Die verschollene HMS Investigator wurde entdeckt

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Die verschollene HMS Investigator wurde entdeckt

Im Jahr 1853 musste die Besatzung der HMS Investigator das Schiff im Packeis der Nordwestpassage zurück lassen. 147 Jahre später haben kanadische Archäologen den verschollenen Dreimaster in der Arktis wiederentdeckt.

Die Nordwestpassage (rot) im Vergleich mit der konventionellen Route über den Panamakanal (grün).

Glückloser Entdecker


1845 machte sich der britische Polarforscher Sir John Franklin mit seinen beiden Schiffen HMS Erebus und HMS Terror auf, um die Nordwestpassage zu entdecken. Die Passage führt vom Atlantik über die Arktis nach Asien. Damit hätte man einen schnelleren Seeweg gefunden, als umständlich über den Panamakanal zu fahren.


Doch Franklin hatte wenig Glück. Er fand zwar den Anfang der Passage, doch keines der beiden Schiffe kam je aus der eisigen Arktis zurück. Zwischen 1845 und 1848 sind wohl alle Besatzungsmitglieder gestorben.


Die HMS Investigator (rechts) zusammen mit der HMS Enterprise.



Die Suche beginnt


Die britische Marine begann daraufhin mit Suchaktionen nach den verschollenen Schiffen. Dazu wurde unter anderem die HMS Investigator (englisch für Ermittler) im Februar 1848 gekauft. Das Kürzel HMS steht für His/Her Majesty's Ship, also Schiff seiner/ihrer Majestät. Es handelte sich dabei um ein Segelschiff mit drei Masten mit einer Länge von 36 Metern und 66 Mann Besatzung.


Zum Kapitän der Expedition wurde Robert McClure ernannt, der schon auf anderen Suchmissionen nach Sir John Franklin dabei gewesen war. 1950 stach die HMS Investigator in See. Von der Beringstraße aus erreichte er schließlich den Viscount-Melvin-Sund. Damit hatte McClure das letzte Teilstück der Passage gefunden. Somit gilt er als Entdecker der Nordwestpassage.


Robert McClure war der Kapitän der Polarmission und entdeckte die Nordwestpassage.

Alle Mann von Bord!




Doch der Viscount-Melvin-Sund erwies sich als unpassierbar, weil er mit Eis blockiert war und mit einem Schiff nicht befahren werden konnte. Schließlich steckte das Schiff im Packeis der Arktis fest und konnte nicht mehr befreit werden. Am 3. Juni 1853, drei Jahre nach dem Auslaufen, wurde die HMS Investigator schließlich aufgegeben.


Die Besatzung und auch Robert McClure wurden von einer anderen Expedition gerettet und wieder zurück an den Heimathafen gebracht. Doch die Investigator war verloren und sank schließlich.


Endlich gefunden


147 Jahre lang lag die Investigator auf dem Grund der arktischen See, ohne dass jemand ihren genauen Standort kannte. Das Schiff war verschollen. Doch im Juli 2010 ist es kanadischen Archäologen gelungen, den Dreimaster wieder zu finden. Das dicke Packeis hatte sich im Sommer teilweise zurückgezogen, und so konnten die Wissenschaftler mit Sonar den Boden abtasten.


Im Packeis der arktischen See wurde die Investigator zurückgelassen.



Dabei fanden sie das 150 Jahre alte Segelschiff. Im Wasser der Mercy Bay liegt es in zirka elf Metern Tiefe. Das Schiff steht aufrecht und ist in noch recht gutem Zustand. Nur die Masten wurden von den Wassermassen weggerissen. Man kann sogar von der Wasseroberfläche aus einige Planken der Investigator erkennen.


Die Forscher haben auch schon einen Roboter in die Tiefen geschickt, der Aufnahmen von dem Schiff gemacht hat. Als nächstes wollen sie die beiden Schiffe von Sir John Franklin, HMS Erebus und HMS Terror, finden. Vielleicht sind auch diese beiden nicht mehr lange verschollen.




08.10.2010 // Text: Jan Wrede; Bilder: Investigator & Enterprise: Lieutenant W. H. Brown Royal Navy (pd), Nordwestpassage: RosarioVanTulpe, NASA (pd), McClure: Biliotheque nationale de Canada (pd), HMS im Eis: National Archives of Canada (pd)

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt