Warum stranden Wale?

Immer wieder wird in den Nachrichten davon berichtet, dass Wale gestrandet sind. Viele von diesen Tieren sterben, weil sie ersticken. Warum passiert das? Katharina, 9 Jahre, stellt uns diese Frage.

An den Küsten Neuseelands stranden häufiger große Wale, wie hier dieser Buckelwal.

 

Immer wieder stranden Wale, manchmal gibt es sogar Massenstrandungen von Tiergruppen. Das passiert häufig an der Ostküste Nordamerikas, in Australien, Neuseeland oder sogar bei uns an der Nordsee. Geforscht wird nach den Ursachen, aber es kann mehrere Gründe haben, warum die Tiere stranden.

Wale, die in Schulen schwimmen, lassen sich von einem Leittier führen. Ist dieses Leittier schwach oder krank, kann es passieren, dass ihm seine Mitschwimmer ins seichte Wasser folgen - und dadurch stranden.

Winde und Strömungen

Auch an den Küsten Südost-Australiens stranden immer wieder Wale. Jetzt haben Forscher herausgefunden, dass dort bestimmte Winde das Stranden verschulden. Diese West- und Südwinde rauben den Tieren die Orientierung und viel Kraft. Zudem verursacht der Wind einen Wasserstrom Richtung Küste. Diese Strömung enthält besonders viele leckere kleine Meerestiere. So folgen die erschöpften Wale ihrem Futter bis zur Küste.

Auch flache, sandige Unterwasserböschungen sind gefährlich. Die flachen Schlickbänke geben nur ein undeutliches Echo, sodass die Wale von ihrem Schallortungssystem nicht gewarnt werden.

Orientierung am Erdmagnetfeld

Forscher nehmen an, dass manche Walarten, wie der Grindwald, sich ähnlich wie Zugvögel an den Linien des Erdmagnetfeldes orientieren. Darauf deuten Magnetitkristalle hin, die man in ihren Köpfen fand. Die Stärke des Erdmagnetfeldes schwankt kleinräumig; das Muster dieser Schwankungen bildet eine Art Landkarte, nach der sich die Wale orientieren. In der Nähe von Küsten können aber Störungen auftreten. Tiere, die nur die hohe See kennen, sind damit nicht vertraut und stranden im flachen Wasser.

Lärm im Meeer nimmt zu

Eine weiterer Grund kann der Lärm sein, der in den Meeren herrscht. Militärische Schiffe oder Forschungsschiffe mit Sonargeräten, zunehmender Schiffsverkehr, Bohrinseln oder Eisbrecher - wenn Tiere auf den enormen Lärm und starken Schalldruck stoßen, verlieren sie die Orientierung. Wasser leitet Schall noch besser als die Luft und bisher hat sich kaum jemand darum gekümmert, welchen Lärm Schiffsmotoren auf hoher See machen. So sind viele Experten davon überzeugt, dass der zunehmende Zivilisationslärm die Wale in Schwierigkeiten bringen.

 Noch mehr zum Thema erfähhsrt du in WAS IST WAS Band 85 Wale und Delfine. Die sanften Riesen

sowie in WAS IST WAS 143 Ozeane. Die Meere erforschen und schützen