Spannend: Der Große Preis der Türkei

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Spannend: Der Große Preis der Türkei

Am 21.August 2005 ist es endlich soweit: Der Istanbul Racing Circuit, 75 Kilometer östlich der türkischen Hauptstadt am Bosporus gelegen, wird Austragungsort eines Grand Prix! Im September 2003 wurde mit dem 60 Millionen teuren Projekt begonnen. Zunächst musste viel Fels in diesem kargen und steinigen Land weichen, um Platz für den Rundkurs und die Tribünen für rund 130 000 Zuschauer zu schaffen. Dann konnte mit dem Bau begonnen werden. Und nun sind alle gespannt, wer das erste Formel-1-Rennen in der Türkei für sich entscheiden wird......

Der neue Kurs: Otodrom bei Istanbul

Der Kurs

Laut der offiziellen Website - man findet sehr unterschiedliche Zahlen - beträgt eine Runde 5,340 Kilometer. Gefahren werden 58 Runden, insgesamt 309,72 Kilometer.

Knapp 310 Kilometer, die wieder viel Spannung versprechen, denn wie auch bei den bisher von ihm gestalteten, neuen Rennstrecken im malaysischen Sepang, Bahrain oder Singapur hat Architekt Hermann Tilke versucht, die besonderen landschaftlichen Gegebenheiten in den Kurs einzubauen: So ist das Gelände besonders uneben und die Rennstrecke gewinnt ihren Reiz durch Steigungen und Gefälle. Außer der Start- und Zielgeraden führt die Strecke immer wieder bergauf und bergab und birgt so spezielle Anforderungen beim Bremsen an die Fahrer.

"Anders herum!"

6 Rechts- und 8 Linkskurven müssen bewältigt werden und das - eine besondere Eigenheit des Kurses - gegen den Uhrzeigersinn! Dabei sollen Geschwindigkeiten bis zu 320 Kilometer gefahren werden.

Der derzeit führende in der Formel-1-Saison 2005: Der Spanier Fernando Alonso in seinem Renault F1

Besondere Herausforderungen:

Der Aachener Hermann Tilke glaubt auf jeden Fall, dass er wieder einen spannenden Kurs für Zuschauer und Fahrer entwickelt hat, mit einigen Hochgeschwindigkeitsabschnitten und Überholmöglichkeiten. So hat er unter anderem eine 180-Grad-Kurve entworfen, die aus geraden Segmenten zusammengesetzt wurde und dadurch keinen flüssigen Radius hat. Hier müssen die Fahrer ihr Können beweisen, indem sie dennoch die Ideallinie finden. Nur dann könnten sie mit voller Geschwindigkeit und ohne zu bremsen die Kurve durchfahren. Finden Alonso, Räikönnen, Schumachers und Co die Ideallinie nicht, müssen sie einige Male korrigieren und das kostet sie natürlich wertvolle Hundertstel.

Weiterhin wechseln enge Kurven und lange Geraden immer wieder ab - und auch das, so Tilke, bedeutet Schwerstarbeit für die Piloten. Nicht zu vergessen, die zu erwartenden Temperaturen von über 40 Grad Celsius!

Ob Ferrari auf der neuen Strecke die Nase vorne hat?

Wer stellt sich am besten auf die neue Strecke ein?

Ein neuer Kurs bedeutet für die Fahrer und ihre Teams jedes Mal eine neue Herausforderung und besondere Vorkehrungen. So haben viele Fahrer während der Rennpause besonders trainiert um konditionell fit zu sein und dadurch die erwartete, extreme Hitze besser zu überstehen.

Üben an der Playstation

Auch die Mechaniker gehen davon aus, dass die Motoren extrem belastet werden. Um sich vorzubereiten, haben Fahrer und Techniker das Rennen immer wieder am Computer simuliert. So konnte man einige Werte an den Fahrzeugen schon abstimmen: Wie ist der Belag tatsächlich? Wie liegt der Wagen auf dieser Strecke? Was sind die Eigenheiten des Kurses? Wie stark werden hier die Bremsen benötigt? Wie muss eine passende Kühlung aussehen und welche Materialmischung benötigen die Reifen?

Aber dennoch bleiben viele Fragen, die erst auf der Strecke beantwortet werden. Deshalb fieberten alle schon dem ersten Training auf dem neuen Kurs entgegen: Welche Taktik führt hier zum Erfolg? Wo kann man Zeit verlieren und wo zurückgewinnen? Wo ist ein Überholmanöver möglich?

So fiebern Fahrer und Formel-1-Fans dem Rennen im so genannten Otodrom entgegen. Aber auch die türkische Regierung setzt viele Hoffnungen in diese Rennstrecke, denn sie hat sich stark an den rund 60 Millionen Dollar, die der Ausbau der Strecke gekostet hat, beteiligt. Jetzt hofft sie, dass mit der Formel 1 auch mehr und vor allem neue Touristen in die Türkei gelockt werden können.

Mehr über die Rennfahrer, die Rennställe, Reifen, Schikanen und die Geschichte und Highlights der Formel 1, könnt ihr im Band Formel 1 aus der Reihe WAS IST WAS nachlesen.

-ab-16.08.2005 Text / Fotos: Fernando Alonso: Offizielle Homepage Fernando Alonso; Kurs: http://www.msoistanbul.com/, die offizielle Seite des Grand Prix von Istanbul auf Türkisch und Englisch;

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