1. Juni 1964: PLO wird gegründet

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1. Juni 1964: PLO wird gegründet

PLO ist die Abkürzung für den englischen Begriff Palestine Liberation Organization, die Palästinensische Befreiungsorganisation. Sie ist die politische Vertretung der palästinensischen Araber, die die Rückgabe ihrer Heimat vom Staat Israel fordern.

Vorgeschichte:

1947 hatte die UN-Generalversammlung in New York vorgeschlagen, die ehemalige britische Kolonie Palästina in zwei Teile zu trennen: in einen arabischen und einen jüdischen Staat. Als dieses Thema verhandelt wurde, wurden sowohl Juden als auch Araber nach ihrer Meinung gefragt. Als dann aber eine Entscheidung getroffen wurde fühlten sich beide Völker übergangenn und ihre Interessen nicht berücksichtigt. Nach der Entscheidung brachen bürgerkriegsähnliche Zustände aus. Während die jüdischen Einwohner Palästinas die Teilungsresolution feierten, wurde sie von den Mitgliedsstaaten der Arabischen Liga abgelehnt.

Es folgte der erste Israelisch-Arabische Krieg. Israel wehrte 1948/49 einen Angriff der arabischen Staaten Ägypten, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien ab. Sie erweiterten als Folge des Krieges sogar ihr Gebiet. 600 000 900 000 Palästinenser flohen vor den israelischen Truppen nach Jordanien und in den Gazastreifen beziehungsweise wurden in Lagern im Libanon und Syrien untergebracht.

Die Gründung der PLO

Der erste Palästinensische Nationalrat beschloss am 01.Juni 1964 in Jerusalem die Palästinensische Befreiungsorganisation zu gründen. Zum Vorsitzenden dieses politischen und militärischen Dachverbandes aller für einen unabhängigen arabischen Staat Palästina kämpfenden Gruppierungen wurde der UN-Diplomat Ahmed Shukeiry bestimmt. Die PLO sieht sich als Widerstandskämpfer gegen den Staat Israel.

Al-Fatah und Jassir Arafat

Die wichtigste Organisation innerhalb der PLO ist die Al-Fatah, die Bewegung zur Freiheit Palästinas. Nach der arabischen Niederlage im Sechs-Tage-Krieg, 1967, gewannen militärische Widerstandsbewegungen wie die Al-Fatah immer mehr an Gewicht in der PLO. 1968 wurde der bewaffnete Krieg gegen Israel in die Nationalcharta, das Grundsatzprogramm der PLO aufgenommen. Im Februar 1969 übernahm Jassir Arafat, der die AL-Fatah gegründet hatte, auch die Führung der PLO. Sein traditionelles Kopftuch wurde zum Symbol für den Befreiungskampf der Palästinenser.

Immer wieder wurden und werden Attentate von der PLO oder Splittergruppen der Bewegung verübt, wenn es darum geht, für ihre Belange zu kämpfen. So das Attentat bei den Olympischen Spielen in München 1972, bei dem 16 Menschen, elf von ihnen israelische Sportler, starben.

1974 wurde die PLO auf einem Treffen der arabischen Liga als rechtsmäßige Vertretung des palästinensischen Staates anerkannt. Kurz darauf wurde sie auch von den Vereinten Nationen anerkannt.

Intifada

Am 08.12.1987 kam es im palästinensischen Flüchtlingslager Jabalya im Gazastreifen zu Unruhen, im Zuge dessen eine wütende palästinensische Menschenmenge das israelische Militär mit Steinen und Brandsätzen angriff. Dies war der Beginn des palästinensischen Aufstandes in den besetzten Gebieten, die Intifada. Intifada ist der arabische Begriff für sich erheben und bezeichnet gewaltsame Aktionen der Palästinenser, die sich gegen die Israeli richten. Immer radikalere Gruppen, wie die Hamas, bekamen seither immer stärkeren Zulauf. Dadurch nahm auch die Gewalt zu, die von Seiten der israelischen Regierung ebenfalls geschürt wird.

Die PLO verhandelte in Oslo und Kairo 1993 über ein neues Abkommen. Ziel war die Unabhängigkeit des palästinensischen Volkes. Seit dem Abkommen vom 04.05.1994 verwaltet die PLO, geführt von Arafat, die teilautonomen Gebiete des Gazastreifens und von Jericho selbst; 1996 kamen noch sieben weitere Städte in der Westbank zu diesem Gebiet hinzu.

Camp David 2

Im Jahr 2000 kam es zu Verhandlungen im Camp David, dem Feriensitz amerikanischer Präsidenten. Der damalige US-Präsident Bill Clinten, Jassir Arafat und der israelische Ministerpräsident Ehud Barak verhandelten über ein mögliches Friedensabkommen. Die Gespräche scheiterten aber. Beide Seiten waren zu keinem Kompromiss bereit.

Die 2. Intifada

Ende 2000 riefen die Palästinenser die zweite Intifada aus. Seither wächst die Spirale von Gewalt und Gegengewalt. Während die Palästinenser mit Selbstmordattentaten an öffentlichen Plätzen, in Bussen, Cafés oder bei Veranstaltungen in israelischen Städten Terror ausüben, regiert die israelische Regierung mit einem Aufmarsch von Soldaten und Panzern, mit Bomben und der Zerstörung palästinensischer Siedlungen oder der Errichtung einer Mauer.

Wie die Gewalt im Konflikt zwischen Israel und Palästina gestoppt werden soll? Auf diese Frage hat im Moment kaum jemand eine Antwort, die beiden Seiten gerecht werden würde.

Im Jahre 2001 stellte die israelische Regierung schließlich auch Jassir Arafat unter Hausarrest. Dadurch sank sein Einfluss und der der PLO und extremistischere und noch gewaltbereitere Gruppen gewinnen ständig an Einfluss.

-ab-27.05.04 Text / Foto: Palästinensische Flagge.

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