Dietrich Bonhoeffer - Pfarrer und Widerstandskämpfer im Dritten Reich

Am 4. Februar 1906 wurde Dietrich Bonhoeffer geboren. Als Pfarrer machte er sich im Dritten Reich dafür stark, dass die Christen etwas gegen Hitlers Mord an den Juden unternehmen sollten. Er beteiligte sich am Widerstand gegen Hitler, kam dafür ins Gefängnis und wurde kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges hingerichtet.

Am 4. Februar 1906 wird Dietrich Bonhoeffer als sechstes von acht Kindern in einer großbürgerlichen Familie geboren. Er wächst zunächst in Breslau, dann in Berlin auf. 1923 beginnt er mit dem Studium der Theologie, das er 1927 in Berlin abschließt.

Dietrich Bonhoeffer war zunächst Lehrer für Theologie. Hier sieht man ihn mit einigen seiner Schüler.

Nach seinem Vikariat (praktische Pfarrersausbildung) in Barcelona legt Bonhoeffer 1930 sein zweites theologisches Examen ab. Die theologische Forschung interessiert ihn sehr, deshalb wird er nicht sofort Gemeindepfarrer, sondern zunächst Lehrer der Theologie an der Universität in Berlin.

In den nächsten Jahren nimmt er an vielen internationalen Tagungen im In-und Ausland teil. Im Sommer 1933 gibt Bonhoeffer seine Lehrtätigkeit auf, um sich ganz der Arbeit als Pfarrer einer Gemeinde zu widmen. Von Oktober 1933 bis April 1935 ist er in der deutschen Gemeinde in London tätig; von hier aus pflegt er Kontakte zu verschiedenen christlichen Kirchen und berichtet dort, dass in Deutschland viele Christen auf Hitlers Seite sind.

Seit der Machtübernahme durch Hitler 1933 wird in Deutschland versucht, die Kirchen mehr und mehr dem Staat gleichzuschalten: Hitler will seine Ideologie auch den Kirchen aufzwingen und sie dazu bringen, dass sie seine "Rassenlehre" und seinen Judenhass auch als gottgewollt absegnen. Und tatsächlich lassen sich viele evangelische Christen dafür begeistern. Sie nennen sich "Deutsche Christen".

Doch es gibt auch einige kritische Stimmen. Viele Christen bemerken, dass Hitler sie nur benutzen will, um seine Macht zu stärken. Sie sind der Überzeugung, dass Judenhass und die Ideologie vom Ariertum keineswegs von Gott gewollt sind.

 

Zusammen mit anderen evangelischen Gegnern des NS-Regimes gründete Bonhoeffer die "Bekennende Kirche".




Dietrich Bonhoeffer gehört dazu. Sie nennen sich die "Bekennende Kirche". Der Theologe Karl Barth verfasst im Mai 1934 die sogenannte "Barmer Erklärung", die den Führeranspruch Hitlers entschieden ablehnt und bekennt, dass man als Christ nur Jesus und der Bibel gehorchen soll und niemandem sonst.

Diese Erklärung ist die inhaltliche Grundlage der Bekennenden Kirche. Schon bald wird die Gruppe von den Nazis verfolgt und muss im Untergrund arbeiten.

1937 verliert Bonhoeffer seine Arbeit als Pfarrer und darf auch nicht mehr lehren. Seine Schule für Nachwuchspfarrer der Bekennenden Kirche, das Predigerseminar Finkenwalde, wird 1938 von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) geschlossen.

Anfang 1938 wird Bonhoeffer aus Berlin ausgewiesen. Von da an beteiligt er sich aktiv am Widerstand. Gemeinsam schmiedet man Pläne, wie man Hitler beseitigen könnte.

Im Januar 1943 verlobt sich Bonhoeffer noch mit seiner Freundin Maria von Wedemeyer, wird aber im April verhaftet und ins Wehrmachtsgefängnis Berlin-Tegel eingeliefert. Dort entsteht sein wohl bekanntestes Buch "Widerstand und Ergebung", das Briefe aus der Haft enthält und den großen Trost zeigt, den er im Glauben an Gott findet. Besonders bekannt ist Bonhoeffers Gedicht "Von guten Mächten".

Ein Fluchtversuch scheitert 1944. Nachdem am 20. Juli 1944 auch ein Attentat seiner Freunde auf Hitler fehlschlägt, sinkt Bonhoeffers Hoffnung auf Befreiung. Im Oktober 1944 wird er in den Gestapo-Bunker in Berlin verlegt, im Februar 1945 ins Konzentrationslager (KZ) Buchenwald bei Weimar.

Eine Gedenktafel erinnert heute an den Widerstand von Bonhoeffer, der an dieser Stelle in KZ Flossenbürg hingerichtet wurde.

Hitler persönlich erlässt am 5. April 1945 den Befehl, Bonhoeffer zu ermorden. Am 9. April 1945 wird Dietrich Bonhoeffer zusammen mit anderen Widerstandskämpfern im KZ Flossenbürg hingerichtet.

Text: LM 26.01.06, Fotos: Vorschau: PD; Schüler & Portrait: Bundesarchiv (cc); Flossenbürg: Wikipedia, Concordiadomi (GNU, cc) 

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