Was ist ein Potlatch?

Berühmte Personen

Was ist ein Potlatch?

Potlatch ist ein Begriff aus der Sprache der Indianer von der Nordwestküste. Ein Begriff, der mit Festen zu tun hat. Die frage kommt aus Berlin-Spandau von Maria.

"Potlatch" bedeutet "geben" und kommt aus der Handelssprache Chinook. Mit Potlatch wurde bei den Indianern der Küstenregionen im Nordwesten Amerikas aber auch ein außergewöhnliches Fest bezeichnet, bei dem man in ritueller Weise Geschenke übergab. Der Gastgeber konnte umso größeres Ansehen erlangen, je größer und wertvoller seine Gaben sind.

Ein Häuptling lud also andere ein und verteilte an sie in einer festgelegten Reihenfolge Geschenke. Dadurch bekam der Gastgeber eine bessere Stellung und gewann höheres Ansehen. Im Rahmen des Potlatch wurden auch erbliche Rechte übertragen. Oft wurden Potlatchs anlässlich von Hochzeiten, der Geburt eines Kindes oder dem Tod eines berühmten Mannes gefeiert. Starb ein ranghoher Indianer, dann gab es einen Trauerpotlatch und nach etwa einem Jahr einen Gedenkpotlatch, wobei seine Angehörigen alles weggaben, was sie besaßen. So wurden auch Familienrechte und auch Privilegien, also Sonderrechte weitergegeben und umverteilt und es wurde ein Bezug zu den Ahnen hergestellt.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Potlatch verboten, weil ein wilder Streit um die Rechte und Titel entbrannt war und sich deshalb Familien vollkommen runinierten.

Übrigens gibt es in Amerika heute noch gut zwei Millionen Indianer. Die meisten leben aber entweder in sogenanntenStamemsreservaten oder auch in den großen Städten der USA. Den größten Anteil haben die Cherokee mit mehr als 330.000 Angehörigen. In Kanada sind knapp 500.000 Indianer gemeldet. Viele von ihnen wohnen in den Bundesstaaten Oklahoma, Kalifornien und Arizona. Den höchsten Anteil an der Bevölkerung eines Staates stellen die Indianer in Alaska: ein Fünftel aller Einwohner dieses Staates sind indianischer Herkunft.

 

Das Leben der heutigen Indianer ist oft nicht einfach. Sehr viele von ihnen sind arbeitslos, da sie nur über unzureichende Schulbildung verfügen. Alkohol und Drogen sind ein großes Problem. Erst seit einigen Jahren setzen sich Indianer vermehrt für ihre Rechte ein und fordern die Rückgabe ihrer alten Territorien oder heiliger Stätten, die oft von Weißen bewohnt werden.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt