Charles Lindbergh: Allein über den Atlantik

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Charles Lindbergh: Allein über den Atlantik

1927 flog Charles Lindbergh in 33 Stunden, 30 Minuten und 30 Sekunden von New York nach Paris. Mit dieser fliegerischen Pioniertat ging Charles A. Lindbergh als amerikanischer Held in die Geschichte ein.

Nationalheld und Medienstar

Als Lindbergh am 21. Mai 1927 um 22.24 Uhr - nach einem Nonstop-Flug von 3614 Meilen - mit seinem Flugzeug Spirit of St. Louis in Paris landete, wurde der unbekannte Postflieger aus dem amerikanischen Mittelwesten zum Medienstar.

 Foto: US-Nationalheld Charles Lindbergh 

Ganz allein hatte er gegen Schlaf, Vereisung, Turbulenzen und Kursabweichungen angekämpft und einen Preis über 25.000 Dollar gewonnen. Jeder seiner Schritte und jede Stellungnahme vollzogen sich fortan unter den Augen einer sensationslüsternen Öffentlichkeit. 150.000 Menschen bejubelten seine Ankunft in Paris, und sein Atlantikflug löste auf beiden Seiten des Atlantiks eine Hysterie aus. Über Nacht war Lindbergh einer der berühmtesten Männer seiner Zeit geworden.

Nach seiner Rückkehr in die USA wurde er zum Oberst befördert. Fliegen bestimmte fortan sein Leben. Weitere Rekordflüge führten ihn nach Mexiko, Japan und China.

"Lady Lindy": Vom Fliegen besessen

Die amerikanische Pilotin Amelia Earhart war die erste Frau, die einen Transatlantikflug alleine wagte. Wegen ihrer Ähnlichkeit mit dem Piloten Charles Lindbergh wurde sie Lady Lindy genannt. Am 21. Mai 1932 flog sie in nur 13 Stunden und 55 Minuten von Neufundland in Kanada nach Irland.

Mit diesem Flug hatte Amelia Earhart eine Menge Rekorde gebrochen: Sie war als erste Frau solo über den Atlantik geflogen, hatte außerdem den längsten Non-Stop-Flug einer Frau und die schnellste Atlantiküberquerung zur damaligen Zeit geschafft.


Foto: Amelia Earhart   



1935 gelang der ehrgeizigen Pilotin auch die erste Pazifiküberquerung von Kalifornien nach Hawaii. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und war zu ihrer Zeit ein Star. Ihr Wunschtraum, die Erde am Äquator zu umrunden blieb unvollendet. Auf diesem Flug verlor sich 1937 ihre Spur im Pazifik. Zwei Jahre später wurde sie für tot erklärt.  

Im Schatten des Großvaters

Fast 75 Jahre nach Charles Lindbergh hat dessen Enkel den historischen Flug mit einer modernen Propellermaschine wiederholt. Der 37-jährige Erik Lindbergh landete nach seinem Soloflug am 2. Mai 2002 um 11.24 Uhr MESZ sicher auf dem Pariser Flughafen Le Bourget.

Während Charles Lindbergh mit seiner legendären «Spirit of St. Louis» damals noch 33 Stunden und 28 Minuten benötigt hatte, schaffte sein Enkel die Strecke von New York nach Paris in gut 17 Stunden.

Text: RR 13. 5. 2002/aktualisiert: lm 18.05.07 - Bilder: Lindbergh Foundation, W. W. Norton & Company, xprice.org, GFDL.

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