Ein Papst wird gewählt

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Ein Papst wird gewählt

Mit einer Messe im Petersdom in Rom haben am Montag, den 18. April 2005 die Zeremonien zur Papstwahl begonnen. An dem Gottesdienst "Pro eligendo papa" (Messe zur Papstwahl) nahmen die Kardinäle des Konklaves, hohe kirchliche Würdenträger sowie viele Römer und Touristen teil. Die Messe zelebrierte der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger, der selbst als ein möglicher Nachfolger für Johannes Paul II. gilt.

Am Nachmittag zogen die 115 wahlberechtigten Kardinäle der römisch-katholischen Kirche in die Sixtinische Kapelle im Vatikan ein, um den 265. Papst der Kirchengeschichte zu wählen, der gleichzeitig auch Bischof von Rom ist. Die Kardinäle bleiben dabei streng abgeschirmt von der Außenwelt. Für jeden Tag sind bis zu vier Wahlgänge vorgesehen. Der geeignete Kandidat muss eine Zwei-Drittel- Mehrheit auf sich vereinen. Hat dies bis zum 34. Wahlgang kein Kandidat geschafft, gilt dann die absolute Mehrheit.

Was bedeutet "Konklave"

Konklave bezeichnet den Raum, in dem die Bischöfe zusammenkommen, aber auch die Zusammenkunft selbst. Das lateinische Wort conclave setzt sich aus "com", deutsch "mit" oder "zusammen" und "clavis" - "Schlüssel" zusammen und bedeutet "abschließbarer Raum". Dieser Begriff geht noch auf das Mittelalter zurück. Damals sperrten sich die Kardinäle zur Wahl ein, damit zum Beispiel kein weltlicher Fürst im letzten Moment Einfluss auf die Wahl nehmen konnte.

Wie lange dauert die Wahl?

Das Konklave kann Stunden, Tage oder Jahre dauern. Das längste Konklave begann 1268 im mittelitalienischen Viterbo und dauerte zwei Jahre, neun Monate und zwei Tage, bis endlich Papst Gregor X. gewählt war. Die kürzeste Wahlversammlung fand am 31. Oktober 1503 in Rom statt: Nach wenigen Stunden ging daraus Papst Julius II. hervor. Die Wahlberechtigten müssen so lange zusammen bleiben, bis sie sich auf einen Nachfolger geeinigt haben. Die Wahlresultate werden nur den Kardinälen im Konklave genannt, niemals aber der Öffentlichkeit. Hinterher werden die Wahlzettel verbrannt, und die Kardinäle werden versuchen, einen Kompromisskandidaten zu finden. Sie können auch eine Stichwahl unter den beiden am häufigsten genannten Namen beschließen. Johannes Paul hat während seiner Amtszeit auch diesen Vorgang zum Teil neu geregelt. Im Jahr 1996 hat er neue Wahlvorschriften erlassen. Bis auf 3 wurden alle wahlberechtigten Kardinäle von Johannes Paul II. ernannt. Aber auch er durfte nicht, wie alle seine Vorgänger, seinen Nachfolger schon selbst bestimmen.

Aus welchen Ländern kommen die Wahlberechtigten?

58 Kardinäle kommen aus Europa. Die Europäer haben also nicht die zunächst erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit. Die zweitgrößte Gruppe (21) stellen die Kardinäle aus Süd- und Mittelamerika, aus Nordamerika kommen 14 Kardinäle. Afrika und Asien sind mit je 11 Purpurträgern vertreten, Ozeanien mit 2.

Wie erkennt man, dass die Wahl beendet ist?

Ist ein neuer Papst gefunden, so ist das für die Bevölkerung daran zu erkennen, dass weißer Rauch aus den Schornsteinen des Vatikans aufsteigt. Zusätzlich wird bei dieser Wahl erstmals auch eine Glocke geläutet. Solange sich die Kardinäle noch uneins sind, ist der Rauch schwarz.

Text:RR/AB, Bild; RR, 18. 4. 2005

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