Robert Scott: Südpolexpedition mit tödlichem Ende

Robert Scott gehört zu den tragischen Helden der Weltgeschichte. Im Wettlauf zum Südpol unterlag er dem Norweger Roald Amundsen und starb mit seinem Team im Eis. Hier erfahrt ihr mehr über den Briten, der am 6. Juni 1868 zur Welt kam.

Obwohl Robert F. Scott von Geburt an ein körperlich eher schwächlicher und sensibler Junge war, war für das dritte von sechs Kindern eine militärische Laufbahn nach dem Vorbild seiner Onkel vorherbestimmt. Bis Scott zu seiner tragisch endenden Expedition zum geographischen Südpol aufbrechen sollte, hatte er Anfang des Jahrhunderts bereits zwei Erkundungsfahrten in die Antarktis mit dem Forschungsschiff "Discovery" geleitet.

Schlecht vorbereitet 

Obwohl der Brite schon zwei Monate vor Amundsen von Europa aufgebrochen war, gestaltete sich seine Expedition langwieriger als die des Norwegers. Scott wollte den Südpol mit Hilfe von Motorschlitten und Ponygespannen erreichen. Doch es stellte sich heraus, dass die Motoren nicht für eine derartige Kälte geeignet waren. Auch die Ponys ertrugen die Temperaturen nicht und starben.  

Widriges Klima

So mussten sich Scott und seine Gefährten zu Fuß weiter voran kämpfen. Sie litten unter erfrorenen Füßen und Händen. Heute weiß man auch, dass das Team zu wenig Brennstoff mit sich führte. Dass ausgerechnet zum Zeitpunkt der Expedition die Temperatur am Südpol etwa 20 Grad kälter war als normalerweise zu dieser Jahreszeit, kam erschwerend hinzu.  

 

Die Norweger waren schneller

Am 18. Januar 1912 erreichten Robert Scott und sein Team nach unglaublichen Strapazen den Südpol. Dort mussten sie zu ihrer Enttäuschung feststellen, dass ihnen ihr Konkurrent Amundsen zuvorgekommen war: die norwegische Flagge markierte den Sieg des Gegners. Auch ein Zelt mit einigen Ausrüstungsgegenständen und einem Brief Amundsens fanden sie vor.

Tod im Eis

Dieses Kreuz am Südpol erinnert an den zu Tode gekommenen Robert Scott und sein Team.



 

Auf dem Rückweg zu ihrer Küstenstation verloren sie ein Teammitglied in einer Gletscherspalte. Ein weiterer starb bei einem Blizzard (starker Scheesturm). Scott und seine übrigen zwei Begleiter mussten wegen eines Blizzards nur 18 Kilometer von ihrem nächsten Proviantlager ihr Zelt aufschlagen und warten. Ihre Vorräte waren aufgebraucht. Scotts letzter Tagebucheintrag stammt vom 29. März 1912. Ein Suchtrupp fand die drei mehrere Monate später tot in ihrem Zelt auf.



 Wer mehr erfahren möchte, findet weitere spannende Infos in WAS IST WAS Band 5 "Entdecker und ihre Reisen" sowie in WAS IST WAS Band 36 "Polargebiete" 

LM - 16.01.02; akt. Nic 4.6.2012 / Bilder: pd

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