Henry Morton Stanley Expeditionen durch den Kongo

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Henry Morton Stanley Expeditionen durch den Kongo

Expeditionen durch den afrikanischen Kontinent machten Henry Morton Stanley berühmt und brachten ihm sogar den Adelstitel ein. Doch in seinen Büchern und Berichten steht nicht immer nur die Wahrheit.

Henry Morton Stanley, am 28. Januar 1841 in Denbigh in Wales geboren.

Der Weg nach Amerika


Henry Morton Stanley hieß eigentlich John Rowlands. Er wurde am 28. Januar 1841 in Wales geboren. Er war der uneheliche Sohn eines Hausmädchens, weshalb er seinen Vater nie kennenlernte. Er durchlebte eine schwierige Kindheit und lebte bis zu seinem 15. Lebensjahr in einem Arbeitshaus für Arme.


In dem Arbeitshaus hatte Rowlands eine Schulbildung bekommen. Mit 15 heuerte er auf einem Schiff an, mit dem er in die Vereinigten Staaten nach New Orleans segelte. Er fand dort Arbeit bei einem Baumwollhändler namens Henry Hope Stanley und übernahm dessen Namen und hieß nun Henry Morton Stanley. 1861 trat er der Konföderierten Armee bei, um im amerikanischen Bürgerkrieg zu kämpfen.


Der große Auftrag


Nach Kriegsgefangenschaft und einer Zeit bei der Kriegsmarine floh Stanley aus der Armee nach St. Louis und schrieb dort bei einer Lokalzeitung Artikel. Während der Indianerkriege erfand er dramatische Schlachten, die gar nicht stattfanden, um mehr Leser zu bekommen. Dadurch wurde James Gordon Bennett Jr. auf ihn aufmerksam.


Das Aufeinandertreffen zwischen Stanley und Livingstone, nach Stanleys Überlieferung.



Dieser war Herausgeber des New York Herald, einer großen Zeitung. 1867 verpflichtete er Stanley und schickte ihn als Kriegsberichterstatter nach Abessinien und Spanien, um von den dortigen Kämpfen und Unruhen zu berichten. Am 16. Oktober 1869 erteilte ihm sein Verleger den Auftrag Finden Sie Livingstone!


Die Expedition


David Livingstone war ein englischer Arzt, der im Kongo während seiner Missionsarbeit verschollen war. Mit einem Tross von 190 Männer zog Stanley in den afrikanischen Urwald, um schließlich im November 1871 auf Livingstone zu treffen. Der Erfolg macht ihn bekannt und so unternahm er noch einige weitere Expeditionen, obwohl er Afrika eigentlich zutiefst hasste, wie er selbst schrieb.


Stanleys Expeditionsrouten: grün, blau und braun eingezeichnet.

Die Kongo-Erschließung


Der belgische König Leopold II. traf 1878 auf Henry Morton Stanley und gewann ihn für die Erforschung des Kongos. Der König wollte schon länger Kolonien für sein Land. In einer weiteren großen Expedition erschloss Stanley den Regenwald und erwarb das Land für den belgischen König. Die Häuptlinge der Stämme unterschrieben die Verträge, ohne den Inhalt zu verstehen.


Bei der Expedition zur Suche nach dem deutschen Emin Pascha, der im Sudan festgehalten wurde, erforschte Stanley den Rest des Kongos. Schließlich fand er Pascha, der sich aber weigerte, für Leopold II. zu arbeiten. Die Reise brachte Stanley großen Ruhm ein und schließlich wurde er 1899 zum Ritter geschlagen. Seit Mitte der 1890er Jahre machte er nur noch Reisen in zivilisierte Gegenden und mied den Dschungel.


Stanley wurde durch seine Expeditionen berühmt.

Doch was davon ist wahr?



Nur Lug und Trug?


Viele der von Stanley veröffentlichten Berichte und Bücher enthalten erwiesenermaßen nicht nur wahre Erzählungen. Vielmehr versuchte der Journalist und Entdecker mit den Berichten eine besonders schillernde und spannende Geschichte von sich zu erzählen und erfand Vieles.

Oft starben seine europäischen Begleiter während der Expeditionen, weshalb niemand seine Behauptungen widerlegen konnte. Was von Stanleys Legende wahr ist, ist aus heutiger Sicht kaum noch zu beurteilen. Sir Henry Morton Stanley starb im Mai 1904 in London im Alter von 63 Jahren.



27.01.2011 // Text: Jan Wrede; Bilder: Portrait: Helmolt, H.F. (pd), Karte: Andre Engels (cc-by-sa 1.0), Livingstone: The Illustrated London News (pd), Mit Helm: London Stereoscopic & Photographic Company (pd)

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt