Zur Situation der Kinder in der Welt 2005:

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Zur Situation der Kinder in der Welt 2005:

In seinem Bericht weist UNICEF darauf hin, dass es jedem zweiten Kind auf der Welt an ganz grundlegenden Dingen fehlt, die es zum Überleben und normalen Heranwachsen bräuchte: sauberes Trinkwasser, ausreichend Nahrung, medizinische Versorgung, Schulunterricht und ein Zuhause. In vielen Ländern wird die Situation der Kinder durch Kriege oder AIDS noch dramatisch verschärft.

Laut UNICEF

- leiden schätzungsweise 90 Millionen Kinder unter fünf Jahren an starker Mangelernährung;

- werden 270 Millionen Kinder gesundheitlich nicht mal einfachst versorgt;

- haben rund 400 Millionen Kinder kein sauberes Wasser, mehr als 500 Millionen Kinder haben keine sanitären Einrichtungen wie Toiletten, Waschbecken oder Bäder;

- haben mehr als 640 Millionen Kinder kein richtiges Dach über dem Kopf;

- gehen mehr als 121 Millionen Kinder im Grundschulalter nicht in die Schule;

- haben 300 Millionen Kinder keinen Zugang zu Radio, Fernsehen oder Zeitungen und können sich nicht informieren.

Um sich die Zahlen besser vorstellen zu können: In Deutschland lebten 2003 rund 82,5 Millionen Menschen. Stell dir vor, dass alle Menschen die du triffst, egal wo du in Deutschland unterwegs bist, unterernährt wären. Unvorstellbar! Und acht mal so viele Menschen, wie in Deutschland leben, hätten kein Dach über dem Kopf auch kaum vorstellbar.

Wie ist die Armut verteilt?

Insgesamt lebten im Jahr 2003 rund 6,3 Milliarden Menschen auf der Erde. Doch die Armut verteilt sich nicht gleich auf unserem Globus: Süden und Norden, Industrienationen und Entwicklungsländer stehen sich gegenüber. Die Unterschiede zwischen Nord- und Südhalbkugel der Erde haben sich noch ausgeweitet. Afrika, Südamerika oder bestimmte Regionen Asiens sind noch ärmer geworden.

Auch verschiedene Gebiete in einzelnen Ländern haben sich extrem unterschiedlich entwickelt. So sind große Teile der chinesischen oder indischen Bevölkerung leider überhaupt nicht am starken wirtschaftlichen Aufschwung der Länder beteiligt. Auch in der ehemaligen Sowjetunion und anderen Staaten Osteuropas macht die Situation vieler Kinder Angst: jedes dritte wächst dort in Armut auf!

"Relative" Armut im Wohlstand

Allerdings steigt auch in den so genannten wohlhabenden Staaten die so genannte relative Armut, also Menschen, die im Vergleich zum Durchschnitt der Bevölkerung viel weniger Geld zur Verfügung haben. Es geht also nicht um sauberes Trinkwasser oder um die grundlegende medizinische Versorgung. Doch auch hierzulande steigt die Zahl der Kinder, deren Eltern, mit weniger als der Hälfte eines durchschnittlichen Einkommens auskommen müssen. Allein in Deutschland leben über eine Millionen Kinder von Sozialhilfe. Durch diese Armut sind sie stark benachteiligt, haben oft Schulprobleme und schlechtere Ausbildungschancen und sind öfter krank.

Armut und AIDS

16 der 20 ärmsten Länder der Welt waren in der vergangenen Zeit Schauplatz von kriegerischen Auseinandersetzungen. Armut, das Chaos und die Gewalt begünstigen wiederum, dass AIDS sich stark ausbreitet. Allein im südlichen Afrika, so die Studie, stieg zwischen 1990 und 2003 die Zahl der AIDS-Waisen von einer auf über 12 Millionen Kinder. In den Ländern südlich der Sahara leben heute Millionen Kinder in Haushalten mit HIV-erkrankten Eltern. Bis 2010 werden dort schätzungsweise 18 Millionen Kinder zu Waisen werden. Die Kinder müssen oft die Schule abbrechen und ihre Eltern pflegen oder Geld für den Unterhalt verdienen. In ihren Jobs als Dienstmädchen, Straßenverkäufer und Kinderarbeiter werden sie ausgebeutet, schlecht behandelt und oft auch zur Prostitution gezwungen ein Teufelskreis beginnt, denn oft stecken sie sich dabei selbst oder wiederum andere mit AIDS an.

Was kann man tun?

UNICEF fordert die Regierungen auf, die Kinder in den Mittelpunkt des Kampfes gegen Armut zu stellen. Die Organisation schätzt, dass 40 bis 70 Milliarden US-Dollar jährlich nötig wären, um die Kinder- und Müttersterblichkeit drastisch zu verringern, um allen Kindern eine Schulausbildung zu ermöglichen, die Wasserversorgung zu verbessern und die Ausbreitung von AIDS einzudämmen. So müssten überall die Schulgebühren abgeschafft werden und Mädchen müssen dieselbe Ausbildung wie Jungen erhalten können. Die medizinische Grundversorgung müsste für alle Mütter und Kinder erreichbar sein. Auch arme Länder müssten wichtige Medikamente gegen Seuchen erhalten. Sauberes Wasser müsste für alle zugänglich sein. Und man müsste Aufklärungskampagnen machen, damit AIDS sich nicht noch weiter ausbreiten kann.

49 bis 70 Milliarden das ist eine große Summe! Allerdings geht es um die Zukunft von Millionen von Menschen. Und es ist eine kleine Summe, wenn man bedenkt, dass die weltweiten Rüstungsausgaben im vergangenen Jahr 956 Milliarden Dollar betrugen.

-ab-13.12.04 Text anhand der Pressemeldung zum Jahresbericht 2004 von UNICEF. Fotos: Destination Asia / Destination Africa

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