Der Untergang Herculaneums

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Der Untergang Herculaneums

"Der Vesuv erwachte wie ein zorniger Riese nach einem tausendjährigen Schlaf brüllend zum Leben". Das sind die Worte Plinius des Jüngeren, der den Ausbruch des Vesuv als Augenzeuge miterlebte. Das westfälische Römermuseum in Haltern am See vermittelt euch mit der Ausstellung "Die letzten Stunden von Herculaneum" einen Eindruck des Lebens zur Römerzeit und macht aus den traurigen Schicksalen der Opfer eine spannende Wissenschaftsgeschichte.

Ein dumpfes Grummeln aus den Tiefen des Berges hatte die 4000 Bewohner der Stadt gewarnt. Eilig packten die Bewohner Herculaneums einige wenige Habseligkeiten zusammen und flüchteten an den Strand. Sie hofften, mit Booten entkommen zu können oder in den Bootshäusern Schutz zu finden. Aber sie hatten keine Chance.

Herculaneum lag westlich des Vesuv. Auf der Karte liegt Herculaneum östlich des Schiffes. Illustration: WIW-Band 57: Vulkane

Gegen ein Uhr am 25. August 79 n.Chr. brach der Vesuv aus. Nach jahrhundertelanger, trügerischer Ruhe explodierte der Vulkan und spie Lava und glühende Aschewolken aus. Der Berggipfel wurde weggesprengt und eine Rauchsäule stieg 25 Kilometer hoch in den Himmel auf. Eine 400 Grad heiße Wolke aus Asche und Bimsstein brachte die meisten Bewohner Herculaneums innerhalb weniger Sekunden um.

Unter Gesteinsmassen überdauerte dieser Brotlaib aus dem antiken Herculaneum: Ein einzigartiges Zeugnis aus dem Alltag der Stadt. (Foto: Luciano Pedicini, Neapel)

So schrecklich deren Tod auch zu sein scheint, für die Wissenschaftler der heutigen Zeit sind die Ausgrabungsstätten Herculaneums eine wahre Fundgrube. Archäologen finden unter einer bis zu 15 Meter dicken Ascheschicht einen Querschnitt der Bevölkerung Herculaneums und können so das Leben zu Zeiten der Römer rekonstruieren.

In dieser hölzernen Wiege fanden Archäologen das Skelett eines Babies. (Foto: Luciano Pedicini, Neapel)

Weil viele Jahre lang kaum Leichen gefunden wurden, gingen die Archäologen davon aus, dass sich die meisten Bewohner der Stadt hatten retten können. Erst 1982 fanden italienische Kanalarbeiter die Bootshäuser am Strand und in ihnen und um sie herum die Leichen von 300 Menschen.

Menschliche Schicksale, unter Vulkanasche begraben: Dank neuer Techniken konnten die Forscher die Knochen der verschütteten Opfer "lesen". (Foto: Luciano Pedicini, Neapel)

Dank modernster Technik sind die Knochen, Skelette und mumifizierten Leichen eine Fundgrube für Forscher. Sie konnte daran zum Beispiel feststellen, dass schon Kinder harte Arbeit leisten mussten. Ihre Skelette wiesen Anzeichen von Abnutzung durch starke Belastung auf. Keine der gefundenen Leichen war älter als 60 Jahre. Auch hatten viele Einwohner Lungenprobleme durch die rußenden Lampen und Herdfeuer in den Häusern.

Diese und noch mehr spannende Erkenntnisse über das Leben und Sterben der Bewohner Herculaneums vermittelt euch die Ausstellung "Die letzten Stunden von Herculaneum" im westfälischen Römermuseum in Haltern am See.

Für Schulklassen und Kinder gibt es spezielle Führungen und Erlebnisaktionen. Für etwas jüngere Kinder der Klassen eins bis vier gibt es die Führung "Zuhause in Herculaneum". Dort erfahrt ihr viel über das Leben der Römer, etwa dass es keine Tapeten gab, sondern die Wände von oben bis unten mit leuchtenden Farben und Mustern bemalt waren. Fußböden waren mit Mosaiken verziert. Ihr dürft euch sogar selbst als Freskenmaler oder Mosaikleger versuchen.

Ältere Kinder der Klassenstufen vier bis sieben begeben sich bei der Führung "Tatort: Herculaneum" auf Spurensuche, denn ihr müsst einen Kriminalfall lösen. Begebt euch auf die Suche nach einer verschwundenen kleinen Herkulanerin. Während ihr die Spuren verfolgt und das Rätsel löst, erfahrt ihr viel über das Leben in der Stadt und den Vulkanausbruch.

Das war nur ein kleiner Vorgeschmack auf das spannende und bunte Programm im westfälischen Römermuseum. Die Ausstellung gastiert bis zum 14. August in Haltern am See. Ab September bis Dezember ist sie im Pergamonmuseum in Berlin zu sehen und von Januar bis April 2006 im Focke-Museum in Bremen.

Das westfälische Römermuseum hat geöffnet:

DI BIS FR: 9 - 17 UHR

SA UND SO: 10 - 18 UHR

Kontakt:

Westfälisches Römermuseum Haltern

Weseler Straße 100

45721 Haltern am See

Tel: 02364/9376-0

FAX: 02364/9376-30

Email: info@herculaneum-ausstellung.de

Für spezielle Schulführungen ist eine Anmeldung erforderlich! Hier gibt´s umfassende Informationen und Geschichten zur Ausstellung: http://www.herculaneum-ausstellung.de.

Text: -jj-/20.5.2005

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