Laila: Einmal Nepal und zurück

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Laila: Einmal Nepal und zurück

Laila ist erst zehn Jahre alt, aber für ihr Alter schon ganz schön weit gereist. Mit ihren Eltern, die als Entwicklungshelfer arbeiten, hat sie 2 Jahre in Nepal gelebt. In einem Interview verrät sie uns, wie ihr das Leben in dem asiatischen Land, das zwischen Tibet und Indien liegt, gefallen hat.

Hallo Laila. Unsere Leser möchten Dich gern ein bisschen kennenlernen. Kannst Du uns etwas von Dir erzählen?


Ich bin 10 Jahre alt und wohne mit meiner Familie in Bad Sobernheim. Das ist eine kleine Stadt an der Nahe mit viel Wald und Weinbergen drumherum. Ich turne gerne, lese viel und spiele Querflöte in meiner Freizeit.

Wie kam es, dass Du mit Deinen Eltern für 2 Jahre nach Nepal bist?


Mein Vater hat für zwei Jahre in einem Entwicklungshilfeprojekt gearbeitet. Meine Eltern waren schon vorher zweimal in Nepal gewesen und wollten auch mit uns Kindern dort hin.

Was machen deine Eltern denn beruflich?


Mein Vater ist Stadt- und Verkehrsplaner und hat in einen Trainingsinstitut gearbeitet, damit  die Umwelt besser geschützt wird und alles besser geplant wird. Meine Mutter hat in einer Vorschule mit kleinen Kindern gearbeitet.

Und wie findest Du das?

Ich fand das in Ordnung, was beide machen. Wenn ich mal älter bin,  will ich vielleicht auch mal so etwas machen, Afrika fände ich toll.

War es schwer Deine Freunde zurückzulassen?


Eigentlich nicht, denn ich habe viele Brief und E-Mails geschrieben und bekommen und wusste, dass ich nach zwei Jahren wieder nach Deutschland zurückkomme.

Bist Du in Nepal zur Schule gegangen und hast Du die einheimische Sprache gelernt?


Ich bin in Pokhara, in der Stadt, in der wir gelebt haben, in eine englischsprachige Schule gegangen. Trotzdem habe ich auch ein wenig Nepali gelernt, weil die Kinder in der Nachbarschaft Nepali gesprochen haben.

Was hat sich im Vergleich zu Deinem Leben in Deutschland am meisten unterschieden?


In Nepal war es viel staubiger und dreckiger und manchmal chaotisch. Es liefen überall Kühe und Straßenhunde herum, außerdem waren viele Straßen nicht geteert. Oft gab es keinen Strom. Das Wasser mussten wir abkochen und filtern, damit wir es trinken konnten. Wir sind auch viel mehr zu Fuß gegangen, weil wir kein eigenes Auto hatten. Es war auch viel wärmer als in Deutschland. Es waren viel Menschen auf den Straßen zu Fuß unterwegs, wir hatten im Haus keine Heizung, dafür große Ventilatoren an der Decke. Es gab überall kleine Läden und keine so riesigen Supermärkte wie bei uns in Deutschland.

Die Menschen in Nepal sehen ganz anders aus als Du. Hast Du Dich dadurch fremd gefühlt? Oder anders gefragt: Wie sind Dir die Menschen begegnet?


Viele Menschen waren sehr neugierig und manche auch sehr nett. Die Nepalesen sahen anders aus, alle hatten dunkle Haare, schwarze Augen und eine dunklere Haut als wir. Am Anfang habe ich mich sehr fremd gefühlt, in der Schule ging es besser, weil es ganz unterschiedliche Kinder aus vielen Ländern, aber auch aus Nepal gab.

  

Du hast in 2 Jahren sicher einiges vom Land gesehen. Seid Ihr herumgereist? Und was hat Dir am besten gefallen?


 

Wir sind herumgereist und viel gewandert, weil die Berge in der Nähe waren. Am besten fand ich den Affentempel in Kathmandu. Dort sind Affen frei herumgelaufen und haben unsere Kekse aus dem Rucksack geklaut.

Hast Du Dich wieder auf Deutschland gefreut oder ist Dir der Abschied schwer gefallen?


 

Ich habe mich wieder auf Deutschland gefreut, weil ich meine vielen Cousins und Cousinen und Freunde endlich wiedergesehen habe. Ich konnte auch wieder in meine alte Schulklasse zurück.

Wie haben Deine Freunde reagiert als Du wieder da warst? Fanden sie es spannend was Du erlebt hast?


Auch meine Freunde freuten sich, als ich wieder da war. Einige waren sehr interessiert, andere haben gar nicht danach gefragt.

 

Wenn Du zurückblickst: Gibt es etwas, das Du vermisst? Was war im Nachhinein am schönsten?


 

Ja, wir hatten bei uns ganz viele Tiere in der Nähe,. drei zugelaufene kleine Kätzchen und einen Hund, der gestorben ist. Direkt vor unserem Haus hatten wir eine heilige Kuh mit drei Beinen, die unseren Biomüll immer gefressen hat, dann gab es noch viele Ziegen, manchmal auch Esel oder Wasserbüffel, In der Regenzeit gab es ganz viele Frösche und auch große bunte Schmetterlinge.

 

Den meisten Kindern in Deutschland geht es viel besser als den Kindern in Nepal. Gibt es etwas, was die Kinder bei uns von den Kindern in Nepal lernen können?

Die Kinder in Nepal hatten oft keinen Strom. Um Wasser zu bekommen, mussten sie manchmal weit gehen oder am Brunnen lange anstehen. Die Kinder in Deutschland könnten lernen, mit Wasser oder Strom sparsamer umzugehen. 

Liebe Laila, wir danken Dir für das Gespräch!

19.12.2011 / Fotos: Laila privat - Das Interview führte Nicola Frommhold 

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