Shawuot - so feiern die Juden das Wochenfest

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Shawuot - so feiern die Juden das Wochenfest

Der Mai wimmelt nur so von christlichen Feiertagen: Pfingsten, Himmelfahrt, Fronleichnam. Aber wie sieht es in anderen Religionen aus? Wir möchten euch heute einmal einen Feiertag des Judentums vorstellen: Shawuot das Fest der Thoragebung (17. Mai).

Shawout ist im jüdischen Kalender nach Pessach und vor Sukkot das zweite der drei jüdischen Wallfahrtsfesten. Ursprünglich pilgerten die Menschen an diesem auch Wochenfest genannten Feiertag nach Jerusalem, um die erste Ernte zu opfern. In der Landwirtschaft symbolisierte Shawuot auch den Wechsel vom Frühling zum Sommer, den Übergang von der Gersten- zur Weizenernte.

Empfang der heiligen Schrift

Inzwischen hat das Wochenfest einen ganz anderen Charakter. Gläubige in Israel und in aller Welt erinnern sich zu Shawuot an die Übergabe der Tora, der heiligen Schrift. Moses nahm die Gesetze Gottes am Berg Sinai in Empfang nachdem er sein Volk aus Ägypten geführt hatte. Fromme Juden betrachten Shawuot deshalb noch heute als Tag der endgültigen Befreieung aus der Knechtschaft. Erst durch die Tora habe das Volk seine Freiheit wiedererlangt.

Lesen aus der Tora

Es gibt vielfältige Bräuche, Shawuot zu feiern. Eine alte Sitte ist es zum Beispiel in der Nacht vor dem Wochenfest wach zu bleiben und sich gegenseitig Kapitel aus der Tora vorzulesen. Dieser Brauch kommt daher, weil die Israeliten einst die Übergabe der heiligen Schrift fast verschlafen haben sollen. Moses musste seine Schützlinge mehrmals wecken und an den wichtigen Moment erinnern.

Üppiger Blumenschmuck

Zu Shawuot ist es außerdem üblich, Wohnung und Synagoge mit Blumen und grünen Pflanzen zu dekorieren. Nach alter Überlieferung strotzte der Berg Sinai bei der Übergabe der Tora plötzlich voller Blüten, Bäumen und Gras. Nicht nur ein Symbol für den Frühling, sondern auch für den Neubeginn eines Volkes.

Milchspeisen als Symbol

Das Essen zum Wochenfest hat ebenfalls symbolischen Charakter. Neben Obst, das für die erste Ernste steht, gibt es den Ritus milchige Speisen verzehrt. Die Milch steht für die heilige Schrift. Im übertragenen Sinne bedeutet das: So wie Milch die wichtigste Nahrung für Säuglinge darstellt, so dringend benötigt Volk Israel die Tora.

Nic - 15.04.2002

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