1806: Das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation

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1806: Das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation

Am 12. Juli 1806 wird unter Federführung des französischen Kaisers, Napoleon I., in Paris die Rheinbundakte unterzeichnet. Damit war der Rheinbund gegründet. 16 süd- und westdeutsche Fürsten verbündeten sich mit Frankreich und erkannten die französische Oberherrschaft an. Mit der Unterzeichnung der Rheinbundakte endete das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Am 06. August 1806 legte Kaiser Franz II die Krone des Heiligen Römischen Reiches nieder.


Napoleon I. gewann zunächst 16 deutsche Einzelstaaten dafür, den Rheinbund zu gründen. Das besiegelte das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Wer war dabei?

Im Rheinbund verbündeten sich Königreiche wie Bayern und Württemberg, der Kurerzkanzler, Baden, Berg, Kleve, Hessen-Darmstadt, Nassau-Usingen, Nassau-Weilburg, Hohenzollern-Hechingen, Hohenzollern-Sigmaringen, Salm-Salm, Salm-Kyrburg, Isenburg-Birstein, Arenberg, Liechtenstein und von der Leyen.

Was war der Rheinbund?

Im Wesentlichen war der Rheinbund ein Militärbündnis. Napoleon versprach den beitretenden Fürsten und Regenten, dass sie in ihrem Rang erhöht wurden. Vor allem erhielten sie aber auch neue Gebiete von Staaten, die im Krieg gegen Frankreich verloren hatten. Dafür müssten die Fürsten der Rheinbundstaaten im Kriegsfall Frankreich viele Soldaten schicken. Napoleon konnte also im Kriegsfall auf die Soldaten der Rheinbundländer zurückgreifen.

Das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation

Nachdem der Rheinbund gegründet war, erklärten die 16 verbündeten Rheinbundstaaten auf dem Reichstag in Regensburg am 1. August 1806 ihren Austritt aus dem Heiligen Römischen Reich. Auf Geheiß Napoleons verkündete der französische Gesandte, dass der Kaiser Frankreichs ein deutsches Reich nicht mehr anerkenne. Daraufhin legte Kaiser Franz II. am 06. August 1806 die Krone des Heiligen Römischen Reichs nieder und erklärte es für erloschen.

Ausbau des Rheinbundes

Als die Franzosen im Oktober 1806 in der Schlacht von Jena und Auerstedt auch Preußen besiegt hatten, war klar, dass Napoleon in seinem Machtstreben nicht aufzuhalten war. So traten nach und nach immer mehr einzelne deutsche Staaten dem Rheinbund bei. So zum Beispiel das Großherzogtum Würzburg, das Königreich Westfalen oder das Königreich Sachsen. Bis 1808 waren insgesamt 36 Staaten in diesem Bündnis vereint.

An der Spitze

Geführt wurde das Bündnis von Karl Theodor von Dalberg, dem letzten Kurfürsten und ranghöchsten Erzbischof von Mainz und Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches. Karl Theodor von Dalberg wurde zum Fürstprimas, also ersten Fürsten im Rheinbund erhoben, und unterzeichnete die Rheinbundsakte mit Napoleon.

Das Erz kommt übrigens aus dem Griechischen von árchein, der Erste sein, an der Spitze stehen; regieren, anfangen, beginnen. Zusammengesetzt mit einem Hauptwort wie Bischof oder Kanzler bedeutet es soviel wie Ober-, Haupt- oder erster.

Was sich noch änderte

Auch innenpolitisch hatte das vor allem militärische Bündnis Folgen: So wurden nach französischem Vorbild ständische, feudale oder lokale Sonderrechte aufgehoben. Und die Verfassungen, die Wirtschaft und die Finanzen wurden reformiert.

Das Ende des Rheinbundes

Keine Mitglieder wurden Österreich, Preußen, das Kurfürstentum Hessen und Braunschweig. Im Laufe der Befreiungskriege löste sich der Rheinbund immer mehr auf und endete mit der Völkerschlacht von Leipzig, im Oktober 1813, endgültig. Viele der Mitglieder schlossen sich dem preußisch- russisch- österreichischen Bündnis an.

-ab-12.07.2006 Text / Foto: Wikipedia // GNU.

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