Die Kröten wandern wieder

Jedes Jahr im März ist die Wanderzeit der Kröten in vollem Gange. Das warme Wetter lockt die fortpflanzungswilligen Amphibien aus ihren Winterquartieren. Naturschützer arbeiten dann auf Hochtouren, um Schutzzäune zu errichten.

Es gibt sogar Schilder, die auf die wandernden Kröten hinweisen. Quelle: © Public Domain

 

Erdkröten leben die meiste Zeit des Jahres verborgen im Wald. Erst wenn die Tage wieder länger werden und die Temperaturen steigen, bekommen wir sie mit etwas Glück zu Gesicht. Vorzugsweise in milden und feuchten Nächten ziehen die Tiere zu ihren Laichgewässern, um für Nachwuchs zu sorgen.

„Tagesmarsch“: 600 Meter

Mit einer „Hüpfgeschwindigkeit“ von 600 Metern pro Tag machen sich die Kröten auf die mehrere Kilometer weite Reise. Dabei verweilen sie aber nicht am erstbesten Gewässer, sondern finden exakt jenen Teich wieder, in dem sie vor Jahren als Kaulquappe das Licht der Welt erblickt haben.

Wie orientieren sich Kröten

Wie sich Kröten dabei orientieren, ist völlig ungeklärt. Welcher Sinn lenkt sie dabei? Sonne, Sterne und Magnetkompass – wie bei den Zugvögeln – kommen bestimmt nicht in Betracht. Es bleibt ein Phänomen, wie sie den Ort ihrer Geburt so exakt finden können, selbst wenn Bulldozer die ganze Gegend planiert haben.

Beharrlichkeit und Geduld

Wenn Kröten schließlich an ihrem Geburtsort angekommen sind, hält sie nichts und niemand davon ab, exakt dort zu laichen. Sollte der Tümpel kein Wasser führen, bleiben Kröten hartnäckig. Statt nach anderen Gewässern zu suchen, graben sie sich einfach in den Morast ein und warten auf Regen. Wasser ist dringend notwendig, weil der Laich direkt unter die Wasseroberfläche gelegt oder an Wasserpflanzen abgestreift wird.   

Der größte Feind: das Auto

Der größte Feind für Kröten auf Wanderschaft ist das Auto. Denn haben Kröten ihr Ziel fest vor Augen, kümmern sie sich nicht darum, ob ihr Weg über eine Straße führt. Deshalb errichten Naturschützer seit einigen Jahren Krötenzäune entlang der Fahrbahn bis zu einer Stelle – etwa einem Graben oder ein Rohr –, wo die Kröten unter der Straße hindurch wandern können. Verkehrszeichen warnen die Autofahrer zur Vorsicht. Alle Tiere kann das leider nicht schützen.

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