Die Frage der Woche: Wie entstehen Korallenriffe und wer lebt darin?

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Die Frage der Woche: Wie entstehen Korallenriffe und wer lebt darin?

Jede Woche beantworten wir euch Fragen zu allen möglichen Themen. Heute fragt uns Frederick: Wie entstehen Korallenriffe und wer lebt darin? Hier erfahrt ihr die Antwort ...

Was ist ein Riff?



Der Begriff Riff stammt vom niederdeutschen Wort ref, das Rippe bedeutet, ab. Ein Riff ist eine lange, aber schmale Erhebung auf dem Gewässerboden, die es in verschiedensten Varianten gibt.



Es existieren Felsenriffe (auch Klippen genannt), vom Menschen künstlich geschaffene Riffe, Sandriffe (werden auch als Sandbänke bezeichnet), Riffe die aus Muscheln bestehen und natürlich Korallenriffe.

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Die Korallenriffe kann man wiederum in zwei Typen, nämlich das tropische Korallenriff und die Tiefwasserriffe, unterscheiden.

Das tropische Korallenriff besteht aus Korallen, die nur bei Wassertemperaturen um die 20°C überleben können und Sonnenlicht zum Überleben brauchen. Die tropischen Korallenriffe treten daher nur innerhalb des Äquators auf und existieren nur bis zu einer bestimmten Tiefe, da das Sonnenlicht mit zunehmender Wassertiefe abnimmt.



Gänzlich anders scheinen die Tiefwasserriffe zu sein. Dieser Rifftyp besteht allerdings nur aus einzelnen Korallen, die in der Regel keine echten Riffe bilden. Dafür treten diese Korallen auch bei Temperaturen unter 20°C auf und können häufig ohne Sonnenlicht überleben.





Was sind Korallen?



Korallen werden auch Blumentiere genannt. Sie zählen zu der Gruppe der Hohltiere und werden aufgrund ihres blumenartigen Aussehens oft mit Pflanzen verwechselt. Allerdings liegt der Koralle ein tierischer Bauplan mit Mundöffnung und Magen zugrunde, wodurch sie eindeutig den tierischen Organismen zugeteilt werden können.


Es gibt zwei große Korallengruppen: Weichkorallen und Hartkorallen. Die riffbildenden Steinkorallen aus der Gruppe der Hartkorallen sind die bekanntesten. Von ihnen gibt es an die 500 Unterarten.


Das Skelett einer Steinkoralle beherbergt mehrere Polypen. Diese Polypen sind die eigentlichen Lebewesen. Sie liegen im Kalkskelett eingebettet und sondern weiterhin Kalkablagerungen ab, wodurch das Skelett immer weiter wächst.




Wie entsteht ein Korallenriff?



Da Steinkorallen in großen Kolonien leben, entsteht mit der Zeit aus den Kalkablagerungen der Skelette ein gewaltiges Kalkgebilde, groß wie ein unterseeisches Gebirge: ein Korallenriff. Der größte Teil dieser Riffart besteht aus den Skeletten schon abgestorbener Korallen, in denen keine Polypen mehr enthalten sind.



 

Es gibt mehrere Arten des tropischen Korallenriffs: Saumriffe, Barriereriffe, Plattformriffe und Atolle.

Schema eines Saumriffes.


Saumriffe erstrecken sich parallel zur Küste. Sie entstehen am Ufer und bilden sich immer weiter in Richtung des Ozeans aus, bis der Meeresboden steil abfällt.





 

Barriereriffe sehen aus wie eine Art Barriere im Meer. Damit ein Barriereriff ensteht, muss sich entweder der Meeresboden senken oder der Meeresspiegel erhöhen.

Schema eines Barriereriffes



Außerdem spielen bei dieser Riffart geologische Prozesse eine wichtige Rolle. Diese Prozesse formen über einen sehr langen Zeitraum das Barriereriff. Das bekannteste Barriereriff ist das australische Great Barrier Reef.



 

Ein Plattformriff ist ein Riff, das sich nicht nur in Küstennähe, sondern auch im offenen Meer bilden kann.

Schema eines Plattformriffes.

Es dehnt sich zu allen Seiten hin aus und die Größe eines Plattformriffs kann von circa hundert Metern bis zu 2 Kilometern reichen. Diese Riffart kann sich bis zur Oberfläche ausdehen und bildet dann Sandbänke und kleinere Inseln.



Ein Atoll ist ein ringförmiges Korallenriff, das normalerweise aus Saumriffen um eine Vulkanische Insel herum entsteht.

Ein Atoll umschließt ein seichtes, vom Meer abgetrenntes Gewässer, eine so genannte Lagune.

Ein bekanntest Beispiel für Atolle sind die Malediven, die aus 26 Atollen bestehen.

Die Grafik rechts zeigt die Entstehung eines Atolls.



Welches Leben gibt es in Korallenriffen?



Mit den vielen Verzweigungen und Höhlen in den Kalkskeletten bietet das Riff nicht nur für die Polypen einen Lebensraum, sondern ebenfalls für viele andere Lebewesen.



Unter anderem Weichkorallen, Seerosen, Muscheln, Würmer, Krebstiere, Schwämme, Wale, Meeresschildkröten, aber auch viel junge Fische wie zum Beispiel Riffhaie wachsen in einem Korallenriff auf.



Außerdem sind häufig bestimmte Vogelarten in der Nähe von Korallenriffen anzutreffen. Für sie bietet ein Korallenriff eine optimale Nahrungsversorgung.







Das Wort Polyp kommt aus dem griechischen und bedeutet vielfüßig. Der Polyp ist eines der Stadien in der Individualentwicklung der Nesseltiere.



Text: RR, Stand: 26. 3. 2012, Grafiken: Normann Z (Riffe, PD), Susan Mayfield und Sara Boore (Atoll, PD); Fotos: Mahmoud Habeeb/USAID (Korallenriff im Roten Meer, PD), Rosenbauer (Riffhai).

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt