Die Schlacht von Stalingrad

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Die Schlacht von Stalingrad

Sie begann im August 1942 mit einem Angriff der deutschen 6. Armee auf Stalingrad und war eine der größten Schlachten des Zweiten Weltkrieges. Am 31. Januar und 2. Februar 1943 ergaben sich die Reste der deutschen Armee im Kessel der völlig zerstörten Stadt. Dieses Ereignis markierte den für das Dritte Reich symbolischen Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges. Mindestens 700.000 Menschen sind in dieser Schlacht getötet worden.


Die entscheidende Schlacht an der Ostfront fand in der Region des damaligen Stalingrad an der Wolga statt. Die Stadt liegt 1.075 km südöstlich von Moskau am rechten Ufer der Wolga, rund 400 km nördlich der Mündung des Flusses ins Kaspische Meer. Heute erstreckt sich die Stadt in einer Breite von bis zu 10 km über mehr als 60 km am Ufer der Wolga entlang. Hier leben mehr als eine Million Menschen - vor 65 Jahren waren es rund 600.000 gewesen.

Die Stadt war 1589 als Festung gegründet worden, die Russland vor den Nomaden aus dem Süden schützen sollte. Bis 1925 hieß sie Zarizyn, dann wurde sie in Stalingrad (Stalinstadt) umbenannt. Im Rahmen der Entstalinisierung wurde der Name 1961 in Wolgograd geändert.

Hitlers Überfall auf die Sowjetunion

Obwohl die beiden Diktatoren Hitler und Stalin im August 1939 einen gegenseitigen Nicht-Angriffs-Pakt geschlossen hatten, verfolgte Hitler seine Weltmachtpläne weiter und entwickelte beharrlich einen Angriffsplan gegen die Sowjetunion. Am 22. Juni 1941 brach Hitler mit seinem Angriff auf die Sowjetunion dieses Abkommen.

Anfangs erzielte die deutsche Wehrmacht bei dem Fall Barbarossa, so nannte Hitler seinen Überraschungskrieg gegen die Sowjetunion, beachtliche Anfangserfolge mit großen Geländegewinnen. Doch das Blatt drehte sich schnell. Im August 1941 übernahm Stalin selbst den Oberbefehl über die rote Armee (das sowjetische Militär) und rief zum vaterländischen Krieg gegen Deutschland auf.

Dann blieb der Angriff der "Heeresgruppe Mitte" vor Moskau zunächst im Schlamm stecken. Für den darauf folgenden extrem kalten russische Winter fehlte die nötige Ausrüstung, so dass der deutsche Russlandfeldzug schon hier vor dem kläglichen Ende stand. Die Kämpfe mit bestausgerüsteten sowjetischen Elitesoldaten konnten sie nicht gewinnen. Nach fürchterlichen Verlusten mussten die Deutschen den Rückzug antreten.

Vorstoß nach Stalingrad


Im Sommer 1942 gelang es zwar den deutschen Verbänden noch einmal, bis nach Stalingrad, dem Rüstungs- und Verkehrszentrum an der Wolga, und zu den Höhen des Kaukasus mit seinen Ölfeldern bei Baku vorzudringen. Zwei Wochen lang bombardierten deutsche Flugzeuge ununterbrochene  die Stadt. Bis Mitte November hatten die deutschen Soldaten rund 90 Prozent von Stalingrad erobert.

Erbitterter Widerstand

Die letzten 10 000 verbleibenden Zivilisten gaben nicht auf und verwickelte den Feind in blutige Scharmützel. In diesen Häuser- und Straßenkämpfen wurden die deutschen und verbündeten rumänischen Truppen verschlissen, aber nicht aufgerieben

In der Zwischenzeit nutzte die sowjetische Südwest-Front die Zeit, um frische Kräfte um Stalingrad zusammen  zu ziehen. Am 19. November 1942 begann sie im Nordwesten und im Süden eine zangenförmige Großoffensive. Die gesamte 6. Armee sowie Teile der 4. Panzerarmee und Überreste der rumänischen 3. und 4. Armee wurden eingeschlossen. Im Kessel befanden sich zu der Zeit rund 250.000 Deutsche und über 30.000 rumänische und russische Hilfssoldaten.

Verhängnisvolle Fehlentscheidungen

100 deutschen Panzern stand eine zehnfache Übermacht von rund 1000 russischen Kettenfahrzeugen gegenüber. General Friedrich Paulus, der Befehlshaber der 6. Armee, wollte trotzdem ausbrechen. Hitler akzeptierte zunächst den Plan, ließ sich dann aber von Göring davon überzeugen, dass eine wochenlange, ausreichende Versorgung aus der Luft möglich wäre. So befahl er, die eroberte Stadt zu halten. Aber Görings Plan funktionierte nicht: Nur ein Drittel des benötigten Nachschubs war in Stalingrad angekommen, die Soldaten hungerten und trotz der Kälte durfte nachts kein Feuer gemacht werden.

Kapitulation und Kriegsgefangenschaft

Am 8. Januar 1943 legten die Sowjets ein Verhandlungsangebot vor. Weil Hitler sich nicht darauf einlassen wollte, zogen die Belagerer den Ring immer dichter. Die 20 Generäle folgten den Anordnungen des Führers blind. Sie wagten keine Kapitulation, weil das Brechen des Eides mit der Todesstrafe hätte geahndet werden können.

Am 30. Januar ernannte Hitler Paulus zum Generalfeldmarschall. Da noch nie zuvor ein deutscher Feldmarschall kapituliert hatte, sollte die Beförderung Paulus motivieren, mit der 6. Armee bis zum "Heldentod" weiterzukämpfen.

Doch Hitlers Plan ging nicht auf: Am 31. Januar kapitulierte Paulus mit seinen ihm verbliebenen Einheiten im südlichen Kessel. Zwei Tage später ergaben sich auch die ausgezehrten Truppen im Nordkessel.

Die Niederlage von Stalingrad gilt als der psychologische Wendepunkt des Krieges und Endpunkt des Vordringens der deutschen Wehrmacht in der Sowjetunion. Von den 260.000 Soldaten der 6. Armee gerieten 91.000 in Kriegsgefangenschaft. Die Überlebenden wurden als Zwangsarbeiter eingesetzt, um das zerstörte Russland wieder aufzubauen. Von diesen kehrten Jahre später nur noch 6.000 in die Heimat zurück. Im Jahr 1956 ist der letzte Kriegsgefangene aus Russland (auch aus Stalingrad) nach Deutschland heimgekehrt.

Text: RR 28. 1. 2008, Bilder: DHM

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