1801: Napoleon schließt Frieden mit dem Papst

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1801: Napoleon schließt Frieden mit dem Papst

 

An den Vertrag vom 18.7.1801 erinnern wir uns vor allem aus zwei Gründen: Zum einen gelten seine Bestimmungen in Lothringen und im Elsass bis heute. Zum anderen war der Vertrag für Napoleon ein wichtiger Schritt um seine Macht, die Europa so nachhaltig verändert hat, zu festigen.

 

Am 18. Juli 1801 schloss Napoleon Bonaparte mit dem Vatikan Frieden. Das Verhältnis zwischen Kirche und französischem Staat war seit dem Ausbruch der Französischen Revolution (1789) schwer gestört gewesen.

 

 

Napoleon, der 1801 an der Spitze des französischen Staates stand, hatte große Pläne. Er wollte Frankreich zur alleinigen europäischen Großmacht ausbauen. Jedoch waren die Widerstände der anderen europäischen Mächte groß: Klar, welcher Staat will sich schon freiwillig sein Land wegnehmen lassen.

 

 

Napoleon bedurfte also nicht nur eines starken Militärs, sondern auch starker Verbündeter.

 

Aus diesem Grund schloss er eine Art Friedensvertrag mit der römisch-katholischen Kirche unter Papst Pius VII. Die Kirche hatte zu dieser Zeit noch einen viel größeren Einfluss als heute. Denn alle Herrschaft war letztlich noch durch den Willen Gottes begründet gewesen, und der Papst galt als höchster Vertreter Gottes auf der Erde. Somit gab die Versöhnung mit der Kirche der Herrschaft Napoleons eine sichere Grundlage.

 

 

Einen Vertrag zwischen der Kirche und einem Staat nennt man Konkordat. 1801 regelte ein solches Konkordat zwischen dem Vatikan und Napoleon folgende Bereiche:

 

Es wurde festgelegt, dass der Katholizismus die Religion der Mehrheit der französischen Bürger ist. Weiterhin wurde die Kirche finanziell abgesichert und bekam die Kirchengebäude zurück, die ihr während der Revolution weggenommen wurden. Die Pfarrer und Bischöfe erhielten ihre Gehälter vom Staat. Sie bekamen dadurch eine Art Beamtenstatus. Der Staat erhielt ein Mitspracherrecht bei der Auswahl von Erzbischöfen, Bischöfen und Pfarren. Somit konnte Napoleon die wichtigen Kirchenposition leichter mit seinen Vertrauten besetzten.

 

 

Obwohl die französische Revolution unter dem Zeichen der Feiheit stand, hatte Napoleon die Wirren des Krieges für seine persönlichen Ziele ausgenützt. Das Konkordat mit dem Papst wurde ganz in diesem Sinne geschlossen: Napoleon ernannte sich nämlich drei Jahre später zum Kaiser. Damit dieser Akt auch rechtlich wirksam war, brauchte er den Segen des Papstes. PiusVII war durch das Konkordat von Napoleon abhängig geworden und musste dem Größenwahn Napoleons den Segen erteilen.

 

 

IRI - 18.7.01

 

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