Neuer Schritt zum Frieden in Nordirland

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Neuer Schritt zum Frieden in Nordirland

In Nordirland soll am 7. März 2007 eine neue autonome Regierung gebildet werden, das heißt, eine Regierung, die von Großbritannien unabhängig ist. Dies ist ein neuer Versuch, Nordirland wieder eine Selbstverwaltung zu geben und den Friedensprozess in der Region voranzutreiben.



Geschichte - zwei Religionen


Um 1600 lebten in Irland fast nur Katholiken. Allerdings besiedelten Briten den Norden von Irland und brachten die Glaubensrichtung des Protestantismus mit auf die Insel. Die Iren wurden wegen ihres katholischen Glaubens diskriminiert und unterdrückt. Mehrere Aufstände scheiterten.



Geschichte - Kampf für die Unabhängigkeit

Im Jahre 1800 wurde Irland offiziell von Großbritannien in Besitz genommen. Die Iren wollten jedoch unabhängig sein und demonstrierten. Außerdem gab es erneut Aufstände, die jedoch erfolglos blieben. 1922 wurde Irland von den Briten in einen Freistaat Irland und die britische Provinz Nordirland geteilt. Dadurch gab es allerdings neue Gewalt im Land zwischen den Gegnern und den Befürwortern des Vertrages. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Irland 1949 unabhängig. Die Nordiren mussten abstimmen, ob sie zu Großbritannien oder Irland gehören wollten. Da die Mehrheit der Nordiren protestantisch war, fiel das Ergebnis zugunsten Großbritanniens aus.

Geschichte - Terror



Die katholische Minderheit in Nordirland demonstrierte, wurde aber unterdrückt. Aus diesem Grund gründete sich die Irische Republikanische Armee, kurz die IRA. In den 80er Jahren beging die IRA immer öfter blutige Anschläge. Die IRA hatte auch eine eigene politische Partei die Sinn Fein. Um den Terror und die Anschläge zu stoppen, wurden Friedensverhandlungen aufgenommen.



Das Karfreitagsabkommen



1998 beschlossen die britische und irische Regierung sowie acht Parteien aus Nordirland das so genannte Karfreitagsabkommen, das auch als Belfast-Abkommen bezeichnet wird. Danach sollte Nordirland eine Teilautonomie erhalten, das heißt unabhängiger von Großbritannien werden, und eine eigene Regierung wählen. Weiterhin sollte der Staat Irland seine Forderung auf Wiedervereinigung mit der britischen Provinz Nordirland fallen lassen. Dadurch sollte erreicht werden, dass es erst eine Wiedervereinigung von Irland und Nordirland gibt, wenn die nordirische Bevölkerung dies wünscht.



Umsetzung des Abkommens



Bereits 1999 wurde dieser Plan umgesetzt und Nordirland bekam eine parteiübergreifende Regierung. Jedoch übernahm Großbritannien schon 2002 wieder die direkte Regierungsgewalt, da die neu gewählte nordirische Regierung durch einen Skandal in der Polizei zerbrach.



Frühere Probleme



Nach 1998 bestanden zum Beispiel Probleme bei der Anerkennung der Polizei. Denn nachdem Nordirland 1922 britische Provinz geworden war, hatten die katholisch-republikanischen Parteien die Polizei ja bekämpft. Gerry Adams, Chef der Katholikenpartei Sinn Fein, weigerte sich, die Sicherheitskräfte zu akzeptieren.



Sinn der Wahl am 7. März 2007



Durch die Wahl am 7. März soll erneut versucht werden, in Nordirland eine handlungsfähige Regierung einzurichten. Denn nur mit einer neuen Regierung und einer Selbstverwaltung Nordirlands kann der Weg zu einer Wiedervereinigung mit Irland frei gemacht werden. Außerdem könnte eine neue Regierung den Frust der katholischen Minderheit mindern, da diese sich dann nicht mehr so benachteiligt fühlen würde.



Fazit

Die Wahlen am 7. März sind ein wichtiger Bestandteil, um den Friedensprozess in Nordirland voranzutreiben. Dazu ist es allerdings notwendig, dass alle Parteien zusammenarbeiten. Wichtig ist dabei vor allem, dass es keine neuen Skandale gibt und alle Parteien konstruktiv arbeiten. Zwar sind alle Beteiligten der Meinung, dass diese Wahl ein Schritt in die richtige Richtung sei, jedoch wird sich der Erfolg der neuen Regierung erst bei konkreten Fragen feststellen lassen.

23.02.2007, Text: Tobias Schoob / Fotos: Wikipedia /GNU

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