Kuckuck Eier in fremden Nestern

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Kuckuck Eier in fremden Nestern

Wer aufmerksam durch Wald und Wiesen läuft, kann jetzt wieder den Ruf des Kuckucks. Der scheue Vogel, der fast auf der ganzen Welt zu finden ist hat eine Besonderheit: Cuculus canorus - so sein wissenschaftlicher Name - legt Eier in die Nester anderer Vögel und lässt sie ausbrüten. Ganz schön clever...

Scheinbar unscheinbar:

Mit seinen rund 34 Zentimetern Größe ist der Kuckuck etwa so groß wie sein Vorgänger unter den Jahresvögeln, der Turmfalke (siehe Artikel unten). Sein Schwanz ist gestuft und weiß gefleckt. Während die Männchen meistens eher eine graue Färbung aufweisen, gehen die Weibchen eher ins Bräunliche. Am Bauch ist der Kuckuck grau-weiß gebändert und ähnelt einem Sperber. Doch so unspektakulär er aussehen mag, so berühmt ist sein Ruf, nach dem der Kuckuck auch benannt wurde. Er ist so einprägsam, dass Uhrenmacher eben auch auf die Idee kamen, den Ruf für ihre Uhren zu nutzen.

Eier in fremde Nester

Eine Besonderheit des Kuckucks ist sein Brutverhalten. Das Weibchen legt die Eier in die Nester anderer Vögel, sogenannter Wirtsvögel. Diese sollen dann den Nachwuchs ausbrüten und aufziehen. Dieses Verhalten nennt man Brutparasitismus. Ist der Jungkuckuck geschlüpft, schiebt er die anderen Eier und Jungvögel über den Nestrand und lässt sich allein aufziehen. Dabei ist der Kuckuck auf bestimmte Wirtsvögel geprägt, die fast alle kleiner sind als er, so zum Beispiel Bachstelzen, Hausrotschwänze, Rotkehlchen oder Zaunkönige. Daneben aber auch Teichrohrsänger, die nur im dichten Schilf, an Teichen, Seen oder Flüssen vorkommen oder Wasserpieper, die vor allem am Alpenrand beheimatet sind.

Lebensraum gefährdet

Doch gerade artenreiche, vielfältige Lebensräume, die der Kuckuck zum Überleben benötigt, sind gefährdet. Monokulturen, der Straßenbau, das Begradigen von Flüssen, das Trockenlegen von Auen und Seelandschaften setzen dem Bestand zu. Da auch die Wirtsvögel bedroht sind, findet der Kuckuck immer weniger fremde Nester um seine Eier abzulegen. Auch das Nahrungsangebot des Kuckucks wird immer geringer. Der Insektenfresser findet durch den vermehrten Einsatz von Pestiziden immer schlechter Futter.

Rückläufiger Bestand

In Deutschland geht der Kuckucksbestand schon seit Mitte der 60er Jahre zurück. Doch gerade in den letzten zehn Jahren hat die Zahl der Vögel vor allem in Nordrhein-Westfalen, Niedersachen, im Saarland und in Baden-Württemberg bis zu 30 Prozent abgenommen. Besonders häufig ist der scheue Vogel noch im Spreewald oder in den bayerischen Voralpen anzutreffen. So geht man in Deutschland insgesamt von 51.000 bis 97.000 Brutpaaren aus. Europaweit sollen es zwischen 4,2 bis 8,6 Millionen Paare sein.

Langstreckenzieher

Außer in Island und im äußersten Norden Russlands ist der Kuckuck ab April bis Mai eigentlich in allen europäischen Ländern anzutreffen. Doch auch diese melden, mit Ausnahme Osteuropas, sinkende Zahlen. Doch nicht nur in Europa geht der Lebensraum des Kuckucks immer mehr verloren. Auch in seinem Winterquartier in Afrika ist er in Gefahr.  Dort lebt er vorzugsweise in der Nähe von Wasserläufen oder in Savannen mit Akazienbestand - doch auch diese werden immer weniger.

Sprichwörtlich populär:

Dabei nutzen wir den Kuckuck häufig sprachlich. das merkt man an den vielen Sprichwörtern und Ausdrücken, in denen er vorkommt. Wie bei "Du hast mir ein schönes Kuckucksei gelegt" (= du hast mir etwas heimlich untergeschoben) über "Du wohnst wohl in Wolkenkuckucksheim" (= in einer Fantasiewelt) oder "Scher dich zum Kuckuck!" (= zum Teufel) - es gibt viele Beispiele, in denen uns der Kuckuck auch sprachlich begegnet.

-ab- 28.11.2007 / auf Basis der NABU Pressemitteilung. Fotos: Kuckuck mit Teichrohrsänger: NABU / Pressefoto, D.Kjaer/rspb-images.com. Kuckuck 4:

Foto: NABU/P. Zeininger; Kuckuck füttert Junges: Tessloff Archiv.


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