Wieder auf dem Damm - Der Biber ist zurück

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Wieder auf dem Damm - Der Biber ist zurück

Jahrhunderte lang rückten die Menschen dem Biber auf den Pelz: Er wurde gejagt wegen seines schönen Fells, sein Fleisch galt als Delikatesse, das Drüsensekret Bibergeil, mit dem er sein Revier markiert, als Wundermittel der Medizin. So lange, bis man ihn in Deutschland Ende des 19. Jahrhunderts endgültig ausgerottet hatte. Vor 40 Jahren wurde der Biber dann wieder bei uns heimisch gemacht: Durch ein gezieltes Wiederansiedlungsprogramm des Bund Naturschutz.



Mit teilweise großem Erfolg. Allein in Bayern, wo das Vorkommen mit Abstand am größten ist, gibt es wieder an die 7.000 Biber. Auch entlang der Elbe und Havel haben sich im Raum Berlin/Brandenburg an die 1.800 Tiere niedergelassen. Die Gesamtpopulation in Deutschland wird mittlerweile auf 14.000 geschätzt. Die Prognose für die Zukunft ist gut: Der Biber wird sich in den nächsten Jahren noch in weiteren freien Gebieten niederlassen.

Unter Naturschutz



Längst steht Meister Bockert wie er im Volksmund gerne genannt wird - unter Naturschutz und darf fast überall ungehindert seine Kanäle, Dämme und Burgen bauen. Der Biber gehört nämlich zu den genialsten Konstrukteuren des Tierreichs. Er kann ohne Übertreibung als kleiner Architekt bezeichnet werden. Seine riesigen Nagezähne, der platte Schwanz und die scharfen Krallen sind für ihn wichtige Werkzeuge bei der Arbeit, die zu einem großen Teil unter Wasser stattfindet.



Genialer Architekt

Der Biber lebt im Familienverbund an stehenden und fließenden Gewässern. Sein Lebensraum ist die so genannte Biberburg das sind kunstvoll aus Stämmen und Ästen errichtete Dämme, in deren Inneren sich eine ausgepolsterte Höhle befindet. Das Material für sein Bauvorhaben besorgt sich der Biber in unmittelbarer Umgebung. Er sammelt Stämmchen und Zweige und fällt schon mal in wenigen Stunden einen mittelgroßen Baum allein mit Hilfe seiner Nagezähne!

Naturtalent im Landschaftsbau

Der aktive Nager erweist sich als wahres Naturtalent im Landschaftsbau. Durch seine Baumaßnahmen nutzt er nicht nur sich selbst, sondern auch anderen Tieren und Pflanzen. Wo zum Beispiel Bäume und Gestrüpp eine ungenutzte Wiese überwuchern, setzt der Biber zum Kahlschlag an. Seltene Pflanzen wie Orchideen haben dann z.B. wieder Platz zum wachsen. Und wo Biber Stauseen bauen, sind auch Frösche nicht weit. Das wiederum ist die Lieblingsspeise von Schwarzstörchen, die dank der Biber ebenfalls zu uns zurückgekehrt sind.


   

Vielen Bauern ein Dorn im Auge

Während Biologen beim Anblick des Bibers in Deutschland ins Schwärmen kommen, ist der Nager aber vielen Bauern ein Dorn im Auge. Weil er die Landschaft nach seinen eigenwilligen Gesichtspunkten umgestaltet, kommt er manchmal eben doch mit den Menschen in Konflikt. Umgesiedelt wird der Biber aber nur in Ausnahmefällen. Zum Beispiel wenn er in der Kulturlandschaft große Schäden anrichtet zum Beispiel ständig Felder und Wiesen unter Wasser setzt oder durch Baumfällarbeiten Zäune zerstört. Doch in der Regel halten sich große Biberbestände sowieso am liebsten in abseits gelegenen Flussauen auf.  

Biber live erleben 

Wer einen Biber einmal in echt erleben möchte, hat die besten Chancen im Zoo oder Tierpark. Und selbst da verstecken sich die scheuen Nager oftmals vor den Besuchern. In freier Wildbahn wird es noch schwieriger. Da muss man sich schon sehr gut in einem Biberrevier auskennen oder am besten gleich an einer Biberexkursion teilnehmen. Solche Ausflüge geführt von echten Biberexperten werden von manchen Naturschutzvereinen angeboten.

Ausstellung im Naturkundemuseum Olten

Kinder, die in der Schweiz wohnen oder dort zu Besuch sind, haben außerdem aktuell die Möglichkeit, im Naturkundemuseum Olten die Sonderausstellung Baumeister Biber (noch bis 12. November 2006) zu besuchen. Im Biberkino kann der Oltner Biber beobachtet werden, der im letzten Winter mit einer Infrarot-Videokamera gefilmt wurde. Mehr dazu erfahrt ihr hier.



Nic 27.9.2006 / Fotos: Nabu 

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