10. Internationales Korallenriff Symposion in Japan

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10. Internationales Korallenriff Symposion in Japan

Korallenriffe gehören zu den bedrohtesten Ökosystemen unserer Erde. Vom 28. Juni bis zum 2. Juli 2004 wird in Okinawa, Japan, das 10. Internationale Korallenriff Symposion stattfinden. Dort werden Wissenschaftler über die neuesten Forschungsergebnisse zu den Blumentieren und Wege zur Rettung und Wiederbelebung der geschädigten Riffe diskutieren.

Was sind Korallen?

Korallen werden auch Blumentiere genannt. Sie zählen zu der Gruppe der Hohltiere. Oft werden Korallen mit Pflanzen verwechselt, da sie blumenartig aussehen und an einem Standort festsitzen. Durch ihren tierischen Bauplan mit Mundöffnung und Magen können sie aber eindeutig den tierischen Organismen zugeteilt werden.

Es gibt zwei große Korallengruppen: Weichkorallen und Hartkorallen. Die Riffbildenden Steinkorallen aus der Gruppe der Hartkorallen sind die bekanntesten. Von ihnen gibt es an die 500 Unterarten.

Das Skelett einer Steinkoralle beherbergt mehrere Polypen. Diese Polypen sind die eigentlichen Lebewesen. Sie liegen im Kalkskelett eingebettet und sondern weiterhin Kalkablagerungen ab, wodurch das Skelett immer weiter wächst.

An der Mundöffnung der Polypen befinden sich Tentakeln, mit denen die Nahrung, kleinste Meereslebewesen, gefangen wird. Der Rest des Körpers dient größtenteils der Verdauung. Mit der Fußplatte sitzt der Polyp auf dem Kalkskelett fest.

Was ist ein Riff?

Da Steinkorallen in großen Kolonien leben, entsteht mit der Zeit aus den Kalkablagerungen der Skelette ein großes gebirgsartiges Kalkgebilde; ein Riff. Der größte Teil eines Riffs besteht aus den Skeletten schon abgestorbener Korallen, in denen keine Polypen mehr enthalten sind.

Mit den vielen Verzweigungen und Höhlen in den Kalkskeletten bietet das Riff Lebensraum für viele andere Tiere und Pflanzen, unter anderem Weichkorallen und Anemonen.

Wie können Korallen so viel Kalk produzieren?

Die Steinkorallen gehen eine Symbiose mit winzig kleinen Algen, so genannten Zooxanthellen, die in ihren Tentakeln leben, ein. Das bedeutet, Korallen und Algen haben eine Lebensgemeinschaft gegründet, die zu beiderseitigem Nutzen ist. Die Algen stellen für die Korallen Nährstoffe her und die Korallen bieten dafür den Algen Schutz vor Fressfeinden. Nur im Zusammenleben mit den Algen können die Polypen so viel Kalk ablagern, dass ein Riff entsteht.

Gibt es in jedem Meer Korallenriffe?

Die Basis für die Entstehung von Riffen, ist also das ausgewogene Zusammenleben von Korallen und Algen. Das ist aber nur möglich in Meeresgegenden, in denen das Wasser über 20 Grad warm ist, damit die Polypen gut wachsen können. Die andere Bedingung ist die Nähe zur Meeresoberfläche, damit die Algen das zum Überleben benötigte Sonnenlicht erhalten. Somit sind Riffe nur in einem schmalen Gürtel rund um den Äquator, vom 32° nördlicher Breite bis zum 30° südlicher Breite, in bis zu 40 Meter tiefem Wasser zu finden.

Wieso sind die Korallenriffe so stark bedroht?

Tourismus Taucher und Schnorchler

Korallen sind beliebte Souvenirs aus dem Urlaub. Ob nun als Korallenkette oder als Trophäe eines Tauchgangs. Wenn man bedenkt, dass ein Riff pro Jahr nur um wenige Zentimeter wächst, dann bedeutet das Herausbrechen dieser Mitbringsel aus einem intakten Ökosystem eine massive Störung.

Meerwasserverschmutzung mit Abwasser

Durch den verstärkten Tourismus in den Küstenregionen ergibt sich ein weiteres Problem. Aus den Hotels abgeleitetes Abwasser bietet für Grün- und Braunalgen Nahrung im Überfluss. Das verstärkte Algenwachstum bedeutet aber, dass das ökologische Gleichgewicht aus den Fugen gerät.

Fischfangmethoden

Die Korallenriffe beherbergen eine Vielzahl unterschiedlicher Meeresbewohner. Da die internationale Nachfrage nach Fisch immer größer geworden ist, versuchen die Fischer immer schneller mehr Fische zu fangen. Sie haben eine sehr effektive Fangmethode entwickelt. Dabei schmeißen sie einfach Dynamit ins Meer und lassen es explodieren. Durch die Druckwelle sterben alle Lebewesen innerhalb eines bestimmten Abstandes. Die Fische werden an die Oberfläche getrieben und können ganz einfach eingesammelt werden. Bei der Explosion werden aber auch die Korallen und Riffe zerstört.

Korallenbleiche

Die Korallenbleiche resultiert aus dem immer stärker zunehmenden Treibhauseffekt. Die allgemeine Erderwärmung wirkt sich natürlich auch auf die Meerestemperatur aus. Obwohl die Korallen eine Wassertemperatur von mindestens 20 Grad brauchen, wirken sich schon geringe Wassererwärmungen sehr negativ aus. Die oben erwähnten Symbiosepartner, die Zooxanthellen, produzieren normalerweise Nährstoffe für die Polypen. Nimmt die Wassertemperatur zu, so beginnen sie plötzlich Gifte freizusetzen. Die Polypen werfen ihre Untermieter also raus, verlieren damit aber eine große Nahrungsquelle, sowie ihre grünliche Färbung, die durch die Algen zustande kommt. Dauert der Zustand der Wassererwärmung mehrere Wochen an, so verhungern die Korallen.

Riffe stellen deshalb einen Lebensraum dar, der auf Dauer nur durch intensivste Schutzmaßnahmen erhalten werden kann.

SP - 28.06.2004 Text/ Bild: CD Life Underwater

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