Der erste römische Kaiser - Teil 1

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Der erste römische Kaiser - Teil 1

Gaius Octavius, Caesar Octavianus, Augustus - drei verschiedene Namen führte der Mann, der 56 Jahre an der Spitze des römischen Reiches stand. Der Großneffe und Haupterbe Gaius Iulius Caesars begann als Hochverräter und war am Ende der »Vater des Vaterlandes«.

Dem Sohn einer Mittelstandsfamilie war es nicht in der Wiege gelegt worden, dass er zum Herrn der Welt aufsteigen sollte: Augustus wurde am 23. September 63 v. Chr. als Gaius Octavius, der Sohn des Gaius Octavius und seiner Frau Atia, einer Nichte Gaius Julius Caesars in Rom geboren. Er hatte zwei ältere Schwestern: Octavia Maior und Oktavia Minor. Die Familie seines Vaters gehörte dem römischen Ritterstand an. Gaius Octavius soll Geldverleiher gewesen sein, stieg aber in den Senat auf und erreichte den Rang eines Prätors.

58 v. Chr. starb der Vater. Der junge Gaius wuchs zunächst auf dem Landgut seiner Großmutter Julia, der Schwester Caesars, auf.



Adoptivsohn Caesars

Da Caesar keinen gesetzlich anerkannten Sohn hatte, nahm er sich seines Großneffen an. Im Jahr 46 v. Chr. ließ er ihn an seinem Triumphzug anlässlich des Sieges im Bürgerkrieg teilnehmen. Der junge Gaius Octavius begleitete seinen Großonkel ein Jahr später nach Spanien und beeindruckte durch seine Tapferkeit. Caesar wollte ihn als Reiterführer an seinem geplanten Feldzug gegen die Parther teilnehmen lassen, doch dazu kam es nicht mehr: In Apollonia im heutigen Albanien erreichte Gaius Octavius im Frühjahr 44 v. Chr. die Nachricht von Caesars Ermordung. Zu diesem Zeitpunkt wusste er noch nicht, dass der Diktator ihn adoptiert und zum Haupterben seines Privatvermögens eingesetzt hatte.



Der schwere Weg zur Macht



Zurück in Rom nannte Gaius Octavius sich fortan nach seinem Adoptivvater Gaius Julius Caesar. Als Unterfeldherr Caesars beanspruchte Marcus Antonius die Führung der caesarianischen Partei für sich und weigerte sich das Vermögen des Diktators an Octavian herauszugeben. Dieser ließ sich davon jedoch nicht beirren und erfüllte die in Caesars Testament vorgesehenen Verpflichtungen. Aus der in Apollonia beschlagnahmten Kriegskasse und aus der Versteigerung eigener Güter zahlte er Caesars Veteranen und die Bevölkerung Roms aus. Dieses Vorgehen brachte ihm viele Sympathisanten und politisches Gewicht ein. Auch der einflussreiche Senator und Ex-Konsul Marcus Tullius Cicero unterstützte den jungen Mann, in der Hoffnung, ihn als politisches Gegengewicht zu Marcus Antonius aufbauen zu können.



Ein neues Triumvirat



Während Antonius im Jahr 43 v. Chr. den Caesarmörder Brutus verfolgte, bemächtigte sich Octavian staatsstreichartig der Stadt Rom. Unter militärischem Druck bestätigte der Senat Octavians Befehlsgewalt und verlieh ihm die Rechte eines Senators und Konsularen. Im gleichen Jahr besiegte er Antonius im Mutinensischen Krieg. Diesem gelang es trotz der Niederlage sehr schnell, neue Legionen unter seinen Befehl zu bringen. Weil Octavian auf der politischen Bühne Roms als Rächer seines Adoptivvaters auftrat wechselte Antonius die Seiten und ging auf Octavian zu. Nach dem Vorbild Caesars, Pompeius und Crassus aus dem Jahr 60 v. Chr. bildeten Octavian, Marcus Antonius und der Reiterführer Marcus Aemilius Lepidus im Oktober 43 v. Chr. ein zweites Triumvirat. Zu dessen Bekräftigung heiratete Octavian Antonius Stieftochter Clodia.

Im Jahr 42 v. Chr. reisten Antonius und Octavian nach Griechenland, wo die Caesarenmörder Brutus und Longinus ihre Streitkräfte gesammelt hatten. In der Schlacht bei Philippi in Makedonien wurden sie besiegt, was den endgültigen Untergang der römischen Republik bedeutete. Da der Sieg im Wesentlichen Antonius zu verdanken war, nahm dessen Gewicht innerhalb des Triumvirats weiter zu.



Der Weg zur Alleinherrschaft



Der Aufstieg des jungen Octavian - des von 27 v. Chr. bis 14 n. Chr. regierenden Augustus - zum mächtigsten Mann seiner Zeit und der Aufbau der Prinzipatsherrschaft ist eine der glanzvollsten Karrieren der antiken Geschichte. Nachdem er sich gegen mächtige Konkurrenten durchsetzt und die Bürgerkriege beendet hatte, stabilisierte er seine Alleinherrschaft. So wurde die Monarchie in Rom eingeführt. Der Herrscher erzielte einen Ausgleich mit dem Senat und schafft seine "Prinzipatsverfassung".

Wie aus Oktavian Kaiser Augustus wurde, erfährst du, wenn du unten auf den Link zum Teil 2 klickst.

Text: RR 30. 7. 2007

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