Widerstandskämpfer werden hingerichtet

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Widerstandskämpfer werden hingerichtet

Der "Volksgerichtshof" in München ließ am 22. Februar 1943 die Geschwister Sophie und Hans Scholl sowie Christoph Probst hinrichten.

Hans, Sophie und Christoph am 24. Juli 1942

Wie Sophie Scholl zum Widerstand kam

Sophie Scholl wird am 9. Mai 1921 als jüngste von drei Geschwistern in Forchtenberg (Baden-Württemberg) geboren. Sie wächst in Ulm auf, und glaubt während ihrer Zeit am Gymnasium an das von den Nationalsozialisten verkündete Gemeinschaftsideal.

Deshalb treten sie und ihr Bruder mit Begeisterung in die Hitler Jugend (HJ), beziehungsweise den Bund Deutscher Mädel (BDM) ein.

Dort gibt es Abende am Lagerfeuer, Geländespiele und Wanderfahrten, genau das, was sich lebens- und abenteuerlustige Kinder wünschen.

Erste Zweifel

Die Geschwister bekommen allerdings sehr schnell erste Zweifel. Warum sind so viele jüdische Familien Hals über Kopf ins Ausland geflüchtet? Warum dürfen sie ihren Beruf nicht mehr ausüben und verschwinden auf mysteriöse Weise?

Sophies Bruder Hans darf auf einmal keine russischen oder französischen Lieder mehr singen. Im Gegenteil: die Musik anderer Länder wird sogar verboten. Die Begeisterung für das Nationalsozialistische Regime erlischt endgültig, als auch noch ein beliebter, junger Lehrer misshandelt wird und plötzlich verschwunden ist. Er sei zur Umerziehung in eines von Hitlers Konzentrationslagern gebracht worden, hören die beiden.

1940 beginnt Sophie Scholl zunächst eine Ausbildung zur Kindergärtnerin. Was sie während des Arbeits- und Kriegshilfedienstes erlebt, verstärkt ihre Abneigung gegenüber den nationalsozialistischen Machthabern.

Der aktive Widerstand

1942 beginnt sie an der Universität München Biologie und Philosophie zu studieren.

Ihr Bruder, Medizinstudent in München, macht sie mit seinen Freunden Christoph Probst, Alexander Schmorell und Willi Graf bekannt. Sie haben die Weiße Rose gegründet und leisten Widerstand gegen das Hitlerregime. Mit dabei ist auch der Professor Kurt Huber. Ihre Protesthaltung beruht auf dem christlichen Glauben und dem Wunsch nach einer moralischen Erneuerung Deutschlands.

Sophie schließt sich der Widerstandgruppe an. Gemeinsam verteilen sie Flugblätter, die sich gegen die Nazi-Herrschaft richten. Sie verschicken ihre Aufrufe , legen sie in Telefonzellen, parkende Autos und geben sie an befreundete Studenten in anderen Städten weiter.

Bereits ein Jahr später sucht die Geheime Staatspolizei (Gestapo) intensiv nach den Verfassern der Flugblätter.

Die Festnahme

Im Februar 1943 unternahm die Gruppe nächtliche Aktionen, bei denen sie verschiedene Gebäude in München mit Parolen wie "Nieder mit Hitler, "Hitler Massenmörder und "Freiheit beschrifteten. Dann, als die Geschwister Scholl am 18. Februar 1943 das sechste und letzte Flugblatt in der Universität verteilen, werden sie vom Hausmeister beobachtet. Das Flugblatt forderte die Münchner Studentenschaft - vor dem Hintergrund der Schlacht um Stalingrad - dazu auf, sich vom nationalsozialistischen System zu befreien. Der Hausmeister meldet sie umgehend bei der Gestapo. Sophie, Hans und Christoph Probst werden sofort verhaftet.

Bereits vier Tage später folgt, nach einem dreitägigen Verhör, der Prozess. Hans und Sophie Scholl werden zusammen mit Christoph Probst zum Tode verurteilt und noch am selben Tag hingerichtet.

Bis heute sind die Geschwister Scholl ein Symbol für den gewaltlosen Widerstand gegen die nationalsozialistischen Machthaber.

In einem weiteren Prozess wurden Graf, Schmorell und Huber am 19. April 1943 ebenfalls zum Tode verurteilt; auch sie wurden hingerichtet. Bis Mitte Oktober 1944 fanden noch fünf Prozesse statt, bei denen Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren ausgesprochen wurden.

(sw/ab/ - 21.02.2003- Text/ Foto: Deutsche Historische Museum Berlin )

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