Das Känguru: Australiens berühmtes Beuteltier

Mit ihren kräftigen Hinterbeinen und dem dicken Schwanz können Kängurus sehr weite Sprüngen machen. Quelle: © Fernando Cortes, shutterstock

 

Das Känguru ist – vielleicht neben dem Koalabär – Australiens bekanntestes Tier. Das Beuteltier ist zwischen 25 und 165 Zentimeter groß, bewegt sich fort, in dem es überwiegend auf den Hinterbeinen hüpft, hat einen kräftigen Stützschwanz, schwache Vorderbeine und einen kleinen Kopf.
Beuteltiere waren früher auf allen Kontinenten zu Hause. Heute finden wir sie nur noch auf Neuguinea, in Australien und in Südamerika. Am formenreichsten sind die Beuteltiere Australiens. Es handelt sich hier um Säugetiere, die sich nach der sehr frühen Geburt in einem Beutel am Bauch ihrer Mutter weiterentwickeln. Der Name kommt von diesem Beutel, der am Bauch von besonderen Beutelknochen gestützt wird.

Entwicklung

Nach kurzer Tragezeit (30-40 Tage) wird ein ungefähr daumengroßes Junges geboren. Nach der Geburt krabbelt es in den Beutel der Mutter und saugt sich dort an einer Zitze fest, um hier seine Entwicklung zu vollenden. Die heranwachsenden Jungtiere bleiben für ungefähr acht Monate im Beutel, so lange bis es für sie zu schwierig wird, sich dort hineinzuzwängen. Vorher kehren sie nach ihren Ausflügen gerne in den Beutel zurück, und gucken mit dem Kopf heraus.

Lebensraum

Die Kängurus bewohnen Busch- und Grasbenen sowie lichte Wälder. Einige Kängurus können sogar auf Bäume klettern. Mit ihren kräftigen Hinterbeinen können sie sehr weite Sprünge machen. Bei diesen Sprüngen dient der dicke Schwanz als Stütze und zum Balance halten. Die Vorderbeine sind dagegen viel kleiner. Vor zu großer Hitze schützen sie sich zwischen den Felsen oder im Schatten der Bäume. Zur Kühlung lecken sie die Sohlen ihrer Pfoten.

Viele Arten

Etwa 50 Känguruarten leben in großer Zahl in Australien. Während die kleinsten Kängurus nur so groß wie Kaninchen sind, können die größten Arten höher als ein Mensch werden, so beispielsweise das rote und graue Riesenkänguru. Eine besondere Art ist das Wallaby. Dieses Känguru zeichnet sich durch einen schmalen langen Kopf und große Ohren aus, es ist ungefähr einen Meter hoch und durchschnittlich zehn Kilo schwer. In den Baumkronen der tropischen Regenwälder von Nordost-Queensland leben die Baumkängurus. Bemerkenswert ist auch das Felskänguru.

Feinde

Der größte Feind dieser Tiere ist der Mensch. Australische Viehzüchter töten pro Jahr Tausende Kängurus, weil sie glauben, dass sie den Schafen und Rindern das Futter wegnehmen. Tatsächlich führt die rasche Vermehrung einiger Känguruarten zu nicht unerheblichen Konflikten. Sieben Känguruarten sind deshalb von der australischen Regierung zum Abschuss freigegeben worden.
Seit der Besiedlung Australiens sind einige Känguruarten bereits ausgestorben. Neben der Jagd waren in den Kontinent eingeführte Tiere wie Hunde oder Füchse die Hauptursache.

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