Warum kämpften Soldaten gegen Indianer?

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Warum kämpften Soldaten gegen Indianer?

Als die Goldsucher 1849 in Massen mit ihren Planwagen durch die Prärie zogen, richteten sie großen Schaden an. Ihre Zugtiere brauchten viel Weidegras, und die Männer jagten dem Wild hinterher. Damit zerstörten die Weißen die Lebensgrundlage der Indianer, die hier wohnten.

Als Wiedergutmachung forderten diese eine Entschädigung von der Regierung. Verträge legten die Höhe der Entschädigung fest, doch die gelieferten Lebensmittel genügten nicht, um die Indianer vor Hunger und Not zu schützen. In ihrer Verzweiflung überfielen Sioux, Cheyenne und Crow die Weißen, raubten deren Vieh und Vorräte - und töteten, um sich für erlittenes Unrecht zu rächen.

Der Bau der Eisenbahn verschärfte die Situation. Millionen Bisons wurden abgeschlachtet, und immer mehr Siedler verdrängten die Indianer. Die Lage war sehr angespannt. Zur Sicherheit ließ die Armee in der Prärie Dutzende von befestigten Forts bauen. Zwar standen nur wenige tausend Soldaten einer Übermacht von Indianern gegenüber, doch besaßen die Weißen viel mehr Waffen, Pferde und Lebensmittelvorräte.

Anfangs hieß es, dass die Soldaten die Indianer vor den Weißen schützen sollten, doch fast immer taten sie genau das Gegenteil. Nach dem Bürgerkrieg 1865 sah das Militär seine Aufgabe eher darin, die störenden Indianer zu vertreiben oder zu vernichten. Nur wenige Bürger protestierten dagegen, denn die meisten Weißen hielten die "rote Rasse" für minderwertig. Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer, hieß es seit langem.

Die Regierung sicherte den Stämmen Gebiete zu, in denen sie ihrer gewohnten Lebensweise nachgehen konnten. Die Sioux bekamen in Süddakota ein großes Gebiet zugesprochen, das auch ihre heiligen Stätten, die Black Hills, umfasste. Andere Stämme, wie die Cheyenne, sollten aber ihre Heimat verlassen und in ganz andere Regionen ziehen, oftmals in öde Gebiete, in denen es an Wild und Pflanzen fehlte. Nur mit Zwang ließen sie sich dazu "überreden".

Doch selbst die Reservate boten keinen Schutz vor Übergriffen des Militärs. Im Jahre 1864 hatten angeblich einige Indianer in Colorado eine Postkutsche überfallen. Die in der Nähe wohnenden Cheyenne im Sand Creek Reservat mussten dafür büßen. Rachsüchtige Soldaten überfielen das Reservat und schlachteten gnadenlos 150 unschuldige Männer, Frauen und Kinder ab.

Der Hass wuchs auf beiden Seiten. Zwischen 1860 und 1880 lieferten sich die erbitterten Gegner einige hundert Gefechte. Im Norden wehrten sich die Sioux verzweifelt, im Süden die Apache. Deren Widerstand brach erst 1886 zusammen, als ihr Anführer Geronimo gefasst wurde. Zusammen mit seinen Anhängern verbannte ihn die Armee nach Florida ins Gefängnis; er starb 1909 in Fort Sill, Oklahoma.

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