Hieroglyphen: Ein Mythos in der Kunst

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Hieroglyphen: Ein Mythos in der Kunst

Was haben Hieroglyphen mit dem Maler Albrecht Dürer zu tun? Und in welchem Zusammenhang stehen die Bilder des amerikanischen Graffiti-Künstlers Keith Haring mit den ägyptischen Schriftzeichen? In einer Sonderausstellung im Kulturforum Potsdamer Platz in Berlin wird das Geheimnis gelüftet. Titel der Schau, die vom 3. März bis 2. August 2003 in der Hauptstadt zu sehen ist: "Hieroglyphen um Nofretete".


Wie der Titel schon besagt, ist das Antlitz der berühmten Herrscherin Zentrum der Ausstellung. Seit dem Fund ihrer Büste ist Nofretete - neben Kleopatra die wohl schönste und anmutigste Frau des antiken Ägypten - weltbekannt. Der deutsche Archäologe Ludwig Borchardt entdeckte sie am 6. Dezember 1912 bei Ausgrabungen in Tell el-Amarna, dem ehemaligen Achet-Aton, in der Werkstatt des Bildhauers Thutmosis. Seitdem gilt die Gattin Echnatons und die Stiefmutter Tutenchamuns als Inbegriff des Landes am Nil.

Mischung aus Bildern und Zeichen

Zu Nofretetes Zeit war in Ägypten bereits die Hieroglyphenschrift bekannt, eine Mischung aus Bildern und Zeichen. Ab 2500 v.Chr. unterschied man zwei Schriften, das Hieratisch der Buchschrift, die überwiegend auf Papyrus mit Tinte geschrieben wurde und die Hieroglyphen, welche meist in Stein oder anderen dauerhaften Materialien eingearbeitet waren.

Keine strenge Rechtschreibung

Die hieroglyphische Schrift ist äußerst flexibel gegenüber unserer heutigen Schrift. Strenge orthographische Regeln gab es nicht. Es konnte sowohl in Reihen (waagerecht) als auch in Spalten (senkrecht), sowohl von links als auch von rechts geschrieben werden. Dabei richtet sich die Schriftrichtung immer nach der Stelle, an der die Zeichen angebracht wurden.

Immer mehr Symbole

Die ältesten dokumentierten Hieroglyphenschriften fand man in Form von kurzen Inschriften auf Steinen oder Gefäßen. Die Schrift selbst entwickelte sich während der gesamten Herrschaft des alten Ägyptens (über 3000 Jahre) weiter. Immer neue hieroglyphische Zeichen wurden zu der Sprache hinzugenommen. So kam es, dass die Anzahl der Zeichen von ungefähr 700 im alten Reich zu über 6000 Zeichen in der Ptolemäerzeit anwuchs.


Faszination auf Künstler aller Epochen

Auf Künstler aller Epochen übten die Hieroglyphen immer eine besondere Faszination aus. Über Jahrhunderte berauschten sie sich an der altägyptischen Bildsprache, an der Schönheit und Unerklärlichkeit der altertümlichen Schrift. Die meisten Maler und Bildhauer hatten gar kein Interesse daran, die mysteriösen Zeichen zu entschlüsseln. Sie betrachteten sie als geheimnisvolle Symbole, die sie - sei es als Rätsel oder als Schmuck - in ihre Werke einflochten und mit einer neuen Bedeutung belegten.

Genau diesem Mythos möchte die Berliner Ausstellung auf die Spur kommen. Anhand zahlreicher Bilder aus allen Epochen wird die Inspiration der Hieroglyphen für die Kunst verdeutlicht. In das Ausstellungskonzept eingebunden ist natürlich auch die Geschichte der Hieroglyphen: von ihrer Entstehung in der Antike bis zu ihrer Entschlüsselung in der Neuzeit. Zu sehen gibt es u.a. beschriftete Särge und Statuen.

Hieroglyphen im Internet

Wer schon mal ein bisschen üben möchte. Im Internet kann man lernen, wie Hieroglyphen gelesen werden. Klickt einfach auf diese Seite.Dort kann man auch Namen in Hieroglyphenschrift übertragen.

Nofretete zieht auf die Museumsinsel

Übrigens: Die Büste der Nofretete verlässt mit dem Beginn der Ausstellung ihren Platz im Ägyptischen Museum Charlottenburg für immer. Das Museum zieht ab August auf die Berliner Museumsinsel wo seit 1990 die gemeinsame Präsentation der archäologischen Sammlungen der Staatlichen Museen Berlin vorgesehen ist.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt