Liktoren: "Bodyguards" im Alten Rom

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Liktoren: "Bodyguards" im Alten Rom

Jeder hat seine eigenen Vorstellungen von einem Bodyguard. Heute denkt jeder an die breitschultrige Security aus Film und Fernsehen: In schwarzen Anzügen, mit Sonnenbrille, ausdrucksloser Miene und Funkgerät im Ohr. Und auch im Alten Rom wollten oder konnten die Mächtigen auf eine Leibwache nicht verzichten.

Von Viehtreibern

Die Bodyguards im alten Rom hießen Liktoren. Die Aufgaben der römischen Liktoren unterschieden sich dabei kaum von denen heutiger Leibwächter. Sie schützten römische Amt- und Würdenträger gegen Übergriffe mit ihren eigenen Leib oder sie machten dem Mächtigen den Weg frei.

Dafür besaßen die ersten römischen Leibwächter Gerten, mit denen sie die Menge auseinander trieben, wie etwa eine Viehherde. Diese Gerten wurden im Laufe der Zeit zu mehreren zusammengefasst und mit Lederriemen verschnürt. Hinzu kam noch ein Beil, das ebenfalls mit eingebunden wurde.

Dieses Beil war ursprünglich ein Symbol für die Todesstrafe, die der Mächtige aussprechen konnte. Diese Bündel aus Gerten und Beil heißen auf Latein fascis. Ihre fasces (das ist die Mehrzahl von fascis) trugen die Liktoren über der linken Schulter. Außer diesem Bündel hatten sie keine weiteren Waffen oder Rüstzeug dabei. Der Name Liktor stammt übrigens von dem lateinischen Wort ligare, das binden bedeutet.

zur Ehrengarde


Den Brauch einer derartigen Leibwache für Amt- und Würdenträger übernahmen die Römer wahrscheinlich von den Etruskern. Die Anzahl der Liktoren war genau festgesetzt und stand für den Rang des Bewachten: Ein Konsul, der höchste Beamte, hatte 12 Liktoren.

Ein Prätor nur sechs, wobei sich deren Zahl innerhalb der Stadt Rom sogar auf lediglich 2 verringerte. Einem Diktator standen sogar 24 Liktoren zu. Daneben erhielten auch der Flamen Dialis, der Priester des höchsten Gottes in Rom, und die Vestalinnen, hohe Priesterinnen in Rom, einen Liktor als Ehren- und Leibwache.

Jeder konnte Liktor werden - außer Sklaven

Die römischen Kaiser hatten zunächst, wie zuvor die Konsuln, 12 Liktoren. Doch Kaiser Domitian erhöhte deren Zahl auf 24, gleich der Anzahl eines Diktators. Auch bei einem Triumphzug wurde der siegreiche Feldherr von Liktoren begleitet. Diese waren in dem Fall aber Soldaten des Feldherrn. Außerdem wurden die fasces für den Triumphzug noch mit Lorbeer geschmückt. Ein Liktor konnte allgemein jeder werden, der kein Sklave war.

Die Sache mit der Todesstrafe

In der Stadt Rom hatten die Bürger bereits in der sogenannten frühen Republik das Recht auf einen Gerichtsprozess, weshalb Konsuln und andere Würdenträger ihren Liktoren erst an der Stadtgrenze befohlen die Beile in die fasces einzusetzen.

Eine Ausnahme von dieser Regel gab es für das Amt des Diktators, das auch Julius Caesar inne hatte. Einem Diktator war es als Zeichen seiner Macht gestattet auch innerhalb der Stadtgrenzen Roms die Beile in den fasces der Liktoren mitführen zu lassen.

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