lebensmittel kaufen, die in der eigenen Region produziert wurden, am besten direkt vom Erzeuger. So spart ihr weite Transportwege, die wiederum die Umwelt belasten.

  • Mit dem Kauf von fair gehandelte Waren (z. B. Schokolade, Tee, Kaffee) unterstützt ihr Bauern in Entwicklungsländern.




Text: Liane Manseicher, 24.04.08, Fotos: Tessloff Archiv.

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