Das Potsdamer Abkommen

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Das Potsdamer Abkommen

Am 2. August 1945 unterzeichneten die Vertreter der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges, Churchill, Truman und Stalin ein Protokoll, das den künftigen Umgang mit dem unterlegenen Deutschland regeln sollte.

Die Rechte der Siegermächte wurden 1945 im Potsdamer Abkommen festgeschrieben. In diesem Vertrag wurde die Demokratisierung, Entmilitarisierung, Entnazifizierung, Dekartellisierung und Dezentralisierung Deutschlands festgelegt. In der amtlichen Verlautbarung heißt es unter anderem:

Die Alliierten wollen dem deutschen Volk die Möglichkeit geben, sich darauf vorzubereiten, sein Leben auf einer demokratischen und friedlichen Grundlage von neuem wiederaufzubauen. Wenn die eigenen Anstrengungen des deutschen Volkes unablässig auf die Erreichung dieses Zieles gerichtet sein werden, wird es ihm möglich sein, zu gegebener Zeit seinen Platz unter den freien und friedlichen Völkern der Welt einzunehmen.

Verhandlungen ohne Deutschland

Als am 17. Juli 1945 die Konferenz von Potsdam auf Schloss Cecilienhof begann, hatte Deutschland längst militärisch kapituliert. Am 8. Mai 1945 war für Deutschland der Zweite Weltkrieg zu Ende gewesen. In Potsdam stritten die Verbündeten über die künftige Ordnung Südosteuropas und die Entschädigungen (= Reparationen) die Deutschland an seine früheren Gegner zahlen sollte.

Als Potsdamer Abkommen wird das Ergebnis dieser Konferenz vom 2. August bezeichnet.

Sowjetunion bleibt hart

 

Während Amerikaner und Briten das besiegte Land erst wieder aufbauen wollten, beharrte die Sowjetunion auf sofortige Reparationen.

Als Kompromiss schlugen die Amerikaner vor, Deutschland zu teilen. Damit könne jede Siegermacht in ihrer Besatzungszone die eigenen Vorstellungen verwirklichen.

Der Vorschlag wurde angenommen.

Vertreibung statt Evakuierung

Außerdem wurden die deutschen Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie unter polnische und sowjetische Verwaltung gestellt.

Die als human geplante Evakuierung artete bald in eine Vertreibung von Deutschen aus dieser Region aus.

Frankreich war an dieser Konferenz nicht beteiligt, stimmte den Potsdamer Beschlüssen aber am 4. August 1945 unter Vorbehalten zu. Als Siegermacht bekam auch Frankreich eine eigene Besatzungszone zugesprochen.

Der Alliierte Kontrollrat

Als höchste Regierungsgewalt in Deutschland setzten die Besatzungsmächte den Alliierten Kontrollrat ein. Dieser bestand aus den vier Oberbefehlshabern der Besatzungsarmeen und sollte alle Angelegenheiten, die Deutschland als Ganzes betrafen, gemeinsam und einstimmig entscheiden.

 

Die im Potsdamer Abkommen festgelegten Ziele wurden in Proklamationen, Gesetze und Befehle umgesetzt, die dann in den jeweiligen Besatzungszonen durchgeführt werden sollten. Außerdem musste der Kontrollrat die nationalsozialistischen Gesetze und Verordnungen ausser Kraft setzen.

Vor dem Kalten Krieg

Allerdings lähmte das zunehmende Misstrauen zwischen den Westmächten und der Sowjetunion die Arbeit des Kontrollrates. Aus Protest gegen die Empfehlungen der Londoner Sechsmächtekonferenz und die Gründung der "West-Union" verließ der sowjetische Militärgouverneur Sokolowski am 20. März 1948 die Sitzung des Alliierten Kontrollrates, der daraufhin nicht mehr zusammentrat. Damit endete die gemeinsame Verwaltung durch die vier Siegermächte. Die Teilung Deutschlands zeichnete sich ab.

Der Zwei-plus-Vier-Vertrag

Das Potsdamer Abkommen galt bis zum 12. September 1990. dann löste der Zwei-plus-Vier-Vertrag die Vereinbarungen ab.

Mehr über die Geschichte des geteilten Deutschlands von der Währungsreform über den 17. Juni 1953 und den Bau der Berliner Mauer bis zur Wiedervereinigung 1990 erfährst du in anderen Artikeln bei www.wasistwas.de. Dazu musst du nur auf unten stehende Links klicken.



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Text: RR/1. 8. 2010, Bilder: Trumanlibrary, Deutsches Bundesarchiv, Deutsches Historisches Museum.


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