Warum gibt es Vulkane nicht überall auf der Erde?

 

Über 1000 Vulkane liegen entlang der Küsten des Pazifischen Ozeans. „Woran liegt es, dass hier so viele Vulkane liegen und an anderen Stellen der Erde überhaupt keine Vulkane zu finden sind?“ Diese Frage stellte Leonie, 9 Jahre.

 

 

 

 

 

 

In Ländern wie Japan, Indonesien oder auf Island leben die Menschen seit Jahrhunderten mit Vulkanausbrüchen. Quelle: © Alexey Kamensky, Shutterstock

 

 

 

Die meisten Vulkane findet man entlang der Küsten des Pazifischen Ozeans. Als sogenannter "Ring des Feuers", liegen sie wie Perlen an einer Kette hintereinander aufgereiht. Diese Vulkankette beginnt auf Neuseeland, zieht sich durch die Inselwelt der Südsee, über Indonesien und die Philippinen nach Japan bis zur russischen Halbinsel Kamtschatka. Sie führt über die Beringstraße über Alaska und die Westküsten Kanadas und der USA über Mittel- und Südamerika bis nach Feuerland. Auch in der Karibik, auf Island, auf Hawaii, längs durch das Mittelmeer und in Ostafrika findet man solche Vulkanketten.

 

Vulkane entstehen durch Plattentektonik

 

Als Ursache dafür, dass Vulkane meist gehäuft auftreten, sehen die Forscher die so genannte Plattentektonik der Erde an. Damit ist Folgendes gemeint:
 
Die Kontinente treiben auf der Erdoberfläche und sind nicht einfach starr. Die Erdkruste ist in ein Mosaik von sieben großen und über 20 kleinen, bis zu 100 Kilometer dicken Platten zerbrochen. Diese Platten tragen wiederum die Ozeanböden. Die Pazifische Platte trägt zum Beispiel den Pazifischen Ozean. Einige Platten tragen auch die Kontinente. Wie Eisschollen treiben diese Platten mit Geschwindigkeiten von wenigen Zentimetern pro Jahr in verschiedenen Richtungen dahin. Angetrieben werden sie von Bewegungen im glutflüssigen Erdinneren. Von der Erdwärme angeheizt, steigen und sinken Ströme zähflüssigen Gesteins.

 

Brechen Erdplatten auf, steigt Magma aus dem Erdkern auf

 

Nun kann es passieren, dass die unterirdischen Kräfte an manchen Stellen die Platten auseinanderziehen. Es entsteht ein Spalt, dort steigt Magma auf und erstarrt zu Basaltgestein. So entsteht immer neues Plattenmaterial. Da die Erdoberfläche sich nicht unendlich vergrößern kann und an diesen Spreizzonen ständig neues Plattenmaterial entsteht, muss es an anderen Stellen verschwinden. So gibt es Zonen, wo sich eine Platte immer wieder ruckartig unter die andere schiebt. Bei jedem Ruck gibt es ein Beben. Gerade in solchen so genannten Subduktionszonen bilden sich besonders viele Vulkane. Also in Zonen, in denen die Kontinentalplatten aufeinandertreffen und sich untereinander schieben.