Nessie: Ein Dino in den Highlands?

Die angeblichen Sichtungen des Seeungeheuers Nessie im schottischen Loch Ness beflügelte die Fantasie der Künstler. Bei eallen Darstellungen fällt der extrem lange Hals auf - den auch die Plesiosaurier hatten.

 

Nessie macht seit einigen Jahrzehnten – angeblich -  den See Loch Ness in den schottischen Highlands unsicher.  Gibt es das mysteriöse Tier Nessie tatsächlich und ist es vielleicht ein Dino, der überlebt hat?

Im gebirgigen Norden Schottlands, den Highlands liegt er friedvoll, langgestreckt und sehr, sehr tief der See Loch Ness. Oft scheinen die Wolken die grünen Hügelketten rund um den See zu berühren.

Blickt man ins Wasser so sieht man nichts. Das liegt zum einen an den Schwefelpartikeln, die auch dem Taucher einen klaren Blick verwehren. Ein weiterer Grund ist die ungewöhnliche Tiefe des Sees: Mindestens 226 Meter geht es hinab. Durch seine Tiefe ist Loch Ness der größte Süßwasserspeicher Großbritanniens. Ob sich in ihm auch Geheimnisse verbergen, ist ungewiss.

Gab es Nessie schon im Mittelalter?

Bereits im Mittelalter soll – der Sage nach -  ein Untier im See gelebt haben. Doch richtig bekannt wurde die Geschichte um ein Monster aus der Tiefe erst am 2. Mai 1933, als die örtliche Zeitung eine Meldung von der Sichtung des Ungeheuers brachte. Es soll mehrere Meter lang gewesen sein und große Wellen erzeugt haben.

Etwa ein Jahr später, am 19. April 1934 wurde sogar ein Foto veröffentlicht, auf dem Nessie, so der Spitzname des Wesens, zu sehen sein soll. Zwei Buckel und ein Kopf, der sich aus dem Wasser erhebt, sind darauf abgebildet. Doch um was für ein Tier könnte es sich handeln?

Ist Nessie ein Dino?

Kein heute lebendes Tier bewegt sich auf die beschriebene Art und Weise fort und zeigt dabei mehrere Teile seines Körpers über der Wasseroberfläche, auch Aal oder Wasserschlange kommen nicht in Frage. Diskutiert wurde unter anderem, ob es sich vielleicht um einen ungewöhnlich langen Stör handele. Diese Fische sind in der Gegend häufig.

Eine völlig andere Theorie führt uns ins Erdmittelalter, in die Zeit von vor rund 100 Millionen Jahren. An Land herrschten damals die Dinosaurier. Im Wasser lebten unter anderem ihre Verwandten, die Plesiosaurier, Meeresreptilien, die mit langem Hals und kleinem Kopf recht gut auf die Beschreibung des schottischen Ungeheuers passen.

Doch könnte es sein, dass sich vorzeitliche Tiere hier erhalten haben? Biologen halten dies für sehr unwahrscheinlich, denn schließlich hätte nicht ein einzelnes Tier über so lange Zeit überleben können. Um eine Tierart über Jahrmillionen zu erhalten, wäre jedoch schon eine recht große Gruppe von Individuen nötig und die hätten sich im Loch Ness unmöglich alle ernähren können.

Andererseits sind sich Meeresbiologen darüber im Klaren, dass in den Tiefen der Ozeane allerlei Lebewesen existieren, die bisher noch völlig unbekannt sind und gemeint sind dabei keineswegs nur kleine Meeresbewohner. Könnte ein besonders tiefer See da nicht auch noch für eine Überraschung gut sein?

Alles nur Fälschung?

Rund 60 Jahre nach Erscheinen des sensationellen Nessie-Fotos, gaben zwei verschiedene Männer an, die Fotografie gefälscht zu haben. Ein Spielzeugboot mit etwas Ton verkleidet ergab das Motiv offenbarte Marmaduke Wetherell, einer der beiden mutmaßlichen Fälscher.

Doch auch weitere Sichtungen lassen Unsicherheit aufkommen, da die Beschreibungen sich sehr voneinander unterscheiden. Einmal wird das Wesen als zu groß geratener Otter beschrieben, der sogar über eine Straße läuft, ein andermal handelt es sich um ein Ungeheuer mit einem Buckel, so groß wie ein umgedrehtes Boot.

So zahlreich wie die verschiedenen Wesen sind auch die Erklärungen, was es mit diesen Phänomenen auf sich haben könnte. Durchs Wasser schwimmende Hirsche oder Pferde werden ebenso genannt wie plötzliche Wellen, die durch vulkanische Tätigkeiten am Boden des Sees ausgelöst würden.

Nessie lässt uns nicht los

Der britische Fernsehsender BBC schickte im Sommer 2003 ein Forschungsteam los, das den See mit Sonarstrahlen bis zum Grund durchleuchten sollte. Das Ergebnis: nichts. Allerdings gelang es dem BBC nicht, die gesamte Seefläche abzusuchen.

Nach einigen Jahren, in denen es ruhiger um Nessie wurde, veröffentlichte ein Mann namens Gordon Holmes im Mai 2007 ein Video von einem etwa 15 Meter langen, aalähnlichen Wesen, das schnell schwimmt. Was tatsächlich auf dem Film zu sehen ist, wird derzeit noch untersucht. Es bleibt also spannend.

Noch mehr zum Thema erfährst du in WAS IST WAS Band 15. Dinosaurier. Im Reich der Riesenechsen