Hören, Fühlen, Schmecken: Die Sinne der Pflanzen

 

Sprechen und hören können offenbar die jungen Wurzeln von Maispflanzen. Ob sie sich mit anderen Pflanzen unterhalten?

Pflanzen wurden lange Zeit unterschätzt. Man traute ihnen kaum Sinnesleistungen zu wie Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken. Doch Laborexperimente haben gezeigt, dass Pflanzen ihre Umwelt unheimlich feinfühlig wahrnehmen können und auch in der Lage sind, sich untereinander zu verständigen.

Einige Pflanzen scheinen sogar ein Gedächtnis zu besitzen. Dabei verfügen sie weder über Gehirn noch Nervensystem. Wie Pflanzen Licht, Düfte und Berührungen wahrnehmen und wie sie Informationen verarbeiten ist größtenteils noch ungeklärt. Die für Sinneswahrnehmungen erforderlichen Sensoren sitzen in verschiedenen Pflanzenteilen, etwa in Wurzeln und Blättern. Für den Informationstransport haben Pflanzen keine speziellen Nervenzellen,; diese Aufgabe übernehmen gewöhnliche Zellen.

Sehen

Pflanzen haben keine Augen, aber sie können Licht mit speziellen Lichtsensoren wahrnehmen. Mit der Fähigkeit, verschiedene Arten von Strahlung wahrzunehmen, können Pflanzen zum Beispiel Dauer und Richtung der einfallenden Strahlung und damit auch die Tageslänge ermitteln. So wissen Pflanzen beispielsweise, wann sie sich im Herbst auf die Kälte einstellen müssen und wann sie im Frühjahr mit dem Austreiben beginnen müssen.

Hören

Nur, weil wir Pflanzen nicht hören können, heißt es noch lange nicht, dass sie Stumm sind. So geben die Wurzelspitzen von jungen Maispflanzen zum Beispiel Klicklaute von sich. Und können offensichtlich auch hören. Im Versuch wurde festgestellt, dass sie auf künstlich erzeugtes Brummen besonders schnell wachsen. Auch Getreidewurzeln können Töne erzeugen. Ob sich die Pflanzen miteinander unterhalten?

Riechen

Akazien haben ein Warnsystem entwickelt, wie sie sich untereinander vor Feinden warnen. Machen sich Fressfeinde, wie Giraffen, an einem Baum zu schaffen, stößt dieser sofort das Gas Ethylen aus. Die benachbarten Akazien registrieren das Warnsignal sofort und produzieren ebenfalls das Gift, dass den Tieren den Appetit verdirbt.

Schmecken

Ähnlich cleverc reagiert der Rosenkohl, wenn bestimmte Schmetterlingsarten ihre Eier mit Klebstoff an ihre Blätter heften. Da sie einen Bestandteil des Klebstoffes schmecken können, verströmen die Rosenkohlpflanzen einen Duftstoff, der wiederum Schlupfwespen anlockt. Diese legen ebenfalls Eier, deren daraus schlüpfenden Larven die Schmetterlingsbrut verspeisen. So ist der Rosenkohl die unliebsamen Eindringlinge,  die es auf seine Blätter abgesehen haben, wieder los.